21. Jän. 2026Deutsches Krebsforschungszentrum

Risikoadaptierte Strategie: Lungenkrebs-Screening bei Ex-Rauchern

Ein Team des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) hat eine risikoadaptierte Strategie für den Beginn des Lungenkrebs-Screenings bei ehemaligen starken Raucherinnen und Rauchern entwickelt.

Mann mit abgebrochener Zigarette
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Statt eines einheitlichen Startalters soll der Beginn der Früherkennung vom individuellen Risiko abhängen, das sich mit zunehmender Dauer des Rauchstopps verringert. Daraus ergeben sich empfohlene Startalter zwischen etwa 53 und 67 Jahren.

Lungenkrebs wird häufig erst spät entdeckt, wenn die Heilungschancen gering sind. Studien zeigen jedoch, dass eine Früherkennung mittels Niedrigdosis-Computertomographie (CT) Tumoren früher erkennen und die Sterblichkeit senken kann. Vor diesem Hintergrund beschloss der Gemeinsame Bundesausschuss 2025, das Screening für starke Raucherinnen und Raucher im Alter von 50 bis 75 Jahren als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung einzuführen, sofern sie aktuell rauchen oder vor weniger als zehn Jahren aufgehört haben.

Das DKFZ-Team um Hermann Brenner stellte diese starren Kriterien infrage. Ziel war es zu bestimmen, in welchem Alter ehemalige Raucher das gleiche Lungenkrebsrisiko erreichen wie aktuelle starke Raucher mit 50 Jahren. Grundlage der Analyse waren Daten der UK Biobank mit über 86.000 aktuellen und ehemaligen starken Rauchern. Während der Nachbeobachtung traten 2.109 Lungenkrebsfälle auf.

Die Forschenden berechneten eine sogenannte „Risikoverzögerungszeit“, also die Zeitspanne, um die sich das Erkrankungsrisiko durch einen Rauchstopp nach hinten verschiebt. Je länger der Rauchstopp zurücklag, desto größer war diese Verzögerung. Personen, die bis zu fünf Jahre zuvor aufgehört hatten, erreichten das Referenzrisiko etwa mit 53 Jahren, bei 6–10 Jahren Rauchstopp mit rund 56 Jahren. Auch Ex-Raucher mit längerem Rauchstopp (11–15 bzw. über 15 Jahre) erreichten das entsprechende Risiko erst mit etwa 60 bzw. 67 Jahren.

Die Ergebnisse sprechen dafür, sowohl einen zu frühen Screening-Start bei vielen Ex-Rauchern zu vermeiden als auch langjährig stark Rauchende nicht grundsätzlich von der Früherkennung auszuschließen. Ein risikoadaptierter Ansatz könnte unnötige Belastungen reduzieren und die Wirksamkeit sowie Verhältnismäßigkeit des Lungenkrebs-Screenings verbessern.

Deutsches Krebsforschungszentrum
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