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BFAST-Studie

ESMO 2019: ALK-positives NSCLC im Blut erkennen

Rezente Daten der BFAST-Studie zeigen: Eine Liquid Biopsy aus dem Blut ermöglicht es, unter NSCLC-Patienten jene mit ALK-Rearrangement zu identifizieren.

Mittels Next-Generation-Sequencing (NGS) können Fragmente der Tumor-DNA im Blut detektiert werden. Multiple komplexe genetische Veränderungen sollen so aus einer Blutprobe erkannt werden und Gewebebiopsien künftig mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt werden.

„Eine der größten Fortschritte unserer Zeit bei der Behandlung des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) ist es, dass wir nun bei den Patienten die Treibermutationen identifizieren können. Es ist aber nach wie vor eine große Herausforderung, eine passende Tumorprobe für die Analyse zu erhalten“, erklärt der Erstautor der am ESMO 2019 vorgestellten Studie, Dr. Shirish Gadgeel vom Rogel Cancer Center der University of Michigan.

Nun konnten die Forscher zeigen, dass eine Liquid Biopsy herangezogen werden kann, um verlässlich ALK-Mutationen bei NSCLC-Patienten zu detektieren. Patienten, bei denen die ALK-Mutation durch eine Liquid Biopsy diagnostiziert worden war, zeigten dabei ein mindestens genauso gutes Ansprechen auf einen ALK-Inhibitor wie Patienten aus früheren Studien, bei denen eine Biopsie zur Diagnose herangezogen worden war.

Einer von 20 Patienten im Bluttest ALK-positiv

In der multizentrischen Phase-II/III-Studie BFAST (blood first assay screening trial), die voraussichtlich noch bis Anfang 2020 läuft, wurden bisher 2.219 Patienten mit unbehandeltem NSCLC im Stadium IIIB/IV einem NGS unterzogen, um therapierbare genetische Veränderungen zu detektieren. Bei 2.188 Patienten war der Test auswertbar und lieferte ein Ergebnis.

Bei 119 Patienten (5,4%) zeigte sich mit dem Test eine Veränderung des ALK-Gens. Von diesen wurden 87 infolge mit Alectinib behandelt. Auch Patienten mit asymptomatischen bzw. vorbehandelten ZNS-Metastasen wurden eingeschlossen. Nach einem medianen Follow-up von 12,6 Monaten wurde eine objektive Ansprechrate (objective response rate, ORR) von 87,4 Prozent unter mit Alectinib behandelten Patienten festgestellt, das mediane progressionsfreie Überleben wurde nicht erreicht.

Patienten die Biopsie ersparen

„Mit der Liquid Biopsy konnte ein ähnlicher ALK-positiver Patientenanteil ausgemacht werden wie mittels traditioneller Gewebsbiopsie, und die mit Alectinib erreichten Resultate lassen sich mit jenen aus einer Schlüsselstudie vergleichen“, betont Studienautor Gadgeel.

ESMO-Kommentator Prof. Alberto Bardelli vom Institut für Onkologie der Universität von Turin bezeichnet die Studie als wichtigen Fortschritt, da ALK-Rearrangements typischerweise schwierig zu detektieren sind. „Es ist ermutigend, zu sehen, dass die Liquid Biopsy einer größeren Zahl von Patienten mit Lungenkrebs die Biopsie ersparen könnte, um ihre Treibermutation zu detektieren.

Aktuell ist die Diagnostik mittels NGS noch recht teuer, eine künftige Kostenreduktion bei breiter werdendem Einsatz sei aber wahrscheinlich, so Bardelli.

Referenz

1 Gadgeel S et al. Phase II/III blood first assay screening trial (BFAST) in patients (pts) with treatment-naïve NSCLC: initial results from ALK+ cohort LBA81_PR

Quelle

ESMO Congress 2019

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