Biologische Entwicklung aggressiver Gliome entschlüsselt
Forschende von Weill Cornell Medicine, dem New York Genome Center, der Harvard Medical School und Mass General Brigham haben neue Einblicke in die Entstehung aggressiver IDH-Gliome gewonnen.

Die in Nature Genetics veröffentlichte Studie zeigt, dass diese Hirntumoren im Verlauf ihrer Entwicklung zunehmend bösartiger werden, weil sich immer mehr Tumorzellen in unreife, stammzellähnliche Zustände zurückentwickeln. Dadurch wachsen sie schneller und sprechen schlechter auf Therapien an.
Mithilfe moderner Einzelzellanalysen untersuchte das Team 36 Primär- und Rezidivtumoren von Patientinnen und Patienten mit IDH-Gliomen. Erstmals konnte auf Einzelzellebene gezeigt werden, dass das Fortschreiten der Erkrankung mit einem fortschreitenden Verlust von DNA-Methylierungen einhergeht. Diese epigenetischen Veränderungen führen dazu, dass Gene aktiviert werden, die normalerweise nur in neuronalen Stammzellen aktiv sind. Die Folge ist eine Zunahme besonders anpassungsfähiger und therapieresistenter Tumorzellen.
Die Forschenden sehen darin eine mögliche Erklärung dafür, warum IDH-Hemmer, die Tumorzellen in einen reiferen und weniger aggressiven Zustand überführen sollen, bislang nur bei einem Teil der Betroffenen wirken. Künftige Studien sollen klären, ob ein hoher Grad an Hypomethylierung für das unzureichende Ansprechen verantwortlich ist. Die Ergebnisse könnten langfristig dazu beitragen, die Prognose von IDH-Gliomen besser einzuschätzen und neue Therapieansätze zu entwickeln.
Originalpublikation
Nomura, M., Raviram, R., Schiffman, J.S. et al. Longitudinal changes in DNA methylation in IDH-mutant glioma fuel disease progression through altered cell state differentiation. Nat Genet 58, 1651–1660 (2026). https://doi.org/10.1038/s41588-026-02642-7
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Weill Cornell Medicine