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Was Kardiologen für das Gehirn tun können

Vorhofflimmern führt zu einer massiven Erhöhung des Schlaganfallrisikos und potenziell zu klinisch besonders schwerwiegenden ­Schlaganfällen. Die Prävention besteht in oraler Antikoagulation. Darüber hinaus gibt es auch interventionelle Verfahren zur Risikoreduktion. (Medical Tribune 26/2017)

„Kranke Leute haben mehr Insulte als Gesunde.“ Mit dieser einfachen Wahrheit unterstreicht Prim. Univ.-Doz. Dr. Franz Xaver Roithinger, Leiter der 2. Internen Abteilung am Landesklinikum Wiener Neustadt, die Bedeutung einer guten kardiologischen Versorgung in der Schlaganfallprophylaxe. Diese beginnt bei Lebensstilmaßnahmen, guter Blutdruckeinstellung, Sekundärprävention der Atherosklerose und bei Bedarf einer guten Herzinsuffizienz-Therapie. „Das Hauptthema ist, die Bildung von Thromben im linken Herzohr zu verhindern, die embolisch zu Schlaganfällen führen.“

Leidet der Patient unter Vorhof­flimmern, so geben die Guidelines der europäischen Kardiologengesellschaft (ESC) klare Vorgaben für das weitere Vorgehen. Mit einer Klasse-1A-Empfehlung wird empfohlen, das individuelle Risiko des Patienten nach dem CHA2DS2VASc-Score zu berechnen. Dieser besteht aus den Risikofaktoren Herzinsuffizienz, Hypertonie, Alter, Diabetes, Schlaganfall oder TIA, vaskulärer Erkrankung sowie weiblichem Geschlecht. Hat der Patient null Punkte, so wird keine Antikoagulation empfohlen. „Das bedeutet, auch keine Plättchenhemmung, da Aspirin nicht hilft, aber aufgrund eines relevanten Blutungsrisikos möglicherweise schadet“, ergänzt Roithinger. Bei einem Score ab 2 ist die orale Antikoagulation klar indiziert. Bei einem Score von 1 bestehe „Spielraum für Diskussionen mit dem Patienten.“

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