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VXM01 Phase I Studie bei progressivem Glioblastom

Das Immuntherapeutikum VXM01 besteht aus attenuierten Salmonella typhi Ty21a, die eine Plasmidcodierung für den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor-Rezeptor (VEGFR)-2 tragen. Das über den oralen Weg verabreichte Bakterium trägt das Plasmid in die Peyer Plaques. Der Impfstoff entlockt eine systemische T-Zell-Reaktion, ausgerichtet auf VEGFR-2.

Quelle: ASCO Annual Meeting 2018

Die aktuelle, auf dem diesjährigen ACSO präsentiert Studie von Wick et al. untersuchte die Sicherheit und Verträglichkeit, sowie klinische und immunogenetische Reaktion auf VXM01 nach den letzten vier Impfungen [10⁶ oder 10⁷ koloniebildende Einheiten (CFU)] bei Patienten mit progressivem Glioblastom nach gescheiterter Radiochemotherapie mit Temozolomid.

Die VXM01 Phase I Studie

Innerhalb der Studie erhielten Patienten mit progressivem operablen Glioblastom orale Dosen von VXM01 an Tag 1, 3, 5 und 7. Zudem war die Verabreichung von VXM01 in vier wöchentlichen Einzeldosen während der Tumor-Follow-Up-Periode nach Operation zugelassen. Im Rahmen des Follow-Up wurden im Behandlungszeitraum wöchentliche Sicherheitslaborparameter und körperliche Untersuchungen durchgeführt. Danach wöchentlich für eine Dauer von 12 Wochen T-Zell Immunomonitoring im peripheren Blut und Immunohistochemie des Gehirntumors.

Ergebnisse

14 Patienten wurden mit VXM01 behandelt, 3 davon zusätzlich mit Nivolumab. Eine Operation fand bei 8 Patienten statt. Unter VXM01-Behandlung traten 119 Adverse Events, die jedoch meist nicht im Zusammenhang mit VXM01 standen, auf. Sie traten nach einer durchschnittlichen Behandlungsdauer von acht Dosen pro Patient auf.

ELISpot-Analysen zeigten eine nachweisbare VEGFR-2 spezifische T-Zell-Response bei 7 von 12 (58 %) Patienten. Im Beobachtungszeitrum von bis zu 20 Monaten waren noch 7 Patienten am Leben, 5 davon überlebten mehr als ein Jahr. Bei einem Patienten gab es eine zielgerichtete und dauerhafte T1-Immunantwort.

Das Überleben scheint mit einem höheren regulatorische T-Zell- (TReg)-Verhältnis bei progressivem und Primärtumor zu korrelieren, welcher nach VXM01-Therapie weiter ansteigt. Bei Patienten mit verlängertem Überleben wurde ein Rückgang von intratumoralen PD-L1 beobachtet, was die Kombination von VXM01 mit einem Anti-PD-L1 Checkpoint Inhibitor argumentiert.

Schlussfolgerungen

Die Impfung mit dem oralen Immuntherapeutikum VXM01 zeigte sich als sicher hinsichtlich AEs und produzierte nachweisbare spezifische periphere Immunantworten. Zudem stieg das regulatorische T-Zell- (TReg)-Verhältnis im Tumorgewebe nach der Impfung.  Es gab einen Patienten mit einer zielgerichteten und dauerhaften Immunantwort. Im nächsten Schritt wurde eine Kombinationsstudie von VXM01 und einem Anti-PD-L1-Checkpoint-Inhibitor gestartet.

Referenz:
Wick W. et al.: J Clin Oncol 36, 2018 (suppl; abstr 2017) – 2018 ASCO Annual Meeting

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