
Das Mikrobiom als Modulator von Krebsimmuntherapien
In der Presidential Session an der OeGHO- & AHOP-Frühjahrstagung 2026 rückte ein Thema in den Fokus, das zunehmend klinische Relevanz gewinnt: das Zusammenspiel von Ernährung, Darmmikrobiom und modernen onkologischen Therapien.

Manuela Cashmore und Lisa Mittelbach, beide Hanusch-Krankenhaus, Wien, Dr. Erik Thiele Orberg, Universitätsklinikum Regensburg, sowie Prof. Dr. Michael Scharl, Universitätsspital Zürich, spannten einen Bogen von der Ernährung während einer hämatoonkologischen Therapie über den Einfluss des Mikrobioms auf T-zellbasierte Immuntherapien bis hin zu mikrobiombasierten Ansätzen der Präzisionsmedizin.
Ernährungstherapie von Anfang an
Den Einstieg lieferten Manuela Cashmore und Lisa Mittelbach mit ihrem Vortrag zur strukturierten Ernährungstherapie entlang des gesamten hämatoonkologischen Therapieverlaufs. Sie hoben hervor, dass viele Patienten bereits bei Diagnosestellung ernährungsmedizinisch gefährdet oder manifest mangelernährt sind.
Ernährung sei daher kein Zusatzangebot, sondern integraler Bestandteil der Supportivtherapie. Ziele sind:
- die Sicherung einer adäquaten Nährstoffversorgung,
- die Gewichtsstabilisierung,
- der Erhalt von Muskelmasse und Funktionalität sowie
- die Reduktion therapieassoziierter Beschwerden.
Eine „Integration der Ernährungstherapie von Anfang an“ kann zudem Komplikationen und Therapieabbrüchen entgegenwirken und die Hospitalisationsdauer verringern, wie die Referentinnen berichteten.