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Frühe Menarche durch zuckerhältige Drinks

Mädchen, die regelmäßig zuckerhältige Getränke konsumieren, bekommen in der Regel ihre erste Periode früher als jene, die auf Softrinks weitgehend verzichten.

Foto: BilderBox.com

Frühe Periode durch Zuckerdrinks?

Seit Jahren rätseln Forscher, weshalb Mädchen in industrialisierten Ländern immer früher in die Pubertät kommen. Neben etlichen anderen Anhaltspunkten gibt es nun neue Erkenntnisse, die womöglich damit in Zusammenhang stehen könnten.

Eine wissenschaftliche Arbeit, die am 28. Jänner im Fachmagazin Human Reproduction veröffentlicht wurde, hat ergeben, dass gezuckerte Getränke zurm Einsetzen einer frühen Menarche beitragen könnten. Als Forscher die Daten von 5.583 Mädchen (Teilgruppe der Growing up Today Study) im Alter von 9 bis 14 Jahren im Zeitraum 1996 bis 2001 hinsichtlich einer Beziehung zwischen mit Zucker gesüßten Getränken und dem Alter, in dem die Mädchen ihre erste Periode bekamen, analysierten, fanden sie heraus, dass jene Mädchen, die täglich mehr als 1,5 Portionen zuckerhaltige Getränke zu sich nahmen, ihre erste Periode 2,7 Monate früher bekamen als Mädchen, die pro Woche zwei oder weniger Drinks konsumierten. Dieser Effekt trat unabhängig vom Body-Mass-Index, der Körperlänge, der Gesamtnahrungsaufnahme und anderen Lifestyle-Faktoren wie körperlicher Aktivität auf.

Die Wissenschaftler haben für den Zusammenhang folgende Erklärung: Getränke mit Zuckerzusatz haben einen höheren glykämischen Index als natürlich gesüßte Getränke wie Fruchtsäfte. Hoch glykämische Lebensmittel führen zu einem raschen Anstieg der Insulinkonzentrationen im Körper. Höhere Insulinkonzentrationen wiederum können zu einer höheren Konzentration von Sexualhormonen führen.

Menarche und Brustkrebs

Da laut den Studienautoren um Karin Michels von der Harvard Medical School in Boston, USA, der Rückgang des Menarchealters um ein Jahr das Risiko für die Entwicklung eines Mammakarzinoms um geschätzte 5 Prozent erhöhen könne, gehen die Forscher davon aus, dass eine Einschränkung des Konsums zuckerhältiger Getränke zu einem geringen Teil das Brustkresbrisiko reduzieren könnte.

Experten übten Kritik an der Methodik der Studie. Die Daten der Mädchen (Körpermaße und Trinkgewohnheiten) seien nämlich nicht von den Forschern gemessen, sondern von den Kindern oder deren Eltern angegeben worden.

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J.L Carwile, W.C Willett, D. Spiegelman, E. Hertzmark, J. Rich-Edwards, A.L Frazier, K.B Michels
Sugar-sweetened beverage consumption and age at menarche in a prospective study of US girls
Human Reproduction, First published online: January 27, 2015, doi: 10.1093/humrep/deu349

Quelle: Oxford University Press

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