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Drogenmissbrauch ist im Wandel

GRAZ – Jugendliche nehmen immer weniger harte Drogen wie Kokain, Heroin und illegales Morphium. Auch die Zahl der Drogentoten ist in den letzten Jahren signifikant gesunken. Die größte Herausforderung für die Notfallmedizin ist derzeit die große Vielfalt neuer psychotroper Substanzen, über deren Wirkungen und Gefahren fast noch nichts bekannt ist.

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In der EU sind allein im letzten Jahr über 70 neue psychotrope Substanzen in den Umlauf gelangt – ein Herausforderug für die Notfallmedizin.

Die häufigste Ursache von Drogennotfällen ist die Überdosierung von Substanzen bei bestehendem Drogen- und Medikamentenmissbrauch. Dazu kommen Suizidversuche, Unfälle (z.B. Kinder schlucken Tabletten) und Komplikationen des Drogenkonsums, wie etwa der Entzug. Die Möglichkeit, dass Drogen im Spiel sind, sollte nicht nur dann in Betracht gezogen werden, wenn die Nadel noch in der Vene steckt oder Medikamentenschachteln auf dem Boden liegen. „Denken Sie generell bei jeder unklaren Situation vor Ort an eine Intoxikation mit Drogen oder anderen Substanzen“, rät Ass.-Prof. Dr. Andreas Lueger, Leiter der Notfallaufnahme (EBA) am LKH-Universitätsklinikum Graz.

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„Bei einem durch Intoxikation hervorgerufenen Herzkreislaufstillstand zahlt es sich aus, den Patienten auch länger zu reanimieren.“
Prof. Andreas Lueger

Dabei ist wichtig, dass die Beurteilung des Bewusstseins und der Pupillen keine wirkliche Prognoseeinschätzung ermöglichen. Viele Drogen, darunter auch Alkohol, bewirken eine massive Mydriasis. „Bei einem durch Intoxikation hervorgerufenen Herzkreislaufstillstand zahlt es sich aus, den Patienten auch länger zu reanimieren“, so die Erfahrung des Experten. Bewusstseinsgetrübte Patienten sollten in eine stabile Seitenlage gebracht werden, um die Gefahr einer Aspiration zu minimieren. Fehlende Schutzreflexe sind eine Indikation für eine Schutzintubation.

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