25. Mai 2026Neue Wirkstoffe, neue Fragen

Aktuelle Entwicklungen in der MS-Therapie

Der Anti-CD-20-Antikörper Ublituximab, ein Natalizumab-Biosimilar und die aktuelle Situation rund um die Brutontyrosinkinase-Inhibitoren: Auf diese Themen konzentrierte sich Prof. Dr. Andrew Chan, Chefarzt der Klinik und Leiter des universitären ambulanten Neurozentrums, Inselspital – Universitätsspital Bern, in seinem Vortrag am Symposium MS State of the Art.

Microgliazellen (Multiple sklerose)
Artur/stock.adobe.com

Seit Ende Mai 2023 ist der Anti-CD20-Antikörper Ublituximab in der EU in der Indikation schubförmige Multiple Sklerose (RMS) mit aktiver Erkrankung zugelassen. Die CD-20-Antikörper unterscheiden sich in ihrer Sequenz (human/murin), in den Epitop­eigenschaften und vor allem in ihrer Funktionalität. So gibt es verschiedene Wege, um B-Zellen zu depletieren, erklärte Prof. Chan.

Ublituximab zeigt ein besonders hohes Potenzial für antikörperabhängige zelluläre Zytotoxizität (ADCC), vermittelt über Fcγ-Rezeptoren. Bei Ublituximab wurden Kohlenhydratstrukturen am Antikörper gezielt modifiziert (sog. Glykoengineering), um die Bindung an Fcγ-Rezeptoren zu verstärken. Dadurch kann der Antikörper sowohl an hochaffine als auch an niedrigaffine Rezeptorvarianten binden.

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Dieser Beitrag erschien auch im Printmagazin CliniCum neuropsy