10. Sep. 2020Ringen um die (finanzielle) Wertschätzung

Das Sicker-Video des Gesundheitsministers

So manches Video regt erst verzögert auf. Auch jenes bei den Alpbacher Gesundheitsgesprächen (23.–25.08.2020), wo Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) in einer Grußbotschaft die Apotheken mit Lob überhäufte: Als erste Anlaufstelle, v.a. auch während des Lockdowns, „wo viele Ordinationen geschlossen waren oder nur reduzierte Öffnungszeiten hatten“. Das stimmt nicht, so der Tenor dreier Ärztekammern knapp zwei Wochen später. Anschober soll sich entschuldigen, da neun von zehn Ordinationen offen waren. Doch nun spricht auch die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) von 80 Prozent – höchstens. Und Patientenvertreter wissen von „vielen“ Beschwerden zu berichten. Eine Spurensuche.

Video_Anschober1
youtube

Entschuldigt hat sich der Gesundheitsminister nicht. Stattdessen lobt er auch die Ärzte. Doch dazu später. Vergangene Woche tauchte plötzlich wie aus dem Nichts ein Youtube-Video auf, das als Erstes Dr. Christoph Reisner, MSc, verärgert hatte. Der Präsident der NÖ Ärztekammer spricht in einer Aussendung von einem „Affront gegen die gesamte Ärzteschaft“. Denn Anschober habe der Ärzteschaft in einer Youtube-Grußbotschaft an die Apotheker vorgeworfen, dass „viele Ordinationen während des Lockdowns geschlossen waren oder nur reduzierte Öffnungszeiten hatten“. Im Gegenzug wären Apotheker zu jeder Zeit für die Patienten da gewesen.

87 Ordinationen in NÖ behördlich abgesondert

In derselben Aussendung vom 04.09.2020, einem Freitag, wird eine Studie namens Covi-Prim der Universität Graz von Univ.-Prof. Dr. Andrea Siebenhofer-Kroitzsch zitiert. Die Versorgungsforscherin hat in einem Standard-Interview (27.08.2020) bestätigt, dass nach anfänglichen Schwierigkeiten „fast“ alle Ordinationen geöffnet waren. Viele Ärzte hätten sich selbstständig vernetzt, weil die Information von öffentlichen Stellen nicht immer funktionierte.

Reisner sprach auch den wunden Punkt Schutzausrüstung an: Ärzte hätten während der schwierigsten Monate der Pandemie „trotz kaum vorhandenen Schutzmaterials“ die medizinische Versorgung in Niederösterreich sichergestellt. Wegen COVID-19-Verdacht oder einer Infektion wurden laut Reisner 87 Ordinationen in NÖ behördlich abgesondert, sie waren gezwungen, ihre Ordinationen zu schließen. „Ein Kollege hat sein Engagement sogar mit dem Leben bezahlt“, erinnert er an den Tod eines Hausarztes1 (siehe auch https://medonline.at/10053389/2020/die-masken-fallen-zweifelhafte-qualitaet-resolution-der-aerztekammer/).

Noch am Freitag sprangen Reisner die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) mit Präsident Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres und Vizepräsident Dr. Johannes Steinhart, Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte, zur Seite. Viele Medien berichteten, samt Video-Link. „Die völlig falsche Mär, wonach viele Ärztinnen und Ärzte ihre Ordinationen während des von der Regierung verhängten Lockdowns geschlossen hätten, hält sich leider immer noch hartnäckig“, stellt Szekeres fest. „90 Prozent aller Kassenordinationen haben – nach den Daten der Sozialversicherung – offengehalten.“ Steinhart verwies zudem auf die ÖGK, die erst unlängst festgehalten habe, wie „großartig“ es war, „dass fast alle allgemeinmedizinischen Kassenordinationen und Primärversorgungseinrichtungen geöffnet waren“.

Kommunikationsprobleme laut ÖGK

 

Auf der Suche nach diesem Zitat wird der Leser im selben Standard-Interview fündig: Es handelt sich um eine Aussage von Mag. Franz Kiesl von der ÖGK, der den Fachbereich Versorgungsmanagement 1 (u.a. Vertragspartner & Primärversorgung) leitet. Den in dem Doppelinterview angesprochenen Kommunikationsproblemen entgegnet er, dass die ÖGK insgesamt fünf Rundschreiben zwischen 5. und 20. März mit allen Neuerungen in der Pandemie über die Ärztekammern verschickt habe. „Von dort hätten sie direkt an die Ärzte und Primärversorger weitergeleitet werden sollen.“ Die ÖGK denkt daher daran, künftig die Infos gleich direkt an die Vertragspartner zu versenden.

Ärzte „als erste Anlaufstelle“ stets dagewesen

Auch im Kassen-Facharztbereich hatten laut Steinhart 90 Prozent der Ordinationen geöffnet. „Und die Leistung der Ärztinnen und Ärzte war mehr als großartig: Diese haben während der Pandemie einer hochinfektiösen Krankheit teils ohne ausreichende Schutzausrüstung zu jeder Zeit ihre Patientinnen und Patienten versorgt“, bringt Steinhart ebenfalls die Schutzausrüstung zur Sprache, stets seien die niedergelassenen Ärzte für ihre Patienten dagewesen „als erste Anlaufstelle, die sie zu Recht in unserem Gesundheitssystem verkörpern“. Schlusssatz: „Eine Entschuldigung erscheint uns angebracht“, der Einsatz der Ärzte müsse „respektiert und honoriert“ werden.

Als dann zu allem Überdruss auch noch in der ZIB1 am Sonntag, 06.09.2020, in dem Beitrag „Streit um ärztliche Versorgung“ davon die Rede war, Anschober habe „am Freitag“ zwar den Apothekern für ihr Engagement gedankt, „gleichzeitig aber kritisiert, dass viele Ordinationen während des Lockdowns geschlossen waren oder nur reduzierte Öffnungszeiten hatten“, sah sich auch die Ärztekammer hinter dem Semmering zu einer Reaktion veranlasst – die schärfste bislang.

„Öffentliche Beleidigung der Ärzteschaft“

„Zweimal“ habe Gesundheitsminister Rudolf Anschober den Ärzten „wahrheitswidrig“ unterstellt, während der ersten Monate der Corona-Krise ihre Patienten unzureichend betreut zu haben. Die Ärztekammer Steiermark sehe darin ein „Ablenkungsmanöver vom Ampel-Streit“ und den Versuch, sich um die Entschädigung für den schweren wirtschaftlichen Schaden in den Ordinationen herumzudrücken. Schon nach dem „ersten Anwurf“ des Gesundheitsministers habe die ÖÄK – noch – mit moderaten Worten eine Richtigstellung und Entschuldigung verlangt. Die Wiederholung der Falschaussage bestätige aber die Befürchtung, dass Anschober „durch die öffentliche Beleidigung der Ärzteschaft“ von seinen eigenen „Fehlern und Problemen“ ablenken wolle.

Der steirische Ärztekammer-Präsident Dr. Herwig Lindner sehe in dem wiederholtem „Ärzte-Bashing“ eine „verantwortungslose Verzweiflungstat des Gesundheitsministers“. Anschober müsse als Sozial- und Gesundheitsminister wissen, dass die ÖGK das Verhalten der Ärzte in der Krise als „großartig“ bezeichnet habe. Das Präsidium der Ärztekammer Steiermark fordere nun in einem Brief an die Bundesregierung „eine umgehende und unmissverständliche Richtigstellung“.

Medonline wollte es genau wissen, ob es sich bei dem von den Ärztekammern und den Medien zitierten Video tatsächlich um die Online-Grußbotschaft bei der Veranstaltung des Apothekerverbands in Alpbach und nicht um ein neues Youtube-Video vom Freitag, dem Tag der ersten Ampelschaltung, handle. Die eindeutige Antwort aus dem Gesundheitsministerium: „Ja, dieses Video wurde für die angesprochene Veranstaltung des Apothekerverbandes in Alpbach aufgenommen.“ Zu der in Alpbach präsentierten Blitzumfrage2 zu Apotheken und Corona (n = 600, von Akonsult, im Auftrag des Apothekerverbandes), wonach nur 34 Prozent der Befragten angaben, dass ihre Arztordination offen bzw. ohne Einschränkung offen gehabt habe, wollte das Ministerium nichts sagen.

Anschober: Ärzte leisten „großartige Arbeit“

Jedoch zur Wertschätzung für die Ärzte schon. Anschober betont gegenüber medonline: „Ich habe großen Respekt vor den Ärztinnen und Ärzten. Sie leisten großartige Arbeit, ebenso wie die Apothekerinnen und Apotheker. Gerade jetzt, wo es darum geht, die schwerste Pandemie seit 100 Jahren einzudämmen, müssen wir alle an einem Strang ziehen. Es darf hier kein Entweder-Oder geben. Wir müssen zusammenhalten, denn diese Krise können wir nur mit vereinten Kräften lösen. Das gesamte Gesundheitssystem macht großartige Arbeit.“

Der Apothekerverband bestätigte ebenfalls, dass es sich um das Alpbach-Video handle, das am Tag der Partner-Session (24.08.2020) online gestellt worden sei. „Die Grußbotschaft von BM Anschober zeigt, dass er die Arbeit der Apotheken wertschätzt und dass die Bedeutung der öffentlichen Apotheke für unser Gesundheitssystem von der Politik wahrgenommen wird. Sie ist eine Anerkennung der Leistungen der Apothekerschaft in der Coronakrise“, so ein Sprecher des Apothekerverbandes. Die österreichischen Apotheken hätten in der ersten Zeit des Lockdowns bewiesen, dass sie eine unverzichtbare Stütze des Gesundheitssystems sind.

Fünf Apotheken bundesweit behördlich geschlossen

Österreichweit wurden während des Lockdowns nur fünf Apotheken wegen Corona behördlich geschlossen, informiert der Apothekerverband auf Nachfrage, was auf folgende Maßnahmen zurückzuführen sei: „Im wahrsten Sinne des Wortes wurden über Nacht Schutzvorrichtungen in den Offizinen installiert – etwa Plexiglaswände. Ebenso rasch wurde die Produktion von Desinfektionsmitteln umgesetzt und Schutzausrüstung besorgt. Zudem hat der Großteil der Apotheken innerhalb kürzester Zeit auf Zwei-Team-Modelle umgestellt und damit Ansteckungen vermieden.

Den überwiegenden Anteil der Kosten hätten die Apotheken selbst gestemmt – in einer Situation, die durch den Wegfall vieler Kunden durch die Ausgangsbeschränkungen „finanziell ohnehin angespannt“ gewesen sei. „Was in dieser Situation sichtbar wurde: Die Apothekerinnen und Apotheker verfügen über das nötige Know-how, um mit einer gesundheitlichen Krise umzugehen, sie haben sich persönlich engagiert, um die optimale Versorgung der Bevölkerung aufrechtzuerhalten und sie können auch schwierige und ungewohnte Situationen flexibel meistern.“

Auf der besagten Alpbacher Veranstaltung mit der Online-Grußbotschaft, die Anschober vor drei Flaggen – darunter eine Regenbogenfahne – äußerte, waren Mag. pharm. Jürgen Rehak, Präsident des Österreichischen Apothekerverbands, DI Dr. Christa Wirthumer-Hoche, Leiterin des Geschäftsfeldes AGES Medizinmarktaufsicht, Dr. Martin Eichtinger, NÖ Landesrat für Wohnbau, Arbeit und Internationale Beziehungen, und Dr. Gerald Bachinger, NÖ PatientInnen- und Pflegeanwalt sowie Sprecher der PatientenanwältInnen Österreichs. Letzterer wusste auf Anfrage von medonline sowohl zum Video als auch zur Situation der Patienten einiges zu berichten (siehe unten), ebenso wie Dr. Sigrid Pilz von Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft (WPPA).

Im Vorjahresvergleich: 20 Prozent weniger offene Ordinationen

Doch was sagt die ÖGK, die ja die Daten hat, wie viele Kassen- und Wahlarztordinationen pro Bundesland in vollem Umfang (exklusive gesteckte E-Card oder O-Card) geöffnet hatten? Die genauen Daten lassen sich wegen der Kürze der Anfrage nicht ausheben, aber: „Wir wissen, dass in der ersten Lockdown-Phase um etwa 20 Prozent weniger Ordinationen (mit Kassenvertrag der ÖGK, Anm.) offen hatten als im selben Zeitraum des Vorjahres. Allerdings lässt sich daraus nicht ableiten, ob die restlichen 80 Prozent tatsächlich geöffnet waren oder nur telefonisch erreichbar waren.“

1Würdigung auf: https://www.medscape.com/viewarticle/927976
2https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200901_OTS0022/was-lehrt-uns-covid-19-fuer-zukuenftige-pandemien

Dr. Johannes Steinhart im Interview

Johannes Steinhart: „Diesen Felsen stelle ich bewusst in den Fluss.“

Lesen Sie zur Grußbotschaft des Bundesministers samt Reaktionen das medonline-Interview mit Dr. Johannes Steinhart, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) und Bundeskurienobmann der niedergelassenen Ärzte: medonline.at/10059116/2020/endlich-die-leistungen-der-aerzte-respektieren-und-honorieren/

 

Der Lockdown aus Sicht der Patienten(anwälte)

Während des Lockdowns hat es laut Dr. Sigrid Pilz von der Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft (WPPA) „zahlreiche Beschwerden“ von Patienten an die WPPA gegeben: „Auf die individuelle Entscheidung des einzelnen Arztes hin wurden Ordinationen geschlossen und Ambulanztermine genauso wie vereinbarte Operationstermine ohne Nennung eines neuen Termins abgesagt. Besonders kritisch war dies für PatientInnen, die schwer erkrankt waren bzw. kritische Erstbefunde abklären mussten, z.B. durch eine Biopsie aufgrund eines Krebsverdachtes.“

Sigrid Pilz
Sigrid Pilz

Die Ärztekammern hätten, fährt Pilz fort, ihre Verantwortung gegenüber den Patienten „nicht im ausreichenden Maß" wahrgenommen. Die Wiener Ärztekammer sei nicht bereit gewesen, „trotz Aufforderung“ durch die Wiener Patientenanwältin auf ihrer Homepage tagesaktuell über offene Ordinationen und deren Leistungsangebot zu informieren. „Die PatientInnen wurden mit ihren gesundheitlichen Anliegen zum Teil allein gelassen. Es soll allerdings auch nicht verschwiegen werden, dass der Großteil der ÄrztInnen während des Lockdowns engagiert gearbeitet hat“, betont Pilz.

Was die Argumentation der Ärztekammer Steiermark angeht, es könnte sich um ein „Ablenkungsmanöver vom Ampel-Streit" handeln, fällt die Antwort knapp aus: „Ich glaube, hier überschätzt die Ärztekammer Steiermark ihre Bedeutung in der öffentlichen Wahrnehmung.“

Auf die Frage, was ihr zur Beilegung des Streits im Sinne der Patienten und ihrer Ärzte am Herzen liegt: „Durch das unkoordinierte Herunterfahren des Gesundheitswesens während des Lockdowns, die mangelnde Priorisierung von Leistungen, die in jedem Fall erbracht werden müssen, und die von den Ärztekammern zum Teil massiv überzogene Debatte, wie gefährlich das Gesundheitswesen für PatientInnen sei und sie daher dieses nur im Notfall aufsuchen sollen, wurde bei den PatientInnen massiv Vertrauen in ein verlässliches Gesundheitswesen und eine verlässliche Ärzteschaft verspielt.

Die Ärztekammer sollte sich in erster Linie darauf konzentrieren, dieses verspielte Vertrauen zurückzugewinnen, Unterversorgung wie im Lockdown zukünftig zu verhindern und bei Unklarheiten das persönliche Gespräch mit dem Herrn Bundesminister suchen.“

Ähnlich, jedoch zurückhaltender auch Dr. Gerald Bachinger, NÖ PatientInnen- und Pflegeanwalt sowie Sprecher der PatientenanwältInnen Österreichs: „Es ist höchst an der Zeit, dass die ärztekämmerliche Erregungsgesellschaft sich zurücknimmt und nicht bei jeder Kleinigkeit in den Kampfmodus schaltet. Die Grußbotschaft – ich war als Podiumsgast bei dieser Veranstaltung in Alpbach eingeladen und habe diese an Ort und Stelle mitgehört – war in der Gesamtheit harmlos und keinesfalls ein pauschaler Angriff auf die Ärzteschaft. Es schadet dem Ansehen der Ärzteschaft, wenn Zitate aus dem Zusammenhang gerissen, verkürzt und verzerrt dargestellt werden. Unter diesen Voraussetzungen ist das so wichtige Aufarbeiten der Vergangenheit, um Verbesserungspotentiale zu finden und umzusetzen, nicht möglich. Die Ärztekammer-Funktionäre sollten ebenso bedenken, dass die dauernd und bei jeder Gelegenheit geforderte Anerkennung mit solchen Aktionen nicht gefördert, sondern unterdrückt wird.“

Patientenanwalt Gerald Bachinger fordert mehr Eigenverantwortung.

Patienten, und zwar schwerpunktmäßig aus dem Bereich der wahlärztlichen Versorgung, hätten sich mit durchaus vielen Beschwerden an die Patientenanwaltschaften gewandt, so der Sprecher der Patientenanwälte: „Ordinationen waren grundsätzlich nicht erreichbar und es war für Patienten schwierig oder auch gar nicht möglich, eine ambulante Versorgung im niedergelassenen Bereich zu erhalten. Dies auch deshalb, weil kassenärztliche Ordinationen keine neuen Patienten übernommen haben.“

Bachinger bestätigt auf Nachfrage auch die Präsentation der oben erwähnten Umfrage vom 4. bis 7. Mai 2020, wonach „bloß“ 34 Prozent der Befragten mit ja die Frage, ob ihre Arztordination „offen bzw. ohne Einschränkungen“ offen gehabt habe, beantwortet haben.

Hilfe aus der Apotheke des Vertrauens

Das glaube sie sofort, berichtet eine Linzer Patientin, die anonym bleiben möchte. Während des Lockdowns kam „quasi plötzlich“ am Freitagvormittag ein Gerstenkorn an der inneren Lidseite: „Nachdem ich nach zwei Stunden draufkam, das ist nicht nur ein trockenes Auge aufgrund von der Büroluft, und ich auf der Lidinnenseite ein kleines Gerstenkorn entdeckte, hatte ich drei Ärzte angerufen – den Augenarzt, wo ich seit Jahren bin (andere Öffnungszeiten), eine Wahlärztin, wo ich seit Jahren bin (nicht erreicht – weiß nicht mehr, warum) und eine ‚neue‘ Ärztin, wo ich Anfang März schon zu Gesundenuntersuchung hin hätte sollen und niemand ans Telefon ging. Dort gab es auch geänderte Öffnungszeiten. Nachdem ich gesehen hatte – ah, eindeutig Gerstenkorn, du brauchst eine entsprechende Salbe – habe ich dann in der Apotheke meines Vertrauens angerufen. Sie fragte, ob ich das schon einmal hatte – zudem kennen sie mich dort. Ich schilderte, wie es mir bei Ärztesuche ging und dass ich durch das Gerstenkorn auf der Innenseite schon ein Schwindelgefühl beim Gehen habe. Ich bekam ausnahmsweise die Salbe. Schon innerhalb weniger Minuten gab es eine Schmerzlinderung, es rieb nicht mehr so massiv am Augapfel.“