Wie groß ist das Pneumonie-Risiko nach einem Schlaganfall?
Eine Lungenentzündung zählt zu den häufigsten und gefährlichsten Komplikationen nach einem Schlaganfall. Sie verlängert den Spitalaufenthalt, erhöht die Behandlungskosten und erschwert die Rehabilitation erheblich. Um gefährdete Patienten frühzeitig zu erkennen, haben Forscher nun einen neuen Algorithmus entwickelt. Dieser beruht auf der Beurteilung der körpereigenen Abwehrmechanismen und soll das Pneumonie-Risiko noch gezielter vorhersagen.

Bislang greifen Ärzte zur Risikoeinschätzung auf Scores zurück, die v.a. demografische und klinische Faktoren wie Alter, Geschlecht, Schwere des Schlaganfalls oder Begleiterkrankungen berücksichtigen. Doch zunehmend zeigt sich: Ob eine Pneumonie entsteht, hängt maßgeblich von den körpereigenen Schutzmechanismen ab. Hierzu zählen eine wirksame Reinigung der Atemwege durch Husten, eine intakte Schluckfunktion, eine ausreichende kognitive Fähigkeit sowie ein guter Ernährungs- und Immunstatus.
Lee JW et al., Predicting pneumonia algorithm in stroke patients. Front Neurol. 2025; 16: 1690049. doi: 10.3389/fneur.2025.1690049.