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Dr. Pichlbauer: Tausche Kassenarzt gegen Wahlarzt

Dieser Tage gab es einen bemerkenswerten Kurier-Artikel. Er thematisierte, dass eine Patientin nach Sturz beim Wandern zum Wahlarzt ging. Dort wurde ein Röntgen angefertigt, die Wunde behandelt und ein Verband angelegt; Kosten: 190,40 Euro. Die Krankenkasse erstattete aber nur 14,28 Euro. Wütend über diesen Betrag, wandte sie sich an die Wiener Patientenanwaltschaft. Im Artikel nicht thematisiert wurde, dass offenbar ein Kassenarzt für ein Röntgen und eine Wundversorgung samt Verband ein Honorar von 17,85 Euro erhält.

Um 17,85 Euro diese Leistungen anbieten, ist unmöglich. Kein Wunder also, dass Kassenärzte es nicht machen, mal abgesehen, dass es wegen der Fächerabgrenzung den wenigsten möglich sein wird, ein eigenes Röntgen zu betreiben. Und wenn Kassenärzte diese Leistung nicht erbringen können, dann müssen es Spitalsambulanzen und Wahlärzte. Letztere zu einem Preis, der mindestens kostendeckend ist.

Dieses Patientenschicksal sollte zeigen, dass immer mehr Österreicher zu Wahlärzten „verdrängt“ werden. Immerhin, so liest man, gibt es mittlerweile 891 hauptberufliche Wahlfachärzte, aber „nur“ 918 ­WGKK-Fachärzte. Bei den Allgemeinmedizinern stehen 736 Kassenärzten 423 hauptberuflichen Wahlärzten gegenüber. Sowohl Ärztekammer als auch Patientenanwaltschaft meinen, diese Verdrängung (nur die zu den Wahlärzten) ist gegenüber sozial schwächer gestellten Menschen ungerecht. Die Patientenanwältin, so an anderer Stelle kundgetan, sieht die Lösung wohl im Ausbau der Spitals­ambulanzen und Abbau der Kassen­ärzte. Soll sein.

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