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Antihypertensiva am Abend? Jein!

Unkritischer Umgang mit Studien kann Patientenleben kosten

Das Konzept der Schlaflosigkeit. Hausschuhe und Wecker, Pille auf dem Boden. Draufsicht

Vor einiger Zeit hat eine spanische Studie Unsicherheit gesät: Sollen Hypertonie-Patienten ihre Blutdrucksenker lieber abends einnehmen?

In der Hygia-Studie wurde bei fast 20.000 Patienten die Effektivität einer abendlichen Einnahme mit der einer morgendlichen Einnahme von Blutdrucksenkern über sechs Jahre verglichen. Heraus kam ein deutlicher Vorteil der abendlichen Einnahme im Hinblick auf die Senkung des Blutdrucks und auf die Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse. Was davon zu halten ist, haben Prof. Dr. Joachim Schrader, Institut für Hypertonie- und Herz-Kreislauf-Forschung in Cloppenburg und Kollegen kürzlich diskutiert. Die sicherste Aussage zum optimalen Einnahmezeitpunkt liefert nach ihrer Ansicht die ambulante 24-h-Blutdruckmessung (ABDM), mit der sich auch das kardio- und zerebrovaskuläre Risiko am besten abschätzen lässt. ABDM-Messungen zeigen, dass der Druck bei den meisten Patienten mit unkomplizierter Hypertonie nachts um 10–20% abfällt („Dippers“).

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