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Neuer Therapieansatz für die Herzinsuffizienz

Forscher der PARADIGM-HF Investigators veröffentlichten im New England Journal of Medicine eine Studie, in der bei herzinsuffizienten Patienten die Angiotensin-Neprilysin-Hemmung gegenüber Enalapril verglichen wurde.

Herz_und_Stethoskop

Bei Patienten mit Herzinsuffizienz erwies sich LCZ696 gegenüber Enalapril hinsichtlich der Verringerung der Mortalitätsrisiken erfolgreicher.

Einleitung:
Neprilysin, eine Endopeptidase, baut endogen vasoaktive Peptide wie Bradykinin, Adrenomedullin oder das Natriuretische Peptid ab. Die kombinierte Hemmung des RAAS und von Neprilysin hatte bei Herzinsuffizienten einen günstigen Effekt auf die Mortalität als die RAAS-Hemmung alleine. Aus diesem grund wurde die vorliegende randomisierte, einfach verblindete Studie mit Sacubitril – einem neuen Neprilysin-Inhibitor – und Valsartan versus Enalapril wurde durchgeführt. Das Pharmaunternehmen Novartis hat die Studie gesponsert.

Methode:
In die Studie wurden Patienten mit Herzinsuffizienz im NYHA Stadium II oder mehr und einer Auswurffraktion von 40 % oder weniger einbezogen. Hypotone, niereninsuffiziente (eGRF unter 30ml) oder hyperkaliämische Patienten sowie jene mit einer Anamnese von Angioödemen wurden ausgeschlossen. Einfach verblindet wurden sie mit der Testsubstanz (Sacubitril und Valsartan in steigender Dosis) oder Enalapril behandelt. Begleitmedikationen waren in 93 % der Fälle Betablocker und in 80 % Diuretika, bei rund 55 % wurden Aldosteronantagonisten eingesetzt.

Resultate:
Das Durchschnittsalter lag bei 64 Jahren, 21 % (in der Studiengruppe) bzw. 22,6 % (in der Enalaprilgruppe) waren Frauen. Von Dezember 2009 bis November 2012 wurden 10.521 Patienten in 47 Ländern und 1.043 Zentren eingebracht. Davon wurden 4.187 randomisiert der Testsubstanz und 4212 der Enalapril-Behandlung zugeteilt. 2.079 Probanden wurden gemäß der Ausschlusskriterien ausgeschlossen. Der Risikoquotient für die Mortalität lag in der Studiengruppe bei 0,8 (Konfidenzintervall 0,73-0,87). Insgesamt traten in der Studiengruppe 558 kardiogene Todesfälle auf, in der Enalapril-Gruppe verstarben 693 Personen. In der Enalapril-Gruppe traten zudem mehr Nebenwirkungen wie Husten, Hyperkaliämie, Niereninsuffizienz und Hypotonie auf.

Diskussion:
Bei herzinsuffizienten Patienten gemäß dem Kollektiv ist die Testsubstanz (Kombinationspräparat bestehend aus Valsartan und einem Neprilysin-Inhibitor – Sacubitril) hinsichtlich der Reduktion der Mortalität und der Spitalsaufnahmerate signifikant erfolgreicher als Enalaprilin. Diese Studie wird die Behandlung der herzinsuffizienten Patienten in Zukunft wesentlich beeinflussen.

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John J.V. McMurray, M.D., Milton Packer, M.D., Akshay S. Desai, M.D., M.P.H., Jianjian Gong, Ph.D., Martin P. Lefkowitz, M.D., Adel R. Rizkala, Pharm.D., Jean L. Rouleau, M.D., Victor C. Shi, M.D., Scott D. Solomon, M.D., Karl Swedberg, M.D., Ph.D., and Michael R. Zile, M.D. for the PARADIGM-HF Investigators and Committees
Angiotensin-neprilysin inhibition versus enalapril in heart failure
N Engl J Med 2014; 371:993-1004, September 11, 2014, DOI: 10.1056/NEJMoa1409077

Foto: gespag

Prim. Dr. Peter Dovjak

Rezensent:
Prim. Dr. Peter Dovjak
Leiter der Akutgeriatrie, Salzkammergutklinikum Gmunden

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