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Pestizide reduzieren Samenqualität

Essen Männer viel Obst und Gemüse mit Pestizidrückständen, reduzieren sich die Spermienzahl und der Anteil an normalen Spermien.

© iStockphoto, simazoran

Pestizide auf Obst und Gemüse sind mit schlechter Samenqualität verbunden.

Männer, die viel Obst und Gemüse mit Pestizidrückständen zu sich nehmen, weisen eine geringere Spermienzahl und einen reduzierten Anteil an morphologisch normalen Spermien auf. Das ergab eine Beobachtungsstudie an Patienten einer Fertilitätsklinik, die am 30. März im Fachmagazin Human Reproduction publiziert wurde.

Forscher der Harvard T.H. Chan School of Public Health versuchten an einer Kohorte der Environment and Reproductive Health (EARTH) Study herauszufinden, ob der Konsum von Obst und Gemüse mit einem hohen Level an Pestizidrückständen mit einer geringen Samenqualität einhergeht.

Sie untersuchten 338 Spermienproben von 155 männlichen Partnern subfertiler Paare über einen Zeitraum von 18 Monaten, nachdem die Ernährungsgewohnheiten der Probanden erhoben worden waren.

Die Analyse ergab, dass die Gesamtaufnahme von Obst und Gemüse in keinem Zusammenhang mit den Parametern der Samenqualität steht. Hohe Werte von Pestizidrückständen gingen allerdings mit schlechter Samenqualität einher.

Im Durchschnitt hatten jene Probanden mit der höchsten Gesamtaufnahme von Pestizidrückständen (≥ 1.5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag) eine um 49 Prozent geringere Gesamtspermienzahl und einen um 32 Prozent geringeren Anteil an morphologisch normalen Spermien als jene mit der geringsten Aufnahme (< 0,5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag). Geringe bis mäßige Pestizidrückstände waren mit einem höheren Anteil an morphologisch normalen Spermien assoziiert.

Y.H. Chiu, M.C. Afeiche, A.J. Gaskins, P.L. Williams, J.C. Petrozza, C. Tanrikut, R. Hauser, J.E. Chavarro
Fruit and vegetable intake and their pesticide residues in relation to semen quality among men from a fertility clinic
Human Reproduction, First published online: March 30, 2015, doi: 10.1093/humrep/dev064

Quelle: Reuters Health