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DGP-Kongress: Asthma bronchiale

Asthma bronchiale ist in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle eine Erkrankung des Immunsystems. In den letzten Jahren ist es immer besser gelungen, die unterschiedlichen dahinterliegenden Mechanismen zu verstehen und gezielt in die Immunaktivierung einzugreifen. In Zukunft könnte das auch bereits in der Prävention gelingen. (CliniCum pneumo 4/18)    

„Ich denke, dass wir in wenigen Jahren in der Lage sein werden, Asthma bronchiale nicht nur sehr viel besser zu behandeln als heute, sondern in vielen Fällen sogar zu verhindern“, so Prof. Dr. Roland Buhl, III. Medizinische Klinik und Poliklinik (Hämatologie, Internistische Onkologie und Pneumologie), Universitätsmedizin Mainz, im Rahmen des DGP-Jahreskongresses 2018 und bekennt, bis vor Kurzem ein Gegner der spezifischen Immuntherapie (SIT) gewesen zu sein, da „die Evidenz in der Pulmologie dünn und die Produktqualität oft zweifelhaft waren“. Das sei laut Buhl nun vorbei. „Wir haben heute Richtlinien, die die Hersteller überzeugt haben, saubere Studien zu machen.“  Bahnbrechend waren in dieser Hinsicht die Ergebnisse der MITRA-Studie. Diese konnte am Beispiel der Allergie gegen Hausstaubmilben mit dem Endpunkt Asthmaexazerbationen zeigen, dass die SIT im Vergleich zu Placebo einen sehr guten Effekt hat und in der Lage war, die Exazerbationsrate um rund die Hälfte zu reduzieren.1

Die SIT kann nicht nur zur symptomatischen Asthmatherapie eingesetzt werden, sondern hat auch ausgeprägtes präventives Potenzial. Dies wurde in der GAP-Studie demonstriert, in die Kinder eingeschlossen wurden, die unter einer Gräserpollen-bedingten allergischen Rhinokonjunktivitis, jedoch (noch) nicht unter Asthma bronchiale litten und auch über zumindest zwei Jahre keine Asthmamedikamente bekommen haben. Die Patienten wurden nach Randomisierung über drei Jahre mit Allergenextrakt Gräserpollen oder Placebo behandelt und danach noch zwei Jahre beobachtet. Der sehr ehrgeizige primäre Endpunkt (Zeit bis zum Asthmabeginn, definiert durch dokumentierte reversible Einschränkung der Lungenfunktion) wurde zwar verfehlt, doch Buhl betonte die zahlreichen sekundären Endpunkte, die in der Studie erreicht werden. So reduzierte die Therapie signifikant das Risiko, nach fünf Jahren unter Asthmasymptomen zu leiden oder Asthmamedikamente zu benötigen. Darüber hinaus zeige die Studie, dass im Umgang mit der Immuntherapie noch Optimierungsbedarf besteht.2

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