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Burgenland

Premiere: Primärversorgungsnetzwerk startet auf Vereinsbasis

Das „GesundheitsNetzwerk Raabtal“ (GNR) ist das erste Primärversorgungsprojekt im Burgenland und gleichzeitig das erste Primärversorgungsnetzwerk (PVN) auf Basis eines Vereins in Österreich. (Medical Tribune 42/19)

Team steht hinter Vereinsvorstand (v.li.): Dr. B. & Dr. E. Eicher, Gesundheitskoordinatorin R. Ferschli, Dr. K. Schäfer, Dr. C. Gombotz.

Die Südburgenländer im letzten Zipfel an der Grenze zu Ungarn und Slowenien dürfen sich noch über eine weitere Österreich-Premiere freuen: Das Mitte Oktober gestartete GNR an den drei Standorten Minihof-Liebau, Mogersdorf und Neuhaus am Klausenbach (Bezirk Jennersdorf) hat sechs Tage und 70 Stunden offen, ein Rekord unter den bisherigen – je nach Quelle – 14 bis 17 PV-Einheiten. Vier Allgemeinmediziner mit Hausapotheken werden im Vollausbau mit 21 Mitarbeitern, einer Gesundheitskoordinatorin und neun Pflege-, Gesundheits- und Sozialberufen für etwa 6.000 Einwohner in sechs Gemeinden auf einer Distanz von 32 Kilometern interdisziplinär zusammenarbeiten.

„So ein Projekt zu etablieren braucht Mut und Durchhaltevermögen, vertrauensvolle Ärztekollegen und ein gut organisiertes und koordiniertes Team“, weiß Dr. Ernst Eicher, Gesundheitszentrum Lebensmittelpunkt in Minihof-Liebau. Gemeinsam mit seiner Frau Dr. Berenice Eicher sowie Dr. Claudia Gombotz, Gesundheitszentrum Mogersdorf, und Dr. Karl Schäfer, Neuhaus, initiierte er im Februar 2019 das vierjährige Pilotprojekt auf Basis eines Vereins, der das GNR nach außen vertritt. Dabei handle es sich um ein neues Terrain, beschreibt Eicher die größten Herausforderungen, sowohl bei der Vereinsgründung als auch der Integration von Gesundheitsberufen sowie der Gestaltung des PV-Auftrages und -vertrages: „Hier durften wir Pionierarbeit leisten und waren auf Unterstützung des Gründerservices des Bundesministeriums angewiesen.“

Konzept von Med Uni Graz

Das PV-Konzept für die engagierten Raabtaler Netzwerker hat das Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung (IAMEV), Medizinische Universität Graz, erstellt – initiiert von Eicher und in Auftrag gegeben von der BGKK. Weitere Projektpartner sind Ärztekammer und Land Burgenland. Finanziert wird das GNR in Infrastruktur und Personalangelegenheiten (Großteil der Gesundheitsberufe, Gesundheitskoordinatorin) über Anschub- und Fördermittel der BGKK. Ein weiterer Bereich ist laut Eicher die Gesundheitsförderung. Diese werde derzeit in Form des Projekts „fibbb!“ (Familien interdisziplinär beraten, begleiten und betreuen) aus Mitteln des Fonds Gesundes Österreich (FGÖ), der BGKK, dem Land Burgenland und den beteiligten Gemeinden realisiert. Eicher, der als „Projektvisionär“ gilt, denkt aber auch schon weiter: „Mein Ziel ist es, die interdisziplinäre Zusammenarbeit so zu gestalten, dass wir unser Gesundheitssystem in Wertschätzung der bisher aufgebauten Strukturen weiterentwickeln können und dadurch unseren Jungmedizinern ein Arbeitsumfeld, das Freude macht, zur Verfügung zu stellen.“
Mehr auf: www.gesundheitsnetzwerk-raabtal.at/

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