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Prävention

Der Sacher-Torten-Supergau

Angesichts der dramatischen Zunahme übergewichtiger Menschen weltweit fürchtet die Weltgesundheitsorganisation, dass Fettleibigkeit Rauchen als wichtigsten Krebsrisikofaktor bald ablösen wird. Am Wiener Institut für Krebsforschung untersucht man die zugrunde liegenden molekularen Mechanismen.

Übergewicht und Adipositas nehmen in Österreich dramatisch zu, weiß Univ.-Prof. Dr. Siegfried Knasmüller, Institut für Krebsforschung, MedUni Wien. „Zwischen 1976 und heute hat sich die Häufigkeit von Übergewicht versechsfacht, bei Kindern sogar verzehnfacht“, sagt er. „Und wir sind kein Einzelfall, sondern liegen damit im weltweiten Trend. Ein Trend, der sich sogar bei Haustieren manifestiert.“ Die Weltgesundheitsorganisation beobachtet diese Entwicklung mit Besorgnis, weiß man doch mittlerweile, dass Übergewicht nicht nur das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes, sondern auch für Krebserkrankungen erhöht. Jahrzehntelang hätte er sich mit der Frage nach mit Nahrung, Flüssigkeiten oder Atemluft aufgenommenen krebserregenden Substanzen beschäftigt. „Der falsche Ansatz“, sagt er aus heutiger Sicht. Obgleich es natürlich DNA-Schäden verursachende und damit krebserregende Bestandteile in der Nahrung gibt, würden die kaum in den für Krebsauslösung notwendigen Mengen aufgenommen. Die beim Grillen entstehenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe wären so ein Beispiel. Knasmüller: „Die Relation von Wirkung und Aufnahmemenge erlaubt eine Abschätzung des tatsächlichen Risikos von gentoxisch und kanzerogen wirkenden Substanzen. Die entsprechende Kenngröße ist der ‚margin of exposure‘-, abgekürzt MOE-Wert. Er ergibt sich aus der kleinsten Dosis, bei der eine geringfügige, aber messbare nachteilige Wirkung beobachtet wird, und der Höhe der Exposition gegenüber der betreffenden Substanz. Je höher der MOE-Wert, desto niedriger ist das potenzielle Gesundheitsrisiko, wobei man – ausgehend von Tierstudien – annimmt, dass ein MOE-Wert von über 10.000 wenig bedenklich ist.“

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