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Metformin beeinflusst Blutfettwerte über AMPK

Metformin beeinflusst nicht nur die Blutzucker-, sondern auch die Blutfettwerte. Mit dem Diabetes-Medikament kann vor allem auch das LDL-Cholesterin gesenkt werden.

Dr. Stefan Brandmaier, Dr. Rui Wang-Sattler, Dr. Tao Xu
Stefan Brandmaier, Rui Wang-Sattler und Tao Xu fanden bei Probanden, die Metformin einnahmen, signifikant niedrigere Levels von drei Metaboliten (Acyl-Alkyl Phosphatidylcholin [PC]) als bei Teilnehmern der Kontrollgruppe. Vor allem die niedrigeren LDL-Cholesterinwerte sind bemerkenswert.
Im Fachmagazin Diabetes Care veröffentlichte ein interdisziplinäres Wissenschaftlerteam des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) in Düsseldorf und des Helmholtz Zentrums München die Resultate einer Studie, der zufolge sich die Einnahme des seit etwa 50 Jahren verwendeten Wirkstoffs Metformin neben dem Blutzucker auch auf die Blutfettwerte – besonders auf das LDL-Cholesterin – auswirkt.

Die Forschergruppe um Stefan Brandmaier, Rui Wang-Sattler und Tao Xu hatte die Blutproben von 1.809 Probanden, die an der Studie „Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg“ (KORA) teilgenommen hatten, genetisch und hinsichtlich ihrer Metabolite untersucht. Die Forscher stellten fest, dass sich die Verabreichung von Metformin bei Typ-2-Diabetikern in einer signifikanten Konzentrationsänderung der Acyl-alkyl Phosphatidylcholin [PC])-Metabolite auswirkte. Bei den Probanden wurden deutlich geringere LDL-Cholesterinspiegel gemessen.

Indem die Forscher mit Kollegen aus den Niederlanden die Metabolit-Konzentrationen mit den genetischen Informationen abglichen, identifizierten sie Metabolite und Gene, die in die entsprechenden Stoffwechselwege eingebunden sind.

„Die Einnahme von Metformin beeinflusst die Blutfettwerte über den Protein-Komplex AMP-aktivierte Proteinkinase (AMPK) und reguliert vermutlich so vor allem die Gene FADS1 und 2 herunter. Das spiegeln auch die gesenkten Konzentrationen dreier Lipid-Metabolite wieder, die ohne FADS nicht hergestellt werden können. Dadurch wird die Bildung von LDL Cholesterin gebremst.“ Dr. Rui Wang-Sattler

Erstautor Tao Xu zufolge lassen die Studienergebnisse darauf schließen, dass sich Metformin positiv auf kardiovaskuläre Krankheiten auswirkt. Nun möchten die Forscher herausfinden, wie Darüber hinaus wollen die Wissenschaftler aufklären, wie Metformin auf molekularer Ebene wirkt.

Tao Xu et al.
Effects of metformin on metabolite profiles and LDL cholesterol in type 2 diabetes patients
Diabetes Care, Published online before print August 5, 2015, doi: 10.2337/dc15-0658

Quelle: Helmholtz Zentrum München

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