23. Jän. 2024Österreichischer Impftag

Influenza versus RSV

Eine Gemeinsamkeit von Influenza und RSV-Infektionen sind epidemische Wellen, die alljährlich in der kalten Jahreszeit auftreten. In beiden Fällen sind die Erreger RNA-Viren, die respiratorisch übertragbar sind. Trotz mancher Ähnlichkeiten in der Pathogenese und im Krankheitsverlauf gibt es zwischen den beiden Infektionserkrankungen aber einige grundlegende Unterschiede.

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Andy Shell/AdobeStock

Typisch für RNA-Viren ist eine große genetische Variabilität. Das trifft auch auf die Influenzaviren und Respiratorischen Synzytial-Viren (RSV) zu. Die genetische Information ist bei den Influenzaviren in 8 RNA-Molekülen enthalten, bei RSV in einem RNA-Strang. Unter den Influenzaviren gibt es 3 humanpathogene Spezies: Bei Influenza A sind vor allem die Subtypen H1N1 und H3N2 für den Menschen von Bedeutung, bei Influenza B die Victoria-Linie und die Yamagata-Linie. Vom Influenza-C-Virus, das nur zu milden Krankheitsverläufen führt, sind 6 genetische Linien bekannt. Ähnlich vielfältig sind die beiden RSV-Subtypen RSV A (14 Genotypen) und RSV B (24 Genotypen). Bei allen Subtypen, Genotypen und Linien gibt es wiederum eine Reihe von unterschiedlichen Stämmen, die einer antigenen Drift unterliegen, sich also ständig ändern.

Gemeinsam ist den Influenza- und RS-Viren die Immunogenität von Oberflächenproteinen, mit denen die Viren an den Wirtszellen andocken. Das heißt, diese Proteine sind auch die Angriffspunkte für unser Immunsystem. Dass die beiden respiratorischen Viren durch Tröpfcheninfektion beim Husten und Niesen übertragen werden, ist nur ein Teil der Wahrheit: „Fast 50% aller Übertragungen von Influenza und RSV erfolgen durch Schmierinfektionen“, betont Priv.-Doz. Dr. Monika Redlberger-Fritz, Zentrum für Virologie, Medizinische Universität Wien.

Reisendes vs. stationäres Virus

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