12. Juni 2026Mögliche Gewichtszunahme – aber Vorteile überwiegen

Rauchstopp reduziert das Psoriasis-Risiko

Ein Rauchstopp schützt vor Psoriasis. Doch das Aufhören ist für viele Menschen mit einer Gewichtszunahme verbunden. Eine aktuelle Studie liefert nun wichtige Erkenntnisse für die Praxis, denn langfristig überwiegt der Nutzen des Rauchstopps bei Psoriasis klar.

Signe de la main refusant une cigarette
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Rauchen gilt als zentraler Risikofaktor für zahlreiche chronische Erkrankungen, so auch für Psoriasis. Ein Rauchstopp senkt das Psoriasis-Risiko deutlich. Dem steht jedoch ein häufiges Problem gegenüber. Denn viele Menschen nehmen an Gewicht zu, nachdem sie mit dem Rauchen aufgehört haben. Die Gewichtszunahme kann nicht nur viele vom Aufhören abhalten, sondern stellt selbst einen unabhängigen Risikofaktor für Psorasis dar.

Während der Rauchstopp also protektiv wirkt, könnte eine nachfolgende Gewichtszunahme den Krankheitsverlauf und das Therapieansprechen negativ beeinflussen. Das tatsächliche Zusammenspiel beider Faktoren war jedoch bislang unklar.

Vor diesem Hintergrund untersuchten Forschende vom Seoul National University College of Medicine, wie sich ein Rauchstopp und die darauffolgenden Gewichtsveränderungen auf das Risiko für Psoriasis sowie deren Subtypen – darunter palmoplantare Pustulose und generalisierte pustulöse Psoriasis – auswirken.

Basierend auf Daten des nationalen Krankenversicherungsdienstes führten die Forschenden eine groß angelegte Kohortenstudie durch und erfassten über 5,4 Millionen Patientinnen und Patienten mit insgesamt mehr als 73 Millionen Personenjahren.

Die Studie zeigte, dass Menschen, die nach dem Rauchstopp ihr Gewicht hielten oder sogar abnahmen, ein geringeres Psoriasis-Risiko aufwiesen als Menschen, die weiterhin rauchten.

Eine Gewichtszunahme nach dem Rauchstopp schwächte diesen schützenden Effekt hingegen ab – insbesondere bei Menschen mit Psoriasis vulgaris.

Anders bei Patientinnen und Patienten mit palmoplantarer Pustulose. Sie profitierten vom Rauchstopp auch dann, wenn sie an Gewicht zunahmen.

Für die generalisierte pustulöse Psoriasis ergaben sich keine signifikanten Unterschiede.

Langfristig überwogen bei allen die positiven Aspekte

Besonders aufschlussreich war die Berechnung des populationsattributablen Anteils des Rauchens. Dieser betrug etwa 8% für Psoriasis insgesamt und rund 27% für die palmoplantare Pustulose. Das bedeutet, dass ein relevanter Anteil der Erkrankungsfälle unter Rauchern potenziell durch einen Rauchstopp vermeidbar gewesen wäre, insbesondere bei palmoplantarer Pustulose.

Langfristig zeigte sich zudem ein klarer Trend. Mit der Zeit überwogen bei allen Patientinnen und Patienten die positiven Effekte des Rauchstopps, selbst wenn es nach dem Aufhören zu einer Gewichtszunahme kam.

Diese Ergebnisse sind insbesondere für die öffentliche Gesundheit wichtig, da die Angst vor einer Gewichtszunahme ein wesentlicher Grund dafür ist, dass Menschen nach einem Rauchstopp wieder mit dem Rauchen beginnen oder gar nicht erst damit aufhören.

Für die Praxis bedeutet das: Es gilt, die Patientinnen und Patienten aktiv zu ermutigen, mit dem Rauchen aufzuhören und einen dauerhaft rauchfreien Lebensstil zu fördern, auch wenn es möglicherweise zur Gewichtszunahme kommt, so das Autorenteam. Gleichzeitig ist ein gezieltes Gewichtsmanagement notwendig, um die positiven Effekte des Rauchverzichts optimal auszuschöpfen.

Dieser Beitrag erschien auch im Printmagazin CliniCum derma