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Neue Modelle für Gemeinschaftspraxen in Salzburg

Da das klassische Hausarzt-Modell Ärzte vor große zeitliche und organisatorische Herausforderungen stellt und sich Jungemediziner diese Bürden häufig nicht mehr auflasten möchten, wird versucht, neue Modelle für die hausärztliche Versorgung zu entwickeln. Das Land Salzburg und die Salzburger Gebietskrankenkasse (SGKK) möchten nun neue Formen der Praxis für Hausärzte ermöglichen. So sollen neue Primärversorgungs-Modelle entstehen – vom Gesundheitszentrum bis zu einem Netzwerk mehrerer dislozierter Ärzte in verschiedenen Gemeinden.

In Salzburg gehen in den kommenden fünf bis zehn Jahren mehr als 70 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in Pension. Dr. Christoph Dachs von der SAGAM (Bildmitte) fordert neben einer qualitativ hochwertigen Ausbildung sowohl in der Klinik als auch in der Lehrpraxis die Verbesserung der Praxisstrukturen.

In Salzburg gehen in den kommenden fünf bis zehn Jahren mehr als 70 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in Pension. Dr. Christoph Dachs von der SAGAM (Bildmitte) fordert neben einer qualitativ hochwertigen Ausbildung sowohl in der Klinik als auch in der Lehrpraxis die Verbesserung der Praxisstrukturen.

Da das Interesse an der Allgemeinmedizin besonders in ländlichen Regionen nachlässt, sucht die Salzburger Gebietskrankenkasse (SGKK) gemeinsam mit dem Land nach Modellen, um die Primärversorgung zu sichern. SGKK-Obmann Andreas Huss kündigte bei einem Pressegespäch am Montagnachmittag an, dass zumindest zwei Pilotprojekte für neue Formen der Primärversorgung geplant seien, um die Spitäler zu entlasten.

Sinkende Attraktivität der Allgemeinmedizin

Die SGKK hatte in ihrer vor drei Jahren erschienenen “Landarzt-Studie” erheben lassen, warum der Beruf des Landarztes so sehr an Attraktivität eingebüßt hat. Dabei kam heraus, dass die Hauptrobleme die schlechte Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit, die häufigen Wochenend- und Nachtdienste, die administrative Belastung und die unzureichenden Ausbildung seien. Man ging schließlich im Jahr 2012 dazu über, die Vorbereitung auf den Beruf des Allgemeinmediziners durch die Schaffung von Lehrpraxen zu verbessern. Im Zuge der “Salzburger Initiative Allgemeinmedizin” (SIA) werden derzeit 25 Turnusärzte beim dreijährigen Turnus und einer sechsmonatigen Lehrpraxis begleitet, um danach gut ausgebildet in die eigene allgemeinmedizinische Praxis zu gehen. Im kommenden Jahr startet laut Landeshauptmann-Stellvertreter Gesundheitsreferent Christian Stöckl die zweite Staffel, für die sich bislang sechs Teilnehmer verbindlich angemeldet haben.

Primärversorgungszentren

Mit der Schaffung von Primärversorgungszentren, in denen mehrere Ärzte mit anderen Gesundheitsberufen gemeinsam arbeiten, sollen im Zuge der Gesundheitsreform im niedergelassenen Bereich zusätzliche Alternativen zur Spitalsversorgung geschaffen werden. Durch die längeren Öffnungszeiten sollen die Spitäler automatisch entlastet werden.

Für die neuen Primärversorgungs-Modelle sind laut SGKK viele Varianten denkbar – vom Gesundheitszentrum bis zu einem Netzwerk mehrerer dislozierter Ärzte in verschiedenen Gemeinden.

Huss möchte im kommenden Jahr in Salzburg konkrete Modelle entwickeln. “Das wird kein Einheitsmodell sein können, das für die Stadt genauso passt wie für dörfliche Strukturen. Wir möchten 2015 gemeinsam mit den Ärztinnen und Ärzten sowie den Gesundheitsberufen mindestens zwei Pilotprojekte aufbauen. Ziel ist, die hausärztliche Versorgung auszubauen und damit die Spitäler zu entlasten.”

Quelle: APA, Salzburger Landeskorrespondenz