5. Juli 2023EAN 2023

Studie versucht Licht in den Gehirnnebel zu bringen

Eine britische Studie1 untersuchte Assoziationen zwischen dem subjektiv angegebenen Symptom „Brain Fog“ und diversen Komorbiditäten und Symptomen. Daraus ergibt sich ein besseres Bild eines bislang wenig verstandenen Zustands. Weitere Studien sollen in Zukunft ein Monitoring anhand objektiver Parameter möglich machen.

Geschäftsmann fährt mit dem Kopf in einer Wolke auf einem Elektroroller: Isolation, Ablenkung und mentales Nebelkonzept
cyano66/GettyImages

Unter den zahlreichen Symptomen, die von Personen angegeben werden, die sich nach einer Covid-19-Erkrankung nicht vollständig erholen, gehört auch „Brain Fog“, also Schwierigkeiten zu fokussieren oder sich zu konzentrieren – und das in einem Ausmaß, das es den Betroffenen oft schwierig macht, einer Konversation zu folgen. Der Nachteil dieser Begrifflichkeit liegt darin, dass sie einerseits neu ist und andererseits unscharf definiert. Eine nun im Rahmen des EAN-Kongresses 2023 vorgestellte britische Studie bringt etwas Licht in den Nebel. Es ist dies die erste große digitale Studie zu den Korrelaten des subjektiven Brain Fog. Ein Team am Imperial College London sammelte mithilfe von Mindstep, einer validierten Smartphone App für Gehirntraining und „Brain Health“, zwischen September und November 2022 Daten von mehr als 25.000 Usern. Mindstep bietet Unterstützung für unterschiedliche neurologische und mentale Probleme, darunter Brain Fog. Erhoben wurden die Assoziationen von 29 Variablen mit dem Zustand, den die Betroffenen selbst als Brain Fog wahrnehmen. Dabei kamen neben der univariaten Analyse auch Machine-Learning-Methoden zum Einsatz. Die untersuchten Variablen umfassten klinische Symptome, Komorbiditäten, Lebensstilfaktoren, funktionelle Defizite und kognitive Scores.

Starke Assoziationen von Brain Fog mit Covid-19 und Gehirnerschütterung

Von den Usern der digitalen Plattform gaben 7.280 (28,2%) an, unter Brain Fog zu leiden. Korrelationen mit anderen abgefragten Variablen zeigten signifikante Assoziationen von Brain Fog mit höherem Alter (35,7 vs. 32,8 Jahre; p<0,0001) und weiblichem Geschlecht (OR=1,2; p<0,001). Eine starke Assoziation wurde mit stattgehabter Covid-19-Infektion (OR=3,8) und Gehirnerschütterung (OR=2,4) gefunden. Weiters war Brain Fog signifikant mit Angst, Depression, schlechteren kognitiven Scores und höheren Migräne-Scores gefunden. Als wichtigste Symptome wurden Konzentrationsstörungen und Schwierigkeiten zu fokussieren (OR=3,4) sowie Probleme, Konversationen zu folgen (OR=2,2), angegeben. Personen mit Brain Fog bewegten sich weniger und gaben eine schlechtere Schlafqualität an.

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