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Mit Kreativität gegen Resistenzen

„Die wirkliche Welt passt sich nicht notwendigerweise an die Konzepte an, die wir von ihr haben. Die Realität ist eine Sache, unsere Vorstellung davon eine andere.“ Univ.-Prof. DDr. Fernando Baquero, wissenschaftlicher Direktor des renommierten Institut Ramon y Cajal in Madrid sieht die Grundprobleme unseres Umgangs mit Antibiotika-Resistenzen in den intellektuellen Strategien mit denen wir uns dieser Thematik annähern. Das den Naturwissenschaften zugrunde liegende Paradigma der Reduktion werde den komplexen Sachverhalten biologischer Systeme nämlich nicht immer gerecht.

„In der Mikrobiologie gibt es eine Reihe von Dingen, die wir nicht wissen.“ Wir sprachen mit dem renommierten Arzt und Mikrobiologen Univ.-Prof. DDr. Fernando Baquero, wissenschaftlicher Direktor des Ramón y Cajal Forschungs-Instituts für Biomedizin in Madrid

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Von theoretischem und praktischem Wissen

Schon der Ursprung des Wortes „Scientia“ von „scindere“, also „schneiden, teilen“, gab die Richtung vor. Prof. Baquero: „Wissenschaft – Scientia – ist die Kunst, in die Dinge zu sehen, indem man sie zerschneidet. Das bedeutet aber auch, dass Wissenschaft in gewisser Weise die Realität verändert.“ In der klassischen Philosophie wurde die Scientia als wissenschaftliche Kenntnis von der Episteme als konzeptuellem Wissen sowie der technischen Kenntnis (Tekhne) unterschieden. Eine moderne und speziell auf die Medizin zugeschnittene Variation dieses Konzepts wurde kürzlich publiziert (1). Das von den Autoren vorgeschlagene System ordnet wissenschaftliche Erkenntnis nach Relevanz. Auf der x-Achse hinsichtlich der praktischen Verwertbarkeit und auf der y-Achse hinsichtlich des theoretischen Erkenntnisgewinns. Ein Ergebnis ist im schlimmsten Fall „Waste“, also theoretisch und praktisch bedeutungslos bzw. landet im besten Fall im „Pasteur-Quadranten“, was hohe theoretische und klinische Relevanz bedeutet. Bemerkenswert an diesem Konzept sein jedoch, so Prof. Baquero, dass es die traditionelle Hierarchie („from bench to bedside“) verlässt und auch die Gegenrichtung anerkennt. Solche „back-translational“ Forschung sei immer dann erforderlich, wenn man sich in der Praxis in Sackgassen wiederfinde.

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