1. Jän. 2026Diäten im Vergleich

Alternate-Day-Fasting senkt Blutdruck am effektivsten

Unterschiedliche Diäten beeinflussen den Blutdruck unterschiedlich stark. Das zeigt eine neue Studie. Besonders wirksam erwies sich das „Modified Alternate-Day-Fasting“, eine Form des Intervallfastens, bei dem Fastentage mit stark reduzierter Kalorienzufuhr und normale Ernährungstage abwechseln.

Intervallfasten, Mittagspause, Diät.
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Bluthochdruck gehört bekanntlich weltweit zu den Hauptursachen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und betrifft Schätzungen zufolge über eine Milliarde Menschen. Lebensstiländerungen sind eine bewährte erste Maßnahme gegen Hypertonie. Vor allem Gewichtsverlust hilft, da hoher Blutdruck eng mit Übergewicht und Adipositas zusammenhängt. Doch welche Ernährungsstrategie senkt den Blutdruck am effektivsten?

Fünf Diäten im Vergleich

Ein Team um Ana María Gómez-Pérez vom Virgen de la Victoria University Hospital in Málaga untersuchte diese Frage in einer Subanalyse einer randomisierten kontrollierten Studie. 96 adipöse Teilnehmer mit Adipositas (BMI 30–45 kg/m²) folgten drei Monate lang einer von fünf kalorienreduzierten Diäten mit ketogenem Potenzial:

  • Frühes Time-Restricted Eating (Essensfenster 8–16 Uhr)
  • Spätes Time-Restricted Eating (Essensfenster 14–22 Uhr)
  • Ketogene Diät
  • Modified Alternate-Day-Fasting (Wechsel von Normal- und Fastentagen mit 75% Kalorienreduktion)
  • Mediterrane Diät (Kontrollgruppe)

Alle Diäten zielten auf ein tägliches Energiedefizit von etwa 600 kcal. Zusätzlich erhielten die Teilnehmer ernährungsmedizinische Begleitung, Bewegungsempfehlungen, ein tägliches Ganzkörpertraining und das Ziel von 10.000 Schritten pro Tag. Primärer Endpunkt war die Veränderung des 24-Stunden-Blutdrucks.

Signifikante Wirkung nur beim Alternate-Day-Fasting

Alle Gruppen nahmen zwischen 8,7 und 11,5 kg ab – ohne signifikante Unterschiede. Auch bei BMI (–3,1 bis –4,3 kg/m²), Taillenumfang (–8,71 bis –12,5 cm) und Fettmasse (–5,9 bis –15,3 kg) erzielten die Teilnehmer ähnliche Ergebnisse. Ein moderater Verlust an Muskelmasse (–1,2 bis –3,1 kg) trat ebenfalls in allen Gruppen auf.

Beim Blutdruck zeigten sich jedoch Unterschiede. Nur das Alternate-Day-Fasting führte zu signifikanten Verbesserungen: Der systolische 24-Stunden-Wert sank im Durchschnitt um –11,6 mmHg, der diastolische um –7,1 mmHg. Die anderen Diäten beeinflussten den Blutdruck kaum, mit Ausnahme des späten Time-Restricted Eating, das moderate Verbesserungen beim mittleren arteriellen Druck bewirkte.

Gewichtsverlust allein erklärt den Effekt nicht

Warum führen alle Diäten zu ähnlichem Gewichts- und Fettverlust, beeinflussen den Blutdruck aber unterschiedlich? Die Autoren vermuten zusätzliche Mechanismen, die unabhängig vom Gewicht wirken.

Sie diskutieren etwa Veränderungen im Natriumhaushalt durch Fastentage, zirkadiane Effekte der Essenszeiten, verbesserte Insulinsensitivität und eine geringere systemische Entzündung. Einen direkten Einfluss von Ketonkörpern fanden sie nicht: Trotz leicht erhöhter Werte unter der ketogenen Diät blieb eine Blutdrucksenkung aus.