Krebs-Prävention mit Metformin und GLP1-RA?
Immer mehr junge Menschen sind übergewichtig oder adipös und entwickeln Typ-2-Diabetes. Übergewicht gilt auch als wesentlicher Risikofaktor für Krebs. Eine neue Studie prüfte, ob Metformin und GLP1-Rezeptoragonisten (GLP1-RA) das Risiko adipositasbedingter Krebsarten senken können.

Heute lassen sich 4–8% aller Krebsfälle direkt auf Adipositas zurückführen. Tumoren wie Endometrium-, Ovarial-, Brust- und kolorektale Karzinome treten bei höherem Körpergewicht häufiger auf.
Positiv ist: Gewichtsverlust kann das Risiko adipositasassoziierter Karzinome senken, besonders bei Frauen. Aktuelle Erkenntnisse zeigen, dass bariatrische Verfahren am effektivsten sind. Auch glukose- und gewichtsreduzierende Medikamente wie Metformin oder GLP1-RA haben ähnliche Effekte, doch die Datenlage war bisher uneinheitlich.
Ein Team um Alex E. Henney analysierte nun Real-World-Daten, um den Einfluss der beiden Medikamente auf Krebsrisiko und Gesamtmortalität bei Typ-2-Diabetikern zu untersuchen. In einer retrospektiven Kohortenanalyse verglichen sie Metformin und GLP1-RA einzeln und kombiniert mit einer Referenzgruppe, die DPP4-Inhibitoren erhielt. Mit Propensity-Score-Matching stellten die Forscher die Vergleichbarkeit der Gruppen sicher, indem sie für jeden Patienten eine passende Kontrollperson hinsichtlich Alter, Geschlecht, BMI, Rauchen oder HbA1c im Verhältnis 1:1 zuordneten.
Henney AE et al. Synergistic associations of metformin and GLP-1 receptor agonist use with adiposity-related cancer incidence in people living with type 2 diabetes. Diabetes Obes Metab. 2025. doi: 10.1111/dom.70267