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Ex-Raucher: kardiovaskuläres Risiko bleibt lange erhöht

Wer über 20 Packungsjahre auf dem Buckel hat, muss noch zehn bis 15 Jahre nach dem Rauchstopp vermehrt mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen rechnen.

Ab welchem Zeitpunkt das Risiko für Myokardinfarkt, zerebralen Insult und Herzinsuffizienz bei Ex-Rauchern wieder auf das Niveau eines Nichtrauchers sinkt, war bisher nicht ganz klar. Bei manchen Herz-Kreislauf-Risikorechnern fehlt die Zeitkomponente des Rauchstopps sogar ganz.

Das soll durch neue Ergebnisse aus der Framingham Heart Study klarer werden, zumindest bei ehemaligen Starkrauchern mit über 20 Packungsjahren. Die retrospektive Auswertung von 8.770 Teilnehmern ergab, dass die vormals schwer Qualmenden zwar wie erwartet nach fünf Jahren schon ein deutlich reduziertes Herz-Kreislauf-Risiko aufweisen. Verglichen mit Personen, die niemals geraucht haben, blieben Herz-Kreislauf-Morbidität und -Mortalität jedoch noch bis zu 15 Jahre signifikant erhöht.

Überblicken konnten die Autoren die beachtliche Beobachtungszeit von median 26,4 Jahren – eine Zeit, an die andere große Gesundheitsstudien zu diesem Thema nicht herankommen, betonen die Kollegen. Damit dürfte die bisherige Annahme widerlegt sein, Raucher hätten bereits fünf Jahre nach dem Quittieren wieder ein Herz-Kreislauf-Risiko wie ein immer abstinenter Mensch. Zumindest die starken Ex-Raucher müssen sich also gedulden.

Referenz:

Duncan MS et al., JAMA 2019; 322: 642–650

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