22. Feb. 2023Neues aus der Onkologie

KI für die Krebsvorsorge und Therapieentscheidung

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) spielt auch in der Onkologie eine immer größere Rolle. Sowohl für die Verbesserung von Vorsorgeuntersuchungen als auch für die Entscheidung der Therapiewahl kann KI in der Onkologie eingesetzt werden.

Medizintechnik-Konzept. Arzt.
metamorworks/GettyImages

Darmkrebsvorsorge profitiert von KI1

Hintergrund. Patient:innen mit Lynch-Syndrom, dem häufigsten hereditären Kolorektalen-Krebs-Syndrom, haben eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, Darmkrebs zu entwickeln, und das trotz regulärer endoskopischer Überwachung.

Methodik. Eine Pilot-Studie hat nun zum ersten Mal die diagnostische Anwendung einer KI-assistierten Koloskopie mit der Standardendoskopie verglichen. Eingeschlossen wurden Patient:innen über 18 Jahre mit einer pathogenen Keimbahnvariante (MLH1, MHS2, MSH6), bei denen bereits eine Koloskopie durchgeführt wurde.
Ergebnisse. Im Endoskopie‐Arm wurden bei 12/46 Patient:innen Adenome entdeckt, im Vergleich zu 18/50 im KI-Arm (26,1% [95% CI 14,3–41,1] vs. 36,0% [22,9–50,8]; p=0,379). Der Einsatz der KI-gestützten Koloskopie erhöhte insbesondere die Erkennung von flachen Adenomen (Pariser Klassifikation 0‐IIb) (Untersuchungen mit nachgewiesenen flachen Adenomen: 3/46 [6,5%] gegenüber 10/50 [20%]; p=0,07; Anzahl erkannter flacher Adenome: 4/20 vs. 17/30, p=0,018). Die mittlere Absetzzeit unterschied sich nicht signifikant zwischen Endoskopie- und KI-Arm (14 vs. 15 min; p=0,170).
Fazit. Diese ersten Daten deuten darauf hin, dass die KI-assistierte Echtzeit-Koloskopie ein vielversprechender Ansatz zur Optimierung der endoskopischen Überwachung bei Patient:innen mit Lynch-Syndrom ist, insbesondere um die Erkennung von flachen Adenomen zu verbessern.

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Dieser Beitrag erschien auch im Printmagazin CliniCum onko