28. März 2024Im Gespräch

Peptide gegen seneszente Zellen

Altern und typische Alterserkrankungen wie Krebs, Grauer Star und Demenz sind der Forschungsschwerpunkt von Univ.-Prof. Dr. Tobias Madl. Mit seiner Berufung auf den Lehrstuhl für Medizinische Chemie setzt die Universität Graz einen klaren Schwerpunkt für die Zukunft. CliniCum onko traf den noch neuen Universitätsprofessor zum Gespräch.

Embryonic stem cell colony. Cellular therapy and Regeneration. Human skin cells.
nobeastsofierce/AdobeStock

CliniCum onko: Herr Prof. Madl, was fasziniert Sie aus chemischer Sicht am Alterungsprozess?

Tobias Madl: Wenn wir altern, dann verändert sich unser Stoffwechsel und Schäden an unserer DNA nehmen zu. Das bewirkt zum Beispiel, dass die Haut altert oder dass Organe ihre Funktion verlieren. Was uns in diesem Zusammenhang besonders interessiert, ist die zelluläre Seneszenz. Das heißt, die Zelle hat zwar einen irreparablen DNA-Schaden, stirbt aber nicht, sondern verbleibt im Gewebe. Das hat evolutionär gesehen einen Vorteil. Wenn man nicht alle Zellen killt, die einen Schaden haben, dann kann man schneller Körpermasse aufbauen. Der Nachteil ist jedoch, dass die Zellen verbleiben und auch entzündliche Signale an die Umgebung senden. Dadurch entstehen zum Beispiel Krebs, Arthritis oder neurodegenerative Erkrankungen. Wir beschäftigen uns in unserer Forschung damit, was dabei chemisch passiert und wie wir Zellen, die seneszent sind, mit Wirkstoffen aus dem Organismus eliminieren und damit die Regeneration ankurbeln oder Krankheiten bekämpfen oder verhindern können.

Was sind für Sie die wichtigsten Erkenntnisse aus Ihrer bisherigen Arbeit?

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Dieser Beitrag erschien auch im Printmagazin CliniCum onko