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COVID-19: Schimmelpilz-Prophylaxe soll Sterblichkeit beatmeter Patienten senken

Bis zu einem Zentimeter pro Tag: So schnell können Schimmelpilze in der Lunge von COVID-19-Intensivpatienten wachsen. Die Grazer riskieren daher – nach intensiver Diskussion – eine antifungale Prophylaxe analog zu hämatoonkologischen Patienten, um die Letalität zu senken, berichtet Univ.-Prof. Dr. Robert Krause, Universitätsklinik für Innere Medizin in Graz, bei der Zentralen Fortbildung für Apotheker, die heuer Corona-bedingt als Webinar stattfand. Die Überlegung: Ohne Pilz überleben zwei von drei Patienten, mit Pilz stirbt jedoch jeder zweite – trotz suffizienter Therapie. Ein Corona-Update aus der Steiermark.

Im Frühjahr seien er und seine Kollegen „schon erstaunt und belastet“ von dieser Infektion gewesen, erinnert sich Univ.-Prof. Dr. Robert Krause, Sektion Infektiologie und Tropenmedizin, Universitätsklinik für Innere Medizin, Medizinische Universität Graz, sowie Co-Direktor von BioTechMed-Graz. Der „Peak“ war am 09.04.2020, an diesem Tag lagen 176 Patienten in den Landeskrankenhäusern der Steiermark (KAGes), davon 144 auf der Normalstation und 32 auf der Intensiv.

Über den Sommer gingen die Infektionszahlen zurück, am 11.09.2020 lagen acht Patienten auf der Normalstation und drei auf der ICU, insgesamt waren 500 Fälle hospitalisiert gewesen. „Ende des Sommers hat sich gezeigt, dass die Zahlen langsam nach oben gehen, das hat uns beunruhigt“, sagt der Intensivmediziner und Past-Präsident der Österreichischen Gesellschaft für antimikrobielle Chemotherapie. Zu Recht, wie sich herausstellen sollte. Am 06.11.2020, einen Tag vor der Zentralen Fortbildung der Österreichischen Apothekerkammer, lagen laut KAGes bereits 421 Patienten im Spital, davon 57 auf ICU. In Graz waren es 39 Patienten, davon 11 intensivpflichtige.

Univ.-Prof. Dr. Robert Krause

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