12. Okt. 2026Psoriasis-Arthritis als wichtiger Treiber

Zusammenhang zwischen Psoriasis und Schmerzbelastung

Psoriasis betrifft nicht nur die Haut: Betroffene berichten häufiger über chronische Schmerzen, mehr Schmerzlokalisationen und eine höhere Schmerzintensität. Eine große populationsbasierte Analyse zeigt zudem, dass die Zusammenhänge bei aktiver Psoriasis stärker ausgeprägt sind – und auch nach Ausschluss bekannter Psoriasis-Arthritis teilweise bestehen bleiben.

psoriasis on the skin of the elbow of a young woman in a white T-shirt. close-up
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Schmerzen gehören zu den häufigen, aber oft wenig beachteten Symptomen der Psoriasis. In einer populationsbasierten Querschnittsstudie haben Juliette Bollemeijer vom Erasmus MC University Medical Center in Rotterdam und Kollegen nun den Zusammenhang zwischen Psoriasis, chronischen Schmerzen und Schmerztoleranz untersucht.

Mehr Lokalisationen und höhere Schmerzintensität

Die Arbeitsgruppe analysierte Daten von 26.336 Erwachsenen aus der Rotterdam Study sowie den Kohorten Tromsø6 und Tromsø7. Die Wissenschaftler erfassten chronische Schmerzen, Schmerzintensität, Anzahl der Schmerzlokalisationen sowie die Schmerztoleranz.

Die Schmerztoleranz maßen sie mit zwei Verfahren der quantitativen sensorischen Testung. Beim Cold Pressor Test (CPT) hielten die Teilnehmer eine Hand in 3°C kaltes Wasser. Bei der Cuff Pressure Algometry (PAlg) wurde der Druck einer Manschette am Unterschenkel schrittweise erhöht. Die Zeit beziehungsweise der erreichte Druck bis zum Testabbruch dienten als Mass für die Schmerztoleranz.

In der gepoolten Analyse war Psoriasis mit chronischen Schmerzen assoziiert (Odds Ratio, OR, 1,28). Zudem berichteten Betroffene über mehr Schmerzlokalisationen (Incidence Rate Ratio, IRR, 1,28) und eine höhere Schmerzintensität (OR 1,24) als Personen ohne Psoriasis.

Für die experimentell gemessene Schmerztoleranz fanden die Forscher keine signifikanten Unterschiede. Die Hazard Ratio für die PAlg lag bei 1,00. Beim CPT zeigte sich lediglich ein nicht signifikanter Trend zu einer geringeren Schmerztoleranz (HR 1,12).

Stärkere Effekte bei aktiver Erkrankung

Nach Ausschluss von Teilnehmern mit bekannter Psoriasis-Arthritis (PsA) schwächten sich die meisten Zusammenhänge ab. Die Assoziation zwischen Psoriasis und der Anzahl der Schmerzlokalisationen blieb jedoch bestehen (IRR 1,08).

Eine aktive Psoriasis war mit stärkeren Effekten verbunden. In der Tromsø7-Kohorte fand sich ein Zusammenhang mit chronischen Schmerzen (OR 1,46), einer höheren Zahl von Schmerzlokalisationen (IRR 1,41) und einer höheren Schmerzintensität (OR 1,29).

Zudem zeigte sich im CPT eine geringere Schmerztoleranz (HR 1,11). Für die PAlg ergab sich kein signifikanter Zusammenhang (HR0,99). Auch ein höherer Psoriasis-Schweregrad zeigte in Tromsø6 ein ähnliches Muster. Schlossen die Wissenschaftler Patienten mit PsA aus den Analysen zur Krankheitsaktivität aus, blieb der Zusammenhang zwischen aktiver Psoriasis und der Anzahl der Schmerzlokalisationen bestehen (IRR 1,17).

Die Autoren kommen zum Schluss, dass Psoriasis mit chronischen Schmerzen, einer höheren Schmerzintensität und mehr Schmerzlokalisationen assoziiert ist.

Die meisten Zusammenhänge schwächten sich nach Ausschluss einer begleitenden Psoriasis-Arthritis ab. Der Zusammenhang mit der Anzahl der Schmerzlokalisationen blieb jedoch auch nach Ausschluss bekannter PsA-Fälle bestehen.

Weitere longitudinale Studien sollen klären, ob die Zahl der Schmerzlokalisationen das spätere Auftreten einer Psoriasis-Arthritis vorhersagen kann.