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Highlights des Kidney Cancer Symposium-9

The Convention Centre DublinFür eine bestmögliche Antwort auf die Frage wann eine zytoreduktive Nephrektomie indiziert ist, wurde ein neues Scoringsystem entwickelt. Wann die OP mit Roboter-Assistenz durchgeführt werden sollte, ist eine weitere Frage. Und auch bei diesem Karzinom zählen die „Drug of the Year“ 2013 zu den Hoffnungsträgern.

Bis zu ein Drittel der Nierenzellkarzinompatienten wird bereits mit metastasierter Erkrankung vorstellig.1 Seit der klinischen Anwendung zielgerichteter Therapieformen 2006 ist die Zahl der zytoreduktiven Nephrektomien rückläufig.2 Beim Großteil der Patienten ist mittels zielgerichteter Ansätze eine Regression des Primärtumors zu verzeichnen, auch wenn derzeit keine Heilungsmöglichkeit besteht. Eine der schwierigsten Entscheidungen in diesem Setting bleibt aber weiterhin jene, bei welchen Patienten eine zytoreduktive Nephrektomie sinnvoll ist und bei welchen nicht. Prof. Dr. Axel Bex, The Netherlands Cancer Institute, Amsterdam, empfiehlt, retrospektive Ergebnisse in diesem Zusammenhang vorsichtig zu interpretieren. So wurden z.B. für das Gesamtüberleben bei Patienten, die eine VEGF- TKI-Therapie erhielten, retrospektiv 23,9 vs. 14,5 Monate mit vs. ohne zytoreduktiver Nephrektomie erhoben.3 Bei dieser Population handelte es sich jedoch um Patienten mit günstiger Tumorbiologie, geringem Metastasierungsgrad, Ausschluss sarkomatoider Histologie, gutem Allgemeinzustand und intermediärer Prognose nach IMDC-Kriterien (International mRCC Database Consortium). Entsprechend anders fallen die Ergebnisse für Patienten mit ungünstigerer Ausgangssituation aus.4
Obwohl mit der OP in manchen Fällen eine Heilung in Aussicht gestellt und das PFS verlängert werden kann, ist damit häufig eine Verzögerung der zielgerichteten Therapie assoziiert. 15% (20/141) der operierten Patienten einer multizentrischen, retrospektiven Analyse konnten aufgrund von akuter Progression oder perioperativem Versterben keiner systemischen Therapie mehr zugeführt werden.5 Für die Mortalität innerhalb von 30 Tagen post OP wurden Werte von sieben bzw. 10,5% bei Patienten im Alter von 70–79 bzw. ≥80 Jahren erhoben.6

Prognostic Scoring System

Bex empfiehlt daher, den individuell zu erwartenden Nephrektomie-Benefit der Lebenserwartung gegenüberzustellen. Denn nur 25–30% der Patienten mit intermediärer Prognose überleben länger als zwei Jahre, und genau diese Gruppe müsse identifiziert werden, so der Experte. Für einen Großteil der Patienten, insbesondere aber für jene mit schlechter Prognose, sollte das Hauptaugenmerk auf einer zielgerichteten systemischen Therapie liegen.
Hilfestellung zur Patientenselektion für eine zytoreduktive Nephrektomie bieten Prognostic- Scoring-Systeme. Das International mRCC Database Consortium (IMDC, siehe Kasten links unten) zieht sechs prognostische Faktoren zur Beurteilung heran: Karnofsky Performance Status, Intervall zwischen Diagnose und Therapie, Anämie, Hyperkalzämie, Neutrophilie und Thrombozytose.7 Bei Vorliegen von 0, 1–2 bzw. 3–6 Faktoren besteht eine günstige, intermediäre bzw. ungünstige Prognose. Prof. Dr. Daniel Heng, University of Calgary, zufolge ist generell bei einer prognostizierten Lebenserwartung von unter einem Jahr und Vorhandensein von mehr als vier prognostischen Risikofaktoren eine zytoreduktive Nephrektomie nicht indiziert.8

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