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ECTRIMS 2022

Rauchen und Stress erhöhen das Erkrankungsrisiko

Lebensstilfaktoren können sowohl das Erkrankungsrisiko als auch den Verlauf einer Multiplen Sklerose beeinflussen. Diesbezüglich liegen gute Daten vor. Wenn es um Lebensstilinterventionen geht, ist die verfügbare Evidenz jedoch dünn. Was in jedem Fall empfohlen werden kann: mit dem Rauchen aufzuhören.

Unter den verhaltensassoziierten Risikofaktoren ist Rauchen der am besten erforschte, so Dr. Christoph Heesen vom Universitätsspital Hamburg Eppendorf. Tabakkonsum erhöht sowohl das Risiko, eine Multiple Sklerose (MS) zu entwickeln um rund 50 Prozent, als auch das Risiko von Krankheitsprogression in vergleichbarem Ausmaß.1,2 Zusätzlich bestehen Assoziationen mit schlechter Lebensqualität, Angst und Depression.3 Nikotin-Entwöhnung hilft und verlangsamt die Progression der MS. Je früher dieser Schritt erfolgt, desto besser.4 Die Zusammenhänge zwischen Rauchen und MS sind direkt und kausal, zumal Rauchen immunologische Prozesse in der Lunge beeinflusst. Hinzu kommen noch Schädigungen von Axonen durch oxidativen Stress, Inflammation und Aktivierung von Mikroglia.1 Leider haben, so Heesen, weder MS-Patient:innen noch ihre Behandler:innen das Thema Rauchen in seiner vollen Tragweite im Blick. Spezielle Programme zur Nikotin-Entwöhnung für Menschen mit MS existieren nicht. Während Patient:innen dem Rauchen oft ambivalent gegenüberstehen, weil es möglicherweise Symptome lindert, sind die Gefahren unter Neurolog:innen wohlbekannt. Es werden jedoch selten Initiativen gesetzt, um Patient:innen zum Nikotin-Stopp zu bewegen.5

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