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Dr. Pichlbauer: Kärntens Spitalspolitik

Die Häuser der Kärntner Landeskrankenanstalten-Betriebsgesellschaft KABEG sind nicht nur teuer, sondern auch politisch willkürlich überdimensioniert. Ein Beispiel: Das KABEG-Haus in Wolfsberg hat ein Einzugsgebiet von 70.000 Einwohnern, das des „privaten“ Spitals in Spittal, mit gleichem Leistungsspektrum, etwa 90.000 – muss also 30 Prozent mehr Menschen versorgen. Eigentlich müsste Wolfsberg etwa um ein Drittel kleiner sein als Spittal; war es aber nie und wird es trotz Reform auch nicht werden. 2020 plant die Landesregierung in beiden Häusern etwa gleich viele chirurgische Betten, und die konservativen Fächer werden in Wolfsberg sogar um ein Drittel größer ausfallen – bedarfsgerecht? Übrigens, Spittal, dessen Patienten sich heute kaum von denen in Wolfsberg unterscheiden, schafft es, etwa die gleiche Zahl an Patienten um 40 Prozent (oder 20 Millionen Euro) günstiger zu versorgen.

Doch was spielt Geld für eine Rolle? Keine!

Ziel der jetzigen Reform ist es, lästige Konkurrenz loszuwerden, die einem ständig vor Augen gehalten wird, wenn es um Effizienz geht. Obwohl KABEG-Häuser von vorhinein mehr Geld für gleiche Leistung erhalten, fährt dort jeder Patient ein Defizit von etwa 2000 Euro ein, während die „privaten“ mit 1100 Euro Subvention auskommen. Also werden die (Betten-)Kapazitäten der „privaten“ gekürzt, um sie betriebswirtschaftlich unter Druck zu setzen. Und um sicher zu sein, setzt das Land jetzt noch nach und will die Kosten für die Erhöhung der Ärztegehälter nicht kompensieren – das macht es nur in den eigenen Häusern.

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