21. Mai 2024International Conference of the American Thoracic Society

ATS 2024: Muss der Gasherd aus gesundheitlichen Gründen weg?

In Europa wird aus Gründen der Energieunabhängigkeit und des Klimaschutzes über den Rückbau der Gasnetze nachgedacht. Auch in den USA laufen Diskussionen um ein Verbot von Gasherden. Hier geht es allerdings primär um mögliche gesundheitliche Risiken durch die offenen Gasflammen. Nutzen und Risiken von Gasherden waren Thema einer Pro- und Contra-Diskussion.

ガスコンロ
japolia/AdobeStock

Prof. Dr. John Balmes von der University of California in Berkeley weist auf die zwangsläufig mit Gasherden verbundene Umweltbelastung hin. Bei ihrem Einsatz kommt es unvermeidlich auch zum Entweichen des Treibhausgases Methan. Vor allem aber entsteht beim Verbrennen von Methan Stickstoffdioxid (NO2) mit durchaus relevanten Spitzenkonzentrationen in der Küche. NO2 kann Bronchokonstriktion, Hyperreagibilität der Atemwege sowie Inflammation verursachen und erhöht damit das Asthma-Risiko, so Balmes. Studiendaten aus den USA zeigen, dass der empfohlene Grenzwert von 100ppb/hr in zahlreichen Häusern deutlich überschritten wird. Balmes verweist auch auf Studiendaten, die eine erhöhte Inzidenz von Asthma und COPD sowie vermehrte COPD-Exazerbationen bei erhöhter NO2-Exposition zeigen.1,2 Darüber hinaus tragen Gasherde, wenn auch in geringem Maß, zur Gesamtbelastung mit NO2 bei.

Erhöhtes Asthma-Risiko durch Kochen am Gasherd?

Im Jahr 2013 gelangte eine Metaanalyse von Studien zu Gasherden und Luftqualität zu dem Ergebnis, dass die Verwendung eines Gasherds das Asthma-Risiko um rund ein Drittel erhöht.3 Im Jahr 2022 wurde auf Basis dieser Daten errechnet, dass rund 13% aller Fälle von kindlichem Asthma durch Abschaffung von Gasherden vermieden werden könnten.4 Allerdings weist Balmes darauf hin, dass diese Studie aus methodischen Gründen kritisiert wurde und sich darüber hinaus die NO2-Exposition beispielsweise durch den Einsatz von Dunstabzugshauben reduzieren lässt. Zusätzlich sollten, insbesondere bei Personen mit Asthma oder COPD, HEPA-Luftfilter zum Einsatz kommen. Dies sollte schon deshalb geschehen, so Balmer, da beim Kochen auch auf Elektroherden feine Partikel entstehen, die die Luftqualität belasten. Mit einem zusätzlichen Aktivkohlefilter reduziert der Filter auch die NO2-Belastung.

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Dieser Beitrag erschien auch im Printmagazin CliniCum pneumo