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Dicke Männer: Rapsöl toppt Olivenöl

Die Cholesterin- und Leberwerte übergewichtiger Männer werden durch den Konsum von Rapsöl im Vergleich zu Olivenöl verbessert. Das ergab eine Studie mit 18 Männern, die in Deutschland durchgeführt wurde.

Foto. BilderBox.com

Deutsche Wissenschaftler fanden Hinweise darauf, dass der Konsum von Rapsöl zwar kurzfristig die Produktion entzündungsfördernder Botenstoffen im Unterhautfettgewebe stimuliert, jedoch langfristig chronischen Entzündungsreaktionen entgegenwirkt.

Die tägliche Aufnahme von 50 g Rapsöl verbesserte im Vergleich zu Olivenöl in einem Untersuchungszeitraum von vier Wochen den Cholesterinspiegel und die Leberwerte von adipösen Männern. Das ergab eine Pilotstudie, die von Forschern des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung, der Universität Hamburg und der Universität Jena durchgeführt und nun in der Fachzeitschrift Molecular Nutrition & Food Research publiziert wurde.

Etliche Studien lassen annehmen, dass ein hoher Olivenöl-Konsum, wie er im Rahmen einer mediterranen Ernährung üblich ist, Adipositas-assoziierten Erkrankungen vorbeugen kann. Da Nordeuropäer wesentlich weniger Olivenöl konsumieren als Südeuropäer, gingen die deutschen Forscher der Frage nach, ob sich heimisches Rapsöl, das besonders reich an einfach-, aber auch mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist, als Alternative anbietet. Es handelt sich dabei um die erste Ernährungsstudie, welche die Wirkung beider Öle direkt miteinander vergleicht.

Die 18 Teilnehmer der Pilotstudie im Alter zwischen 39 und 63 Jahren und einem Body-Mass-Index (BMI) zwischen 27 und 35 wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei gleichgroße Gruppen aufgeteilt. Über einen Zeitraum vom vier Wochen erhielten die Probanden zu einer ausgewogenen Kost entweder täglich 50 g raffiniertes Rapsöl oder kaltgepresstes Olivenöl (extra virgin), wobei beide Öle in etwa den gleichen Gehalt an Vitamin E und Polyphenolen aufwiesen.

Nach der vierwöchigen Diätphase hatte sich der LDL-Cholesterinspiegel der Männer, die Rapsöl verzehrten, im Vergleich zur Olivenölgruppe um etwa 0,45 mmol/L gesenkt, bei der Rapsölgruppe verbesserten sich auch die Leberwerte, so verminderte sich der Wert für das Enzym Aspartat-Aminotransferase um 18 Prozent. Das Unterhautfettgewebe dieser Männer produzierte zudem im Nüchternzustand deutlich weniger entzündungsförderndes Interleukin-6, wobei allerdings der Verzehr einer Testmahlzeit vorübergehend die Synthese dieses Botenstoffs stimulierte. Die Forscher gehen davon aus, dass der akute, aber kurzzeitige Anstieg der Interleukin-6-Synthese eher eine positive, hormetische Wirkung hat.

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Zusammenfassend weisen die Ergebnisse darauf hin, dass der tägliche Verzehr von 50 g Rapsöl dazu beitragen kann, bei übergewichtigen Männern die Leber- und Cholesterinwerte zu verbessern. Nun sind Studien mit weitaus größeren Probandenzahlen erforderlich, um die beobachteten Effekte genauer zu untersuchen.

Michael Kruse, Christian von Löffelholz, Daniela Hoffmann, Antje Pohlmann, Anne-Cathrin Seltmann, Martin Osterhoff, Silke Hornemann, Olga Pivovarova, Sascha Rohn, Gerhard Jahreis, Andreas F. H. Pfeiffer
Dietary rapeseed/canola oil supplementation reduces serum lipids and liver enzymes and alters postprandial inflammatory responses in adipose tissue compared to olive oil supplementation in obese men
Molecular Nutrition & Food Research 2014, DOI: 10.1002/mnfr.201400446

Quelle: Deutsches Institut für Ernährungsforschung

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