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Riesige Geldfluss-Delta in Austria

Das Parlament befasste sich kürzlich mit den Mittelflüssen im Gesundheitssystem. Basis ist ein Rechnungshofbericht, der das vielfältige Verzweigungssystem von Zahlungsströmen schonungslos offengelegt hat. (Pharmaceutical Tribune 11/2018) 

Bis die Mittel bei den Patienten ankommen, haben sie einen ziemlich verästelten Weg hinter sich. Das zeigte der Bericht* des Rechnungshofs (RH) vom Vorjahr, der heuer Mitte Mai den Weg ins Parlament gefunden hat, nachdem er im April im RH-Ausschuss präsentiert wurde. Nichtsdestotrotz ist die Kritik von RH-Präsidentin Dr. Margit Kraker topaktuell und wird es wohl auch noch eine Weile sein. Es sei ein harmonisiertes Rechnungswesen zwischen den Akteuren nötig, fordert sie erneut, der Bericht mache die „Verflechtungen“ und „Verstrickungen“ sichtbar und das Ziel der Gesundheitsreform 2013, nämlich die Mittel partnerschaftlich zielzusteuern, habe bisher nicht gegriffen.

60 Akteure in fünf Bereichen

Kein Wunder, denn der Akteure gibt es viele. Der RH erfasste mehr als 60 (!) davon, subsumiert in Länder/Gemeinden, Sozialversicherung und Bund. Die in der Prüfung berücksichtigten Gesundheitsdienstleistungen gliedern sich in fünf Bereiche: Spitäler und Ambulatorien, niedergelassene Ärzte samt gleichgestellter Leistungen wie Physiotherapeuten und Psychologen, Heilmittel und Heilbehelfe samt Apotheken, Rettungswesen sowie sonstige Dienstleistungen wie z.B. Gesundheitsvorsorge (siehe Grafik). Die Pflege ist da gar nicht dabei. Insgesamt, also in der Darstellung der Mittelflüsse mit den rund 60 Akteuren, entfielen auf die Krankenanstalten 17,85 Milliarden Euro, auf die Heilmittel und Heilbehelfe 3,54 Milliarden, auf die niedergelassenen Ärzte 4,67 Milliarden, auf das Rettungswesen 520,44 Millionen und auf sonstige Gesundheitsdienstleistungen 800,38 Millionen (alle Zahlen aus 2014). Allein für die Darstellung der Geldflüsse der Sozialversicherung erfasste der RH mehr als 30 Akteure (Zahler und Empfänger).

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