22. Juli 2026Johns Hopkins Kimmel Cancer Center

KRAS-Impfstoff zeigt Präventionswirkung

Ein Forschungsteam des Johns Hopkins Kimmel Cancer Center hat erstmals gezeigt, dass ein experimenteller Impfstoff gegen mutiertes KRAS – einen der häufigsten genetischen Treiber von Bauchspeicheldrüsenkrebs – sicher ist und bei Menschen mit erhöhtem Erkrankungsrisiko eine anhaltende Immunantwort auslöst. Die Ergebnisse der Phase-I-Studie wurden am 16. Juli 2026 in Cancer Discovery veröffentlicht.

Doctor with human Pancreatitis anatomy model with Pancreas, Gall
Jo Panuwat D/stock.adobe.com

Das duktale Adenokarzinom des Pankreas entwickelt sich meist über Jahre aus Vorläuferläsionen wie Pankreaszysten. Da KRAS-Mutationen bereits in diesen Frühstadien häufig vorkommen, soll der Impfstoff das Immunsystem dazu befähigen, betroffene Zellen frühzeitig zu erkennen und zu zerstören, bevor Krebs entsteht.

In der Studie erhielten 20 Personen mit erblichem Pankreaskarzinom-Risiko und auffälligen Veränderungen der Bauchspeicheldrüse den Peptidimpfstoff mKRAS-VAX, der gegen die sechs häufigsten KRAS-Mutationen gerichtet ist. Vier Impfungen wurden innerhalb von 13 Wochen verabreicht.

Bei 18 der 20 Teilnehmenden (90 %) wurde eine deutliche KRAS-spezifische T-Zell-Antwort nachgewiesen. Die Immunantwort umfasste sowohl CD4- als auch CD8-T-Zellen und blieb bei einigen Probanden bis zu zwei Jahre nach der Impfung nachweisbar.

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 16,5 Monaten entwickelte keiner der Teilnehmenden ein Pankreaskarzinom oder eine hochriskante Läsion. Der Impfstoff erwies sich als gut verträglich; die Nebenwirkungen beschränkten sich auf leichte bis mäßige Reaktionen wie Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Schüttelfrost oder grippeähnliche Symptome.

Bildgebende Nachuntersuchungen zeigten zudem bei fünf Teilnehmenden ein vollständiges Verschwinden kleiner Pankreaszysten und bei drei weiteren eine teilweise Rückbildung. Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl und der kurzen Nachbeobachtungszeit lässt die Studie jedoch noch keine Aussage darüber zu, ob der Impfstoff tatsächlich Bauchspeicheldrüsenkrebs verhindern kann.

Die Forschenden sehen die Ergebnisse als wichtigen Machbarkeitsnachweis für eine präventive Impfung gegen KRAS-mutierte Vorläuferzellen. Eine weitere Studie untersucht bereits den Einsatz des Impfstoffs bei Patientinnen und Patienten mit Hochrisiko-Pankreaszysten, die operiert werden, um die Wirkung der Immunzellen direkt im Gewebe zu analysieren.

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