Home / Medizin / Innere Medizin / Hämatologie und internistische Onkologie / PRRT verlängert progressionsfreies Überleben bei Patienten mit NETs der Bauchspeicheldrüse
ESMO 2022

PRRT verlängert progressionsfreies Überleben bei Patienten mit NETs der Bauchspeicheldrüse

Das primäre klarzellige Karzinom der Bauchspeicheldrüse ist selten und wird als "sonstiges" Karzinom klassifiziert.

Erfreuliche Daten aus der ersten multizentrischen randomisierten Phase-II-Studie OCLURANDOM wurden in einer Session auf dem European Society of Medical Oncology Kongress vorgestellt. Eine Peptidrezeptor-Radionuklidtherapie (PRRT) verlängert den Ergebnissen zufolge das progressionsfreie Überleben bei Patienten mit fortgeschrittenen neuroendokrinen Tumoren (NETs) der Bauchspeicheldrüse.

177Lutetium-Octreotat ist die erste PRRT, die von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) 2017 und der US-Behörde für Lebens- und Arzneimittel (FDA) 2018 für die Behandlung von progressiven Somatostatin-Rezeptor-positiven gastroenteropankreatischen neuroendokrinen Tumoren zugelassen wurde. Es konnte erfolgreich damit gezeigt werden, dass PRRT, obwohl kaum kurativ, die Lebensqualität verbessern, Läsionen verkleinern und die Progression der Krankheit verlangsamen.

In der OCLURANDOM-Phase-II-Studie war das progressionsfreie Überleben bei Patienten, die 177Lutetium-Octreotat (OCLU) erhielten, länger als unter Sunitinib-Therapie. Es wurden 84 Patienten mit Somatostatin-Rezeptor-Szintigraphie-positiven inoperablen progressiven fortgeschrittenen pankreatischen NETs eingeschlossen. Die Patienten wurden 1:1 randomisiert und erhielten 177Lutetium-Octreotat (4x 7,4GBq-Infusionen alle acht Wochen) oder Sunitinib (37,5mg/Tag). Nach zwölf Wochen wurde beurteilt, ob der primäre Endpunkt erreicht werden konnte. „Der primäre Endpunkt war die Wirksamkeit von OCLU hinsichtlich eines progressionsfreien Überlebens nach zwölf Monaten bei mindestens 19 von 40 Patienten“, kommentierte Dr. Eric Baudin, Leiter der Abteilung Endokrine Onkologie am Institut Gustave Roussy, Villejuif in Frankreich. Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 40 Monate.

LOGIN