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Spenderblut: Kein M. Parkinson und Alzheimer

Das Risiko, durch eine Bluttransfusion Morbus Alzheimer oder Parkinson zu übertragen, ist laut einer schwedischen Studie mit knapp 1,5 Millionen Patienten nicht erhöht.

Eine in den Annals of Internal Medicine publizierte, retrospektive Kohortenstudie schwedischer Forscher mit den Daten von insgesamt 1.465.845 Patienten, die Spenderblut erhalten hatten, fand keine Evidenz, dass neurodegenerative Erkrankungen durch Bluttransfusionen übertragen werden.

Unter der Leitung von Gustaf Edgren vom Karolinska Institut in Stockholm wurden die Daten von mehr als 40.000 Patienten aus Schweden und Dänemark untersucht, die zwischen den Jahren 1968 und 2012 eine Bluttransfusion erhalten hatten und später mit einer Demenzerkrankung oder der Parkinsonschen Erkrankung diagnostiziert wurden. Die Daten dieser Patientengruppe wurden mit jenen von mehr als 1,4 Millionen Patienten verglichen, bei denen zwar eine degenerative Erkrankung des Gehirns festgestellt wurde, die jedoch nie Spenderblut erhalten hatten.

Die Auswertung ergab, dass die Angehörigen beider Gruppen die exakt gleiche Chance hatten, eine neurodegenerative Erkrankung zu entwickeln.

Der Geriater Irving Gomolin, welcher die schwedische Studie reviewed hat, erklärte in einer Aussendung, dass die Ergebnisse nahelegten, dass die Transmission von Morbus Alzheimer und Morbus Parkinson entweder biologisch nicht möglich sei oder zumindest äußerst selten vorkomme.

Gustaf Edgren, Henrik Hjalgrim, Klaus Rostgaard, Paul Lambert, Agneta Wikman, Rut Norda, Kjell-Einar Titlestad, Christian Erikstrup, Henrik Ullum, Mads Melbye, Michael P. Busch, Olof Nyrén
Transmission of Neurodegenerative Disorders Through Blood Transfusion: A Cohort Study
Annals of Internal Medicine, Published online 28 June 2016 doi:10.7326/M15-2421

Quelle: HealthDay

 

 

 

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