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BPA und BPS-Kunststoffe beeinflussen embryonale Gehirnentwicklung

Bisphenol A (BPA) wurde in den letzten Jahren aus Babyprodukten verbannt, da schädliche Auswirkungen des Kunststoffs festgestellt worden waren. Das stattdessen eingesetzte Bisphenol S (BPS) dürfte um nichts besser sein, ergab eine Studie von Forschern der University of Calgary.

Haushaltsprodukte, Spielzeug, Babyflaschen, Beruhigungssauger: Die Plastikwelt umgibt Kinder vom ersten Lebenstag an.

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Immer wieder werden Studien veröffentlicht, die auf die Gefahr aufmerksam machen, die von BPA, einer Ausgangsverbindung zur Herstellung von Kunststoffen und Kunstharzen, ausgeht. Vor allem Kleinkinder kommen über Trinkbecher, Aufbewahrungsboxen und Babyfläschchen aus Polycarbonat mit BPA in Kontakt, der Stoff ist auch in Beschichtungen von Getränke- und Konservendosen enthalten. So können geringe Mengen BPA aus Gegenständen in Lebensmittel übergehen. Laut dem deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung weist die toxikologisch gut untersuchte Substanz eine geringe akute Giftigkeit auf. Allerdings kann Bisphenol A schwach östrogen wirken (endocrine disruptors).

In der Annahme, Kunststoffprodukte für die Verbraucher sicherer zu machen, produzieren seit dem Jahr 2008 viele Hersteller “BPA-freie” Produkte und ersetzen die Substanz mit Bisphenol S (BPS). In einer open-access-Studien, die am 12. Jänner in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht wurde, präsentiert das Team um die Neurologin Deborah Kurrasch nun eine konträre Evidenz: Sie konnte mit Wissenschafterinnen und Wissenschaftlern vom Kurrasch Lab an der University of Calgary belegen, dass sowohl BPA als auch dessen Substitut BPS in niedriger Dosierung Veränderungen in der Entwicklung des Gehirns von Zebrafischen verursachen, die zu Hyperaktivität führen.

Obwohl noch weitere Untersuchungen erforderlich sind, um die in der Studie erhobenen Assoziationen und die möglichen Auswirkungen auf das menschliche Gehirn während der pränatalen Entwicklung zu erforschen, rät Kurrasch schwangeren Frauen, sich nicht unnötig Bisphenolen auszusetzen. Zudem sollten sämtliche Bisphenole und strukturell ähnliche Chemikalien aus Verbraucherprodukten verbannt werden, fordert die Neurologin.

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Cassandra D. Kinch, Kingsley Ibhazehiebo, Joo-Hyun Jeong, Hamid R. Habibi, Deborah M. Kurrasch
Low-dose exposure to bisphenol A and replacement bisphenol S induces precocious hypothalamic neurogenesis in embryonic zebrafish
PNAS,

Quelle: Universität Duisburg-Essen

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