11. Apr. 2024Komplementärmedizin

OeGHO: Ketogene Ernährung bei Krebs?

Ist eine ketogene Diät bei einer bereits diagnostizierten Krebserkrankung im Sinne evidenzbasierter Medizin zu empfehlen? Die Antwort auf diese Frage lieferte Dr. Nicole Erickson vom Comprehensive Cancer Center, Ludwig-Maximilians-Universität, München, im Rahmen einer Session der OeGHO-Frühjahrstagung zu komplementärmedizinischen Behandlungen in der Onkologie. Eine Übersicht zur derzeitigen Studienlage.

Inhaltsverzeichnis
Gegrillte Hühnerbrust und frischer Gemüsesalat mit Spinatblättern, Avocado und Tomaten auf dunklem Hintergrund.
Юлия Ромашко/AdobeStock

Die ketogene Diät sieht eine stark reduzierte Zufuhr von Kohlenhydraten, eine erhöhte Fettzufuhr und moderate Mengen an Protein vor, wobei sich die einzelnen Formen in ihrer Striktheit gegenüber der Kohlenhydratzufuhr weiter unterscheiden. Was diese Ansätze vereint, ist die Tatsache, dass sie praktisch nur schwer umsetzbar sind. Erickson: „Bereits eine halbe Banane oder ein Medikament, das Zucker enthält, kann den Kohlenhydrat-Anteil für einen ganzen Tag decken. Mit einer Karotte pro Tag könnten Sie bereits aus der Ketose fallen.“

Klinische Indikation

Trotz ihrer Rigidität gibt es für diese Ernährungsform eine medizinische Indikation, etwa bei seltenen Defekten des zerebralen Energiestoffwechsels wie dem Glukosetransporter-Typ1(Glut1)-Defekt und dem Pyruvatdehydrogenase(PDH)-Mangel und ebenso als Zweitlinientherapie bei schwer behandelbarer Epilepsie im Kindes- und Jugendalter, wenn diese auf 2 oder mehr fachgerecht eingesetzte Antikonvulsiva nicht ansprechen. Dennoch brechen die meisten Patientinnen und Patienten, selbst diejenigen mit einer 75–100%igen Reduktion der Anfallshäufigkeit, die Diät schließlich aufgrund ihrer Restriktivität, Komplexität und den damit verbundenen sozialen Einschränkungen ab.

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