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Dr. Pichlbauer: Weltmeistertitel für Orthesen?

In Vorbereitung eines Vortrags fand ich heraus, dass es offenbar gesundheitsökonomischer Konsens ist, dass eine umfassende und integrierte Orthesen-Versorgung Gesundheit und Lebensqualität erhöhen bzw. erhalten und Behandlungskosten sparen kann. Als Orientierungswert, der in Schottland eruiert wurde, gilt, dass ein Euro, investiert in die richtige Orthese zur richtigen Zeit, vier Euro Behandlungskosten spart.

Das ist im Grunde nachvollziehbar. Denken wir an das diabetische Fußsyndrom. Da laufen Hunderttausende Diabetiker herum, die an einer Poly­neuropathie leiden. Ein Drittel bis die Hälfte hat bereits einen diabetischen Fuß. Tausende verlieren deswegen jedes Jahr Glieder oder Glied­maßen. Wenn Diabeteseinlagen und Bequemschuhe präventiv (!) zum Einsatz kommen, kann man viele dieser Amputationen und die Komplikationen vermeiden. In der Folge sinken bei steigender Lebensqualität die Kosten.

Also begann man in Großbritannien die orthetische Versorgung neu zu organisieren und verstärkt aus dem Selbstbehandlungsbereich in das öffentliche System zu holen, damit die richtigen Patienten zur richtigen Zeit die richtige Orthese erhalten. Im NHS werden aktuell etwa zwei Euro pro Einwohner für Orthesen ausgegeben. Das ist erstaunlich, denn wir sind hier viel großzügiger und geben mit 9,70 Euro fast fünf Mal so viel aus. Selbst wenn durch unterschiedliche Terminologie und eine schlechte Datenlage da wie dort dieser Vergleich nicht sauber sein dürfte, klar bleibt, dass wir sehr viel spendabler sind.

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