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Highlights

ESMO 2019: Die wichtigsten Take-Home Messages aus Barcelona

Von vielversprechend bis praxisverändernd: Das sind die Highlights unserer Interviewpartner am ESMO 2019.

Brustkrebs

  • Die MONALEESA 3-Studie zeigt, dass der CDK4/6-Inhibitor Ribociclib zusätzlich zu Fulvestrant bei postmenopausalen Patientinnen mit Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem Mammakarzinom das mediane Gesamtüberleben (OS) gegenüber endokriner Therapie alleine in der Erst- oder Zweitlinie verbessern kann (OS nicht erreicht vs. 40 Monate; HR 0,724; 95%-KI 0,568–0,924; p=0,00455; Slamon DJ et al. LBA7_PR).
  • Die MONARCH-2Studie zeigte eine Überlegenheit beim OS mit Abemaciclib/Fulvestrant gegenüber Fulvestrant-Monotherapie beim HR-positiven HER2-negativen fortgeschrittenen endokrin-resistenten Brustkrebs bei prä-, peri- und postmenopausalen Frauen (OS 46,7 vs. 37,3 Monate; HR 0,757; 95%-KI 0,606–0,945; p=0,0137; Sledge GW et al. LBA6_PR).
  • Eine Phase-III-Studie zeigte eine Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (PFS) beim fortgeschrittenen oder metastasierten HER2-negativen Brustkrebs und genomischen BRCA-Mutationen bei zusätzlicher Gabe des PARP1/2-Inhibitors Veliparib im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie (14,5 vs. 12,6 Monate; HR 0,71; 95%-KI 0,57–0,88; p=0,002; Dieras V et al. #LBA9).
  • Die randomisierte Phase-II-Studie monacHER zeigte einen Benefit im PFS bei Patientinnen mit HR-positivem, HER2-positivem Mammakarzinom bei einer Behandlung mit Abemaciclib mit Fulvestrant verglichen mit Trastuzumab und einer Standardchemotherapie (Tolaney SM et al. LBA23_PR).
  • Daten aus der KEYNOTE-522-Studie zeigen: Pembrolizumab zusätzlich zur neoadjuvanten und adjuvanten Chemotherapie beim frühen triple-negativen Mammakarzinom erhöht die Chance auf eine pathologische Komplettremission (51,2 vs. 64,8%; p=0,00055). Auch PD-L1-negative Patientinnen profitierten (Schmid P et al. LBA8_PR).
  • Die Studie KEYNOTE 119 zeigte bei vorbehandelten Patientinnen mit triple-negativem, metastasiertem Brustkrebs, dass die Monotherapie mit Pembrolizumab verglichen zur Chemotherapie insgesamt keinen Vorteil im Gesamtüberleben brachte, ein Trend wurde zugunsten von Pembrolizumab in der PD-L1-positiven Population gesehen (Cortés J et al. #LBA21).
Interview

OA Dr. Christoph Suppan,
Med Uni Graz

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KEYNOTE-522-Studie

Daten zeigen: Pembrolizumab als Begleittherapie beim frühen triple-negativen Mammakarzinom erhöht die Chance auf eine pathologische Komplettremission.

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Gynäkologische Tumore

  • Die PRIMA-Studie zeigte einen PFS-Vorteil durch die Zugabe von Niraparib zur Erstlinien-Chemotherapie beim fortgeschrittenen platinsensitiven Ovarialkarzinom in der Gesamtpopulation (PFS 13,8 vs. 8,2 Monate, HR 0,62; 95%-KI 0,5–0,75;  p<0,0001) sowie noch deutlicher in der HRD-positiven Subpopulation (21,9 vs. 10,4 Monate; HR 0,43; 95%-KI: 0,31–0,59; p<0,0001; González Martín A et al. #LBA1)
  • Auch die PAOLA-1/ENGOT-ov25-Studie zeigt einen Benefit mit einem PARP-Inhibitor, bei Patientinnen mit Ovarialkarzinom mit und ohne BRCA-Mutationen, durch Intensivierung der Bevacizumab-Erhaltungstherapie in der Erstlinie mit Olaparib, mit einem PFS von 22,1 vs. 16,6 (HR 0,59; 95%-KI: 0,49–0,72; p<0,0001, Ray-Coquard I et al. #LBA2_PR).
  • Die VELIA-Studie zeigte, dass eine Zugabe des PARP-Inhibitors Veliparib zur Erstlinienchemo- und Erhaltungstherapie bei Patientinnen mit hochgradig serösen Karzinomen des Ovars, Eileiters oder peritonealen Primums eine Verbesserung des PFS erzielte (Coleman R et al. #LBA3).
  • In einem Update der Phase-II-Studie MEDIOLA zeigte sich, dass ca. 80 Prozent der Patientinnen mit platinsensitiven rezidivierten Ovarialkarzinomen mit BRCA-Mutationen auf die Kombi Olaparib und Durvalumab ansprachen (Drew Y et al. #1190PD).
  • In einer Phase-Ib/II-Studie sprachen etwa 40 Prozent der Patientinnen mit rezidivierten Endometriumkarzinomen mit und ohne Mikrosatelliteninstabilität auf die Kombi Lenvatinib und Pembrolizumab an (Makker V et al. #994O).
Interview

Univ.-Prof. Dr. Christian Marth,
Leiter der Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Innsbruck

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PAOLA-1/ENGOT-ov25-Studie

Erste Ergebnisse zeigen einen PFS-Benefit durch Intensivierung der Bevacizumab-Erhaltungstherapie mit Olaparib bei Patientinnen mit und ohne BRCA-Mutationen.

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Kolorektalkarzinom

  • In der FoxTROT-Studie verbesserte eine neoadjuvante Chemotherapie bei Patienten mit Kolonkarzinomen im Stadium III oder IV zwar die R0-Resektionsrate, nicht aber das rezidiv- und rest-krankheitsfreie Überleben. Eine Subgruppe an Patienten mit KRAS-Mutationen, die neoadjuvant Panitumumab erhielten, hatte keinen Benefit (Morton D et al #523O).
  • Die Phase-III-Studie IDEA-FRANCE zeigte, dass residuale zirkulierende Tumor-DNA bei Patienten nach Resektion eines Kolonkarzinoms im Stadium II oder III ein Prädiktor für die optimale adjuvante Therapiedauer mit entweder drei oder sechs Monaten FOLFOX-Behandlung ist (Taieb J et al. #LBA30_PR).
  • Eine Studie zeigte, dass die zirkulierende Tumor-DNA eine minimale Resterkrankung bei Patienten mit lokalisierten Kolorektalkarzinomen detektiert und Patienten mit hohem Rezidivrisiko unabhängig vom Krankheitsstadium, Fehlen einer CDX2-Expression und dem CMS-Subtyp identifizieren kann (Tarazona Llavero N et al. #522O).
  • Eine Studie zu RAS-mutierten nicht-resektablen kolorektalen Lebermetastasen bestätigt die ESMO-Guidelines: Bevacizumab plus Chemotherapie ist der alleinigen Chemotherapie in der Erstlinie in R0-Resektionsraten, ORR und OS überlegen (Xu J et al. #LBA31).
  • Die Phase-II-Studien TRIUMPH und MOUNTAINEER zeigten gute Ansprechraten durch die Kombination aus Trastuzumab mit einem zweiten EGFR-Inhibitor wie Pertuzumab (TRIUMPH) oder Tucatinib (MOUNTAINEER) bei vorbehandelten Patienten mit Kolorektalkarzinomen mit HER2-Amplifikationen und RASwt im Stadium IV (TRIUMPH: Nakamura Y et al. #526PD, MOUNTAINEER: Strickler JH et al. #527PD).
Interview

OÄ Dr. Angela Djanani,
Med Uni Innsbruck,
Leiterin der Arbeitsgruppe Gastrointestinale Onkologie der ÖGGH

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Interview

Assoz.-Prof. PD Dr. Gerald Prager,
Universitätsklinik für Innere Medizin I, MedUni Wien

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Kopf-Hals-Tumore

  • Eine chinesische Phase-III-Studie zeigte verbessertes OS, PFS und Ansprechen bei primär metastasierten Patienten mit Nasopharynx-Karzinomen mit einer lokoregionalen Radiotherapie zusätzlich zur Chemotherapie bestehend aus 5-FU und Cisplatin (Chen M et al. #1108O).
  • In der ELAN-FIT/-UNFIT-Studie wurden Patienten ≥70 Jahre mit rezidivierenden oder metastasierten Kopf-Hals-Karzinomen (HNSCC) mittels geriatrischer Evaluation nach dem ELAN-Protokoll in fitte und unfitte Patienten unterteilt. Fitte Patienten erhielten eine Chemotherapie nach dem EXTREME-Schema mit Carboplatin, welche einen mindestens ebenso großen Benefit bei OS und ORR hatten wie in der ITT-Population der EXTREME-Studie. Unfitte Patienten erhielten entweder Cetuximab oder Methotrexat – dieser Studienarm wurde vorzeitig aufgrund von besonders schlechtem OS und ORR abgebrochen (Juigay J et al. #1110O).
  • Eine Phase-II-GORTEC-Studie untersuchte den proapoptotischen XIAP-Inhibitor Debio 1143 in Kombination mit hochdosierter Cisplatin-Radiochemotherapie gegenüber alleiniger Radiochemotherapie bei HNSCC-Patienten im Hochrisiko-Setting und Nikotin- oder Alkoholabusus und führte zu erfreulichen lokoregionalen Kontrollraten und keinen zusätzlichen Toxizitäten (Bourhis J et al. #LBA65).
  • In einem EORTC-Umbrella-Trial der Phase II, UPSTREAM, wurde der Immunmodulator Monalizumab bei Patienten mit rezidivierendem oder metastasierendem HNSCC als Monotherapie geprüft und keinerlei Ansprechen sowie ein enttäuschendes PFS festgestellt – trotz in vorherigen Studien festgestellter Effektivität bei Kopf-Hals-Tumoren von Monalizumab in Kombination mit Cetuximab (Galot R et al. #1109O).
Interview

Assoz.-Prof. PD Dr. Thorsten Füreder,
Universitätsklinik für Innere Medizin, Wien

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Leberzellkarzinom

  • Die CheckMate-459-Studie verglich Nivolumab mit Sorafenib in der Erstlinie beim fortgeschrittenen hepatozellulären Karzinom (HCC) und verfehlte ihren primären Endpunkt OS (Nivolumab vs. Sorafenib: 16,4 vs. 14,7 Monate [HR 0,85; 95%-KI 0,72–1,02; p=0,0752], Yau T et al. #LBA38_PR)
CheckMate-459-Studie

Nivolumab als Erstlinientherapie beim fortgeschrittenen HCC zeigte im Vergleich zur Standardbehandlung mit Sorafenib einen Trend zu klinisch bedeutsamen Verbesserungen der Überlebens- und Ansprechraten sowie ein günstigeres Sicherheitsprofil.

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Lungenkrebs

  • Im Update der CheckMate 227-Studie verbesserte die chemo-freie Erstlinientherapie mit Nivolumab und Ipilimumab bei Patienten mit metastasiertem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) das OS im Vergleich zur Chemotherapie (17,1 vs. 14,9 Monate; HR 0,79; 97,72%-KI 0,65–0,96; p=0,007) sowie PFS und ORR (Peters S et al. #LBA4_PR).
  • In der finalen Analyse der FLAURA-Studie verbesserte Osimertinib in der Erstlinie das mediane OS im Vergleich zu Gefitinib oder Erlotinib bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC mit EGFR-Mutationen signifikant (38,6 vs. 31,8 Monate; HR 0,799; p=0,0462; Ramalingam SS et al. #LBA5_PR).
  • Die IMpower-110-Studie zeigte die Überlegenheit einer Monotherapie mit Atezolizumab gegenüber einer Platin-Zweifach-Chemotherapie in der Erstlinie bei Patienten mit metastasiertem NSCLC mit hoher PD-L1-Expression, mit einem OS von 20,2 vs. 13,1 Monaten (HR 0,595; 95%-KI: 0,390–0,890; p=0,0106). ( Spigel D et al. #LBA78)
  • Die BFAST-Studie zeigt, dass mittels Liquid Biopsy unter NSCLC-Patienten jene mit ALK-Rearrangement identifiziert werden konnten – eine anschließende Behandlung dieser Patientengruppe mit Alectinib erreichte Resultate, die sich mit denen aus den Zulassungsstudien vergleichen ließen (Gadgeel S et al. #LBA81_PR).
  • Die erste randomisierte Studie zur Wirksamkeit von Immuntherapien beim malignen Pleura-Mesotheliom, PROMISE-meso, zeigte keinerlei Überlegenheit in den Endpunkten PFS und OS von Pembrolizumab gegenüber Chemotherapie bei Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung in der Zweitlinie (Popat S et al. #LBA91_PR).
  • Die NICOLAS-Studie zeigte, dass die konkomitante Immuntherapie und Radiotherapie beim frühen NSCLC sicher ist und ermutigende PFS- und OS-Resultate brachte (Peters S et al. #1457PD).
Interview

OA Dr. Georg Pall,
Universitätsklinik für Innere Medizin V, Innsbruck

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Interview

OA Dr. Georg Pall,
Universitätsklinik für Innere Medizin V, Innsbruck

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Breakfast Brief

Prof. Solange Peters, MD, PhD, CHUV Lausanne, about the OS update of the FLAURA trial and disappointing news for immunotherapy in mesothelioma with the PROMISE-meso trial.

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Magenkarzinom und Karzinome des gastroösophagealen Überganges

  • Ein Update der ANGEL-Studie zeigte, dass Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Magenkarzinom und zwei oder mehr vorangegangenen Therapielinien vom VEGFR2-Inhibitor Apatinib gegenüber best supportive care und Placebo profitierten (PFS 2,83 vs. 1,77 Monate; HR 0,57; 95%-KI 0,46–0,79; p<0,0001; Kang YK et al. #LBA43).
  • Die ATTRACTION-3-Studie zeigte, dass Patienten mit Plattenepithelkarzinomen des Ösophagus, die mit Fluorpyrimidin- oder platinhaltiger Chemotherapie vorbehandelt waren, von einer Therapie mit Nivolumab gegenüber einer Standardchemotherapie mit einem verlängerten OS profitierten (10,9 vs. 8,4 Monate; HR 0,77; 95%-KI 0,62–0,96; p=0,02), während sich in den sekundären Endpunkten PFS und ORR keine Überlegenheit zeigte. Der OS-Vorteil bestand dabei im Gegensatz zur KEYNOTE-181-Studie unabhängig vom PD-L1-Status. Die Studienpopulation bestand vor allem aus asiatischen Patienten, nur vier Prozent waren Kaukasier (Byoung CC et al. #LBA11).
  • Die PRODIGY-Studie zeigte bei asiatischen Patienten mit fortgeschrittenem Adenokarzinom des Magens im Stadium III, dass die neoadjuvante Chemotherapie mit Docetaxel, Oxaliplatin und S-1 (DOS) ein Downstaging und verbesserte PFS-Raten bringt (Kang YK et al #LBA41).
  • Die RESOLVE-Studie zeigte, ebenfalls bei asiatischen Patienten mit fortgeschrittenen Magenkarzinomen, einen Benefit einer perioperativen Chemotherapie mit Oxaliplatin und S-1 (SOX) gegenüber einer post-operativen Therapie mit Oxaliplatin und Capecitabin (XELOX; Ji J et al. #LBA42).
  • In einem Update der dreiarmigen Studie KEYNOTE-062 (Pembrolizumab vs. Pembrolizumab plus Chemotherapie vs. Chemotherapie) war Pembrolizumab der Chemotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenen Adenokarzinomen des Magens bzw. des gastroösophagealen Überganges in der Erstlinie beim OS nicht unterlegen, zeigte aber ein besseres Sicherheitsprofil. Patienten mit Mikrosatelliteninstabilität erzielten zudem ein verbessertes OS gegenüber der Chemotherapie (nicht erreicht vs. 8,5 Monate; HR 0,29; 95%-KI 0,11–0,81, Shitara K et al. #LBA44)
  • In einem weiteren KEYNOTE-062-Update wurde gezeigt, dass es bei Patienten mit einem Combined Positive Score ≥1 für die PD-L1-Expression keinen Unterschied in der mittels EORTC QLQ-C30 und EORTC QLQ-STO22 ermittelten gesundheitsbezogenen Lebensqualität zwischen Pembrolizumab und Chemotherapie gab (Van Cutsem E et al. #LBA45).
  • In der KEYNOTE-181-Studie profitierten chinesische Patienten sowohl mit Adeno- als auch mit Plattenepithelkarzinomen des Ösophagus von Pembrolizumab in der Zweitlinie gegenüber dem Standard of Care (OS 8,4 vs. 5,6 Monate; HR 0,55; 95%-KI 0,36–0,82; Chen J et al. #760P)
  • In einer Phase-II-Studie erzielte eine kombinierte Immun- und Antikörpertherapie mit Pembrolizumab und Trastuzumab, gefolgt von Chemotherapie, überraschend hohe Ansprechraten beim HER2-positiven metastasierten gastroösophagealen Adenokarzinom in der Erstlinie (Janjigian Y et al. #817P).
Interview

Priv.-Doz. Dr. Aysegül Ilhan-Mutlu,
Universitätsklinik für Innere Medizin I, Wien

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Interview

Ass.-Prof. Priv.-Doz. Dr. Gerald Prager,
Universitätsklinik für Innere Medizin I, MedUni Wien

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Melanom

  • Die Zweijahres-Analyse einer Phase-II-Studie zeigte, dass die neoadjuvante Behandlung mit Talimogen laherparepvec (T-VEC) bei Patienten mit resektablen Melanomen im Stadium IIIB bis IVM1a ermutigende Verbesserungen beim rezidivfreien Überleben brachte (Dummer R et al. #LBA66)
  • Die IMMUNED-Studie konnte zeigen, dass die Kombination Ipilimumab/Nivolumab der Nivolumab-Monotherapie im adjuvanten Setting bei Patienten mit Melanomen im Stadium IV ohne Evidence of Disease überlegen ist (Schadendorf D et al. #LBA67).
  • Das Dreijahres-Follow-Up der CheckMate-238Studie kam zum Ergebnis, dass Nivolumab im adjuvanten Setting beim resezierten Melanom im Stadium III oder IV überlegene Aktivität verglichen mit 10mg/kg Ipilimumab aufweist (Weber J et al. #1310O).
  • Das Fünfjahres-Follow-Up der CheckMate-067Studie zeigte, dass bei nicht resektablen Melanomen im Stadium IV 53 Prozent der Patienten, die mit Ipilimumab und Nivolumab behandelt wurden, nach fünf Jahren noch leben, die meisten ohne Resterkrankung (Larkin JMG et al. LBA68_PR).
  • Ein Update der ABC-Studie zeigt, dass Patienten mit symptomatischen Hirnmetastasen ein verbessertes rezidivfreies Überleben mit der Nivolumab/Ipilimumab-Kombination verglichen mit einer Nivolumab-Monotherapie erreichen (Long G et al. #1311O).
  • Die IMspire170-Studie ergab, dass die Kombination aus Cobimetinib und Atezolizumab keinen Vorteil gegenüber Pembrolizumab in der Erstlinie bei Patienten mit fortgeschrittenen BRAFV600wt-Melanomen hatte (Arance A et al. #LBA69).
Scientific knowledge exchange

Prof. Reinhard Dummer, MD, University Hospital Zurich, and Prof. Olivier Michielin, MD, PhD, CHUV Lausanne, discuss the current advances and challenges in melanoma treatment with a focus on immunotherapy.

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Nierenzellkarzinom

  • In der SORCE-Studie konnte kein Vorteil einer adjuvanten Therapie mit Sorafenib bei Patienten mit Nierenzellkarzinom (RCC) mit hohem oder intermediärem Rückfallrisiko festgestellt werden (Eisen TQ et al. #LBA56).
  • Die Phase-II-Studie ENTRATA zeigte vielversprechende PFS-Daten durch die Zugabe des Glutaminase-Inhibitors Telaglenastat zu Everolimus bei Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem RCC, die bereits zwei oder mehrere Vortherapien erhalten hatten (Lee CH et al. #LBA54).
  • Die TITAN-RCC-Studie kam zum Ergebnis, dass bei Patienten mit fortgeschrittenem RCC in der Erstlinien- oder in der Zweitlinientherapie nach einem TKI ein gezielter Boost mit Ipilimumab bei Patienten ohne Ansprechen oder mit stable disease nach Nivolumab-Gabe das ORR der Immuntherapie um ca. zehn Prozent steigern konnte (Grimm MO et al. #LBA57).
  • Eine Phase-I/II-Studie zeigte ein ermutigendes PFS beim fortgeschrittenen RCC mit dem oralen Chemokinrezeptor(CXCR4)-Inhibitor X4P-001 in Kombination mit Axitinib (McDermott DF et al. #1186PD).
  • Die Zwischenanalyse einer Phase-II-Studie zeigte, dass der Multikinase-Inhibitor Lenvatinib in Kombination mit Pembrolizumab das PFS bei Patienten mit metastasiertem klarzelligen RCC nach Therapieversagen auf einen PD-1/PD-L1-Checkpoint-Inhibitor verbesserte (Lee CH et al. #1187PD).
Interview

OÄ Dr. Ursula Vogl,
Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien

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Prostatakarzinom

  • Die kollaborative Metaanalyse ARTISTIC fand keinen Hinweis dafür, dass eine adjuvante Radiotherapie verglichen mit einer Salvage-Therapie das ereignisfreie Überleben bei Patienten mit lokalisiertem Prostatakarzinom verbesserte. ARTISTIC wurde anhand von Daten der ebenfalls am ESMO präsentierten RADICALS-RT-Studie sowie Daten aus zwei ähnlichen Studien durchgeführt (Vale CL et al. #LBA48_PR).
  • Die bislang größte Studie zur adjuvanten Radiotherapie nach radikaler Prostatektomie, RADICALS-RT, zeigte, dass diese Behandlung von Patienten mit lokalisiertem Prostatakarzinom keinen Vorteil in Rezidivrate und PFS gegenüber einer frühen Salvage-Bestrahlung bot und mit einem größeren Risiko für Nebenwirkungen einherging (Parker C et al. #LBA49_PR).
  • Die PROfound-Studie ergab, dass Olaparib den Krankheitsprogress bei stark vorbehandelten Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC) und fehlerhaften DNA-Reparaturmechanismen um etwa vier Monate im Vergleich zu einer Hormontherapie mit Enzalutamid oder Abirateron verzögerte. Frühe Daten zeigen auch eine Verlängerung des OS um über drei Monate (Hussain M et al. #LBA12_PR).
  • Die CARD-Studie zeigte, dass Patienten mit mCRPC, die bereits Docetaxel oder eine Hormontherapie mit Enzalutamid oder Abirateron erhalten hatten, in der Drittlinie mehr von Cabazitaxel profitierten als von dem alternativen Hormontherapie-Wirkstoff (De Wit R et al. #LBA13).
Interview

Richard Cathomas, MD,
Kantonsspital Graubünden

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RADICALS-RT-Studie

Am ESMO präsentierte aktuelle Daten zweier Studien zeigen deutlich, dass der klinische Nutzen einer adjuvanten Radiotherapie das Risiko potenzieller Nebenwirkungen nicht überwiegt.

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Interview

Ing. Dr. Birgit Flechl, PhD,
MedAustron Wiener Neustadt

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PROfound-Studie

Zu diesen Ergebnissen kam die im Presidential Symposium III des ESMO-Kongresses 2019 präsentierte PROfound-Studie.

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Urothelkarzinome

  • Die IMvigor130-Studie zeigte, dass die Erstlinientherapie mit Atezolizumab und Chemotherapie einer alleinigen Chemotherapie beim lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Blasenkarzinom überlegen ist (PFS 8,2 vs. 6,3 Monate; HR 0,82; p=0,007), die OS-Daten sind allerdings noch unreif (Grande E et al. #LBA14_PR).
  • Ein Update der KEYNOTE-57-Studie zeigte vielversprechende Komplettansprechraten mit Pembrolizumab bei BCG-unresponsiven Patienten mit nicht metastasiertem Urothelkarzinom, die keine radikale Zystektomie erhalten konnten oder wollten: Ca. 40 Prozent der Patienten kann man so eine radikale Zystektomie ersparen (de Wit R et al. #916P).
  • In der Phase-Ib-Studie NABUCCO konnte gezeigt werden, dass Patienten mit nicht muskelinvasivem lokoregional fortgeschrittenem Urothelkarzinom von der Kombi Nivolumab (3mg/kg)/Ipilimumab (1mg/kg) im neoadjuvanten Setting mit hohen Ansprechraten profitierten (Van der Heijden MS et al. #904PD).
  • Die Phase-II-Studie EV-103 zeigte eine hohe Komplett-, Gesamtansprech- und Krankheitskontrollrate mit Enfortumab Vedotin in Kombination mit Pembrolizumab in der Erstlinie beim lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinom (Hoimes CJ et al. #901O).
  • In der Phase-II-Studie TROPHY-U-01 erzielte das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Sacituzumab Govitecan bei stark vorbehandelten Patienten mit metastasiertem Urothelkarzinom in Zweit- oder Drittlinie nach einer Platin-basierten Chemotherapie oder einem Checkpoint-Inhibitor gute Resultate. Auffällig war jedoch eine sehr hohe Nebenwirkungsrate mit nicht handhabbaren Neutropenien der Grade 3 und 4 (Tagawa S et al. #LBA55).
  • In der BISCAY-Studie wurde ein maßgeschneidertes Therapiekonzept auf ein kleines Patientenkollektiv mit metastasierten Urothelkarzinomen angewandt, in dem diese biomarkerunterstützt mit gezielten Therapien in Kombination mit Durvalumab behandelt wurden. Die Resultate waren allerdings eher enttäuschend, aufgrund der kleinen Kohorten und der mangelnden Randomisierung lassen sich wenige Schlüsse ziehen: Es fehlt derzeit noch Wissen über additive oder synergistische Effekte und Nebenwirkungen (Powles T et al. #902O).
Interview

Univ.-Prof. Dr. Shahrokh Shariat,
Universitätsklinik für Urologie, Wien

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IMvigor130-Studie

Das zeigten die Ergebnisse der im Presidential Symposium III des ESMO-Kongresses 2019 vorgestellten IMvigor130-Studie.

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Interview

Richard Cathomas, MD,
Kantonsspital Graubünden

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ZNS-Tumore

  • Eine Phase-0-Studie bei Meningiomen zeigte, dass der CDK4/6-Inhibitor Ribociclib die Blut-Tumor-Schranke passiert, die Expression von Proteinen im Signalweg im Tumor ändert und ein vielversprechendes Ansprechen bei vier von acht Patienten hatte (Sanai N et al. #392O).
  • Eine Studie bei Hypermutation-Glioblastomen zeigte, dass auch Patienten, die eine erhöhte Inflammation im Tumor haben, nicht auf eine Immuntherapie ansprechen (Kamiya-Matsuoka C et al. #393O).
  • Zwei österreichische Studien kamen zum Schluss, dass eine erhöhte systemische Inflammation bzw. erhöhte Werte von Serum-löslichem PD-L1 im Blut von Gliompatienten mit schlechterem Überleben korreliert waren (Mair M et al. #395PD, Mir Seyed Nazari P et al. #399PD).
Interview

Ass.-Prof. PD. Dr. Anna Berghoff,
Leiterin Translational Research Unit,
Klinische Abteilung für Onkologie, Universitätsklinik für Innere Medizin I, Wien

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Gesundheitsökonomie

  • Eine französische Studie zeigte, dass fast die Hälfte der zwischen 2004 und 2017 für die Behandlung solider Tumore in Europa neu zugelassenen Arzneimittel auf der von der ESMO festgelegten Skala zur Einschätzung des klinischen Nutzens (ESMO Magnitude of Clinical Benefit Scale; ESMO-MCBS) einen nur geringen Mehrwert verglichen mit der Standardtherapie aufwies. Auf der von der französischen Arzneimittelregulierungsbehörde eingesetzten ASMR-Skala (Added Therapeutic Benefit Ranking Scale) waren es sogar über zwei Drittel. Im Durchschnitt kosteten neue Arzneimittel monatlich um 2.525 Euro mehr als die verglichene Standardtherapie (Marino P et al. #1629O_PR).
  • Teurer heißt nicht automatisch besser: Eine Studie fand keinen Zusammenhang zwischen den Kosten und dem klinischen Nutzen von Arzneimitteln, die von 2009 bis 2017 in vier europäischen Ländern und in den USA zur Behandlung von soliden Tumoren bei Erwachsenen zugelassen wurden. Dieser wurde mittels ESMO-MCBS und der amerikanischen Skala ASCO-VF (American Society of Clinical Oncology Value Framework) bewertet (Vokinger K et al. #1631PD_PR).
Late-breaking abstracts

In zwei Studien wurde der Zusammenhang zwischen klinischem Nutzen und Preisgestaltung in Europa und den USA geprüft. Dies sind die Ergebnisse.

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Quelle: ESMO Congress 2019

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