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Information für medizinisches Fachpersonal

WWTF fördert 24 COVID-19 Projekte, Novartis startet Studie mit Jakavi

++ Update 03.04.2020 – Aktuelle Zahlen – Stichprobentests exponierter Berufsgruppen – Wiener Wissenschaftsfonds fördert 24 COVID-19-Projekte – Novartis startet Studie mit Krebsmittel Jakavi – Neue Lieferung von Schutzkleidung
  • Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Österreich ist bis heute (Stand 10 Uhr) auf 11.224 gestiegen. An erster Stelle liegt weiterhin Tirol mit 2.580 Fällen, gefolgt von Oberösterreich mit 1.810, Niederösterreich mit 1.795 und Wien mit 1.623 Fällen. Derzeit befinden sich 1.074 Patienten in stationärer Krankenhausbehandlung, 245 davon auf der Intensivstation. Es wurden bereits über 98.000 Testungen durchgeführt. 168 Menschen sind infolge von COVID-19 verstorben.
  • Die Regierung hat besonders exponierte Berufsgruppen erstmals schwerpunktmäßig testen lassen. Von bisher 1.161 repräsentativen Stichprobentests auf das Coronavirus unter Beschäftigten in Pflegeheimen, Supermärkten und Krankenhäusern waren sechs positiv, das entspricht einem Anteil von 0,52 Prozent.
  • 24 Forschungsprojekte zur Coronavirus-Pandemie, die Wissenschaftler aus Wiener Forschungseinrichtungen in kürzester Zeit entwickelt haben, erhalten insgesamt mehr als eine Million Euro vom Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) und Partnern. Bis zu 50.000 Euro fließen im Rahmen der „COVID-19 Rapid Response Förderung“ jeweils in die Vorhaben, teilte der WWTF am Freitag mit. Ein Team um den Genetiker Josef Penninger vom Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) wird sich mit der Verbreitung des SARS-CoV-2-Virus in Organoiden – aus pluripotenten Stammzellen hergestellten Zellkulturen, die Organen ähneln – auseinandersetzen. Der Komplexitätsforscher und Leiter des Complexity Science Hub (CSH) Vienna, Stefan Thurner, wird sich mit Szenarien zum „Restart der Wirtschaft“ und der Rolle österreichischer Unternehmen auf dem Weg aus der Coronakrise hinaus befassen. An einer „Tagesaktuellen Coronalagekarte“ arbeitet sein Kollege Peter Klimek. Außerdem arbeiten mehrere Wissenschaftler beispielsweise an Fragen zum Lernen in der aktuellen Ausnahmesituation, so etwa die Bildungspsychologin Barbara Schober von der Universität Wien oder Ursula Holtgrewe vom Zentrum für Soziale Innovation (ZSI). Man unterstütze hier „zeitkritische Forschung, die zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr nachgeholt werden kann“, so WWTF-Geschäftsführer Michael Stampfer. Neben dem privat-gemeinnützigen Fonds übernahmen für einzelne Projekte auch private Geldgeber, wie etwa die MEGA Bildungsstiftung der B&C-Privatstiftung und der Berndorf Privatstiftung die Finanzierung. Für Wiens Ex-Bürgermeister und WWTF-Präsident, Michael Häupl, ist das „auch ein beeindruckendes Signal, dass die Zivilgesellschaft und Stiftungen zusammenstehen, wenn es eine Krisensituation gibt“.
  • Der Schweizer Pharmakonzern Novartis und die US-Firma Incyte üben auf der Suche nach geeigneten Behandlungsmöglichkeiten des Coronavirus den Schulterschluss. Gemeinsam starten die beiden Unternehmen eine Phase-III-Studie mit dem – bisher zur Krebstherapie bei primärer Myelofibrose eingesetzten – Mittel Jakavi. Konkret soll dieses bei der Behandlung einer Art schwerer Immunüberreaktion (Zytokin-Sturm) zum Einsatz kommen, wie Novartis in der Nacht auf Freitag mitteilte. Diese Überreaktion kann bei Patienten, die sich am Coronavirus infiziert haben, zu lebensbedrohlichen Atemwegskomplikationen führen. Die Entscheidung zu diesem Projekt basiert den Angaben zufolge auf präklinischen Erkenntnissen und vorläufigen Berichten aus unabhängigen Studien und wird durch umfangreiche Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit von Jakavi unterstützt. Die vorgeschlagene Studie werde Jakavi in Kombination mit einer Standardtherapie (SoC) im Vergleich zur alleinigen SoC-Therapie bei Patienten mit schwerer Lungenentzündung (Pneumonie) als Folge einer Coronavirus-Infektion untersuchen.
  • Die Bundesländer dürfen am Wochenende eine Lieferung Schutzkleidung erwarten. Nach einem paktierten Verteilungsschlüssel werden 1, 9 Millionen OP-Masken, dazu größere Mengen Desinfektionsmittel und Untersuchungshandschuhe zugestellt, teilte Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Freitag in einer Aussendung mit. Auch die Beschaffung geht weiter: Im Zeitraum vom 13. bis zum 30. März seien Großaufträge in der Größenordnung von 84,5 Millionen Euro für Schutzausrüstungen gegen das Coronavirus, Beatmungsgeräte und dergleichen unterzeichnet worden, so das Gesundheitsministerium. Für April wurden weitere Bestellungen bereits freigegeben, die bisher ein Volumen von 40 Millionen Euro umfassen.
++ Update 02.04.2020 – Aktuelle Zahlen – Immunschutz nach Corona-Infektion – Identifizierung der Risikogruppen – Pseudonymisierte Daten für die Forschung – Psychosozialer Krisenstab der Stadt Wien – WHO prüft Sinnhaftigkeit von Mundschutz
  • Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Österreich ist bis heute (Stand 10 Uhr) auf 10.842 gestiegen. An erster Stelle liegt weiterhin Tirol mit 2.511 Fällen, gefolgt von Oberösterreich mit 1.748, Niederösterreich mit 1.726 und Wien mit 1.553 Fällen. Derzeit befinden sich rund 1.100 Patienten in stationärer Krankenhausbehandlung, rund 200 davon auf der Intensivstation. Es wurden bereits über 92.000 Testungen durchgeführt und damit deutlich mehr als zuletzt vom Gesundheitsministerium verlautbart worden war (ca. 56.000) . Das gab Gesundheitsminister Rudolf Anschober heute im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt. „Es gibt deutlich mehr Testungen, als in den Tagesmeldungen ersichtlich“, sagte Anschober. Als Grund für die Differenz nannte der Minister, dass viele kleine Labors – österreichweit führen mittlerweile über 40 diese Tests auf das Coronavirus durch – noch nicht mit der Schnittstelle verbunden sind, die direkt Daten ins Epidemiologische Meldesystem (EMS) einspeist.
  • Experten zufolge sind Menschen nach einer überstandenen Infektion mit SARS-CoV-2 wahrscheinlich zunächst immun gegen den Erreger. Derzeit wisse man, dass der Mensch nach der Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus Antikörper bildet, erklärten Experten vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig und dem Institut für Virologie an der Universität Gießen. Es sei davon auszugehen, dass der Immunschutz nach der Infektion ein bis zwei Jahre anhält, hieß es. Diese Annahme basiere auf der Erfahrung mit anderen humanen Coronaviren. „Aller Voraussicht nach ist man nach Ansteckung mit dem SARS-CoV-2-Virus mindestens ein paar Jahre lang vor einer erneuten Infektion geschützt“, sagte auch der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Thomas Kamradt. Genau sagen lasse sich dies jedoch noch nicht, schließlich kämen Antikörper-Tests gerade erst heraus und Langzeituntersuchungen seien auch noch nicht möglich, da die Krankheit erst seit wenigen Monaten bekannt sei. Nach allem, was man von ähnlichen Viren wisse, schützten aber die als Reaktion vom Körper gebildeten Antikörper vor einer erneuten Infektion. Wie lange dieser Schutz anhält, hängt Kamradt zufolge davon ab, in welchem Tempo die Konzentration der Antikörper im Blut, der sogenannte Antikörper-Titer, abnimmt. Je höher der Titer, desto stärker der Schutz. Dass die im menschlichen Körper produzierten Antikörper gegen das neuartige Coronavirus nicht vor einer erneuten Infektion schützen, wäre „extrem außergewöhnlich“, sagte Kamradt. Dem ärztlichen Direktor des Instituts für Laborationsmedizin am Marienhospital Stuttgart, Matthias Orth, zufolge lässt sich allerdings noch nicht gesichert sagen, ob die gebildeten Antikörper vor einer erneuten Infektion schützen. Noch sei unbekannt, ab welcher Konzentration von Antikörpern ein Schutz besteht und wie häufig doch erneute Infektionen auftreten. (APA/dpa)
  • Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat heute im Ö1-Morgenjournal angekündigt, dass bis Ende der Woche jene Menschen, bei denen im Fall einer Infektion ein besonders hohes Risiko für ihr Leben besteht, nun identifiziert werden. Das seien einerseits ältere Menschen in Pflegeheimen und Pensionistenheimen, wo es mehr Tests und Zugangsbarrieren geben solle. Die zweite Gruppe seien Personen, die eine „massiv reduzierte Immunabwehr haben“, etwa nach einer schweren Krebserkrankung, nach einer schweren Operation oder einem schweren Diabetes. Jene, die berufstätig sind, müssen wenn möglich Homeoffice machen oder erhalten eine bezahlte Freistellung. Das Vorgehen war von der Regierung bereits angekündigt worden, nun wird es umgesetzt. Konkret wird das von den Krankenkassen über die Medikation erfolgen. Wer einschlägige Medikamente erhält, wird informiert. Besonders schwere Fälle müssen dann den Arzt aufsuchen, der über eine bezahlte Dienstfreistellung entscheidet. Die weniger akut gefährdeten Personen erhalten ein Schreiben ihre Krankenkasse. Mit diesem sollen sie, so Anschober, zum Arbeitgeber gehen und wegen Homeoffice oder Freistellung nachfragen. In der praktischen Umsetzung könnten sich wohl noch einige Fragen stellen – etwa, wie Betroffene vorgehen sollen, wenn sich ein Arbeitgeber weigern sollte, die Empfehlung umzusetzen. Dazu kommt ein Dilemma: Die Maßnahme soll Betroffene schützen. Doch datenschutzrechtlich kann es für eine Arbeitnehmerin oder einen Arbeitnehmer auch problematisch sein, wenn der Arbeitgeber dadurch möglicherweise erst von einer Erkrankung erfährt.
  • Österreichs Krankenkassen stellen dem Gesundheitsministerium pseudonymisierte Daten ihrer Versicherten für die Coronavirus-Forschung zur Verfügung. Das habe die Konferenz der Sozialversicherungsträger gestern einstimmig beschlossen, gab Peter Lehner, Chef des Kassendachverbands, heute in einer Aussendung bekannt. Diese Daten, die Forschungseinrichtungen weitergegeben werden sollen, könnten Leben retten, betonte er: „Das anonymisierte Zusammenführen der Daten der Heilmittelabrechnung der Sozialversicherung, der ELGA-Daten und der Forschungsdaten kann im Kampf gegen COVID-19 ein essenzieller Baustein sein.“ Gleichzeitig werde man sicherstellen, dass die Versicherten „datenschutzrechtlich perfekt geschützt“ seien. „Rückschlüsse auf die Patienten sind unmöglich, da die Pseudonymisierung bei der Sozialversicherung selbst passiert“, so Lehner. Unterstützung kam von Lehners Kovorsitzender Ingrid Reischl: „Unterschiedliche Stakeholder haben unterschiedliche Daten über den Gesundheitszustand in der Bevölkerung – diese zusammenzubringen ist historisch einmalig. Wir erwarten uns, dass es dazu beiträgt, rasch neue Erkenntnisse für die Behandlung dieser neuen Viruserkrankung zu gewinnen.“ Mit den Heilmitteldaten der Sozialversicherung könnten umfassende Erkenntnisse über die Wirkung von Medikamenten gewonnen werden, meinte Reischl, beispielsweise darüber, welche einen positiven und welche einen negativen Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben. „Als Sozialversicherung haben wir uns dazu entschlossen, die Forschung zu unterstützen – unter Wahrung des Datenschutzes“, sagte sie.
  • Der neue Alltag in Zeiten des Coronavirus ist für Menschen eine – auch emotionale – Belastungsprobe. Die Stadt Wien hat nun einen psychosozialen Krisenstab eingerichtet, um sicherzustellen, dass es zielgerichtete Maßnahmen und Angebote für jene gibt, die Unterstützung brauchen. Dazu zählen psychisch erkrankte Personen, Familien mit niedrigem Bildungsgrad, Kinder und alleinstehende Senioren. Das Gremium setzt sich aus Fachärzten der Psychiatrie und Neurologie sowie aus Psychologen zusammen. Geleitet wird es von Georg Psota, Chefarzt der Psychosozialen Dienste, wie Gesundheitsstadtrat Peter Hacker und die Psychosozialen Dienste am Donnerstag in einer Aussendung mitteilten. „Ob Vereinsamung, Unsicherheit oder das Familienleben auf engstem Raum – all das kann sich negativ auf die psychische Gesundheit auswirken. Wir beraten mit verschiedenen Expertinnen und Experten, wie die Unterstützung aussehen kann und welche Personengruppen besonders berücksichtigt werden sollen“, erklärte Psota. Eine Analyse habe ergeben, dass besonders bereits psychisch erkrankte Personen, Familien mit niedrigem Bildungsgrad, Kinder und alleinstehende Senioren wichtige Zielgruppen seien. Die Stadt wies auch auf einige Maßnahmen hin, um zu illustrieren, was getan werden kann: So gibt es Erklärvideos für Kinder und mehrsprachige Informationsangebote, um diese Personengruppen gezielt zu erreichen und um Unsicherheiten und Angst entgegenzutreten. Ebenfalls eine Hilfe, um Existenzängste abzufangen, seien Entscheidungen wie die Erleichterungen bei der Wohnbeihilfe und der Delogierungs-Stopp gewesen. (APA)
  • In Österreich gilt ab nächster Woche eine Verpflichtung zum Tragen von Mundschutz beim Einkaufen. Zuvor hatten mehrere Länder eine Maskenpflicht eingeführt, etwa auch Tschechien und Slowenien. In Deutschland wurde auch darüber diskutiert, aber der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn sagte, er sehe keine Notwendigkeit für eine Verpflichtung zum Maskentragen. Bisher war die Haltung der WHO, dass Mundschutz nur für Kranke und Menschen, die Kranke pflegten, sinnvoll sei. Die WHO warnte sogar, dass das Tragen von Masken die Menschen in falscher Sicherheit wiegen und verleiten könne, andere Vorsichtsmaßnahmen wie das gründliche Händewaschen zu vernachlässigen. Nun prüft die WHO, ob das Tragen von Mundschutz in der allgemeinen Öffentlichkeit die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen kann, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus gestern in Genf. „Die WHO trägt alle verfügbaren Informationen zusammen und wägt ab, ob das umfassendere Tragen von Mundschutz Ansteckungen eindämmen kann“, so Tedros.
++ Update 01.04.2020 – Aktuelle Zahlen – Neues Testverfahren der Uni Innsbruck – Impfstoffkandidat von Johnson & Johnson – Experten im NEJM zur Impfstoffentwicklung – Rat und Hilfe über besthelp.at – Kritik von der Opposition – 3 schwer erkrankte Patienten aus Frankreich zur Behandlung nach Salzburg
  • Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Österreich ist bis heute (Stand 10 Uhr) auf 10.366 (15 Uhr: 10.482) gestiegen. An erster Stelle liegt weiterhin Tirol mit 2.401 (2.414) Fällen, gefolgt von Niederösterreich mit 1.676 (1.685), Oberösterreich mit 1.656 (1.671) und Wien mit 1.458 (1.497) Fällen. 146 Personen sind infolge einer Coronavirus-Infektion verstorben, 1.436 wieder genesen. Derzeit befinden sich rund 1.100 Patienten in stationärer Krankenhausbehandlung, rund 200 davon auf der Intensivstation. Knapp 56.000 Tests wurden bisher durchgeführt.
  • An der Innsbrucker Universität wird derzeit ein neues Corona-Testverfahren entwickelt. Das neue PCR-Verfahren arbeite mit anderen Analysestoffen, die leichter zu beschaffen seien, hieß es am Mittwoch in einer Aussendung der Universität. Das Innsbrucker Labor könnte nach erfolgreicher Evaluierung rund 1.000 Tests pro Tag durchführen. Die Kapazitäten seien zudem ausbaufähig. „Wir wollen damit ein alternatives Verfahren anbieten, mit dem der Nachweis des SARS-CoV-2-Virus im Hochdurchsatz auch dann gesichert wird, wenn die Versorgungslage noch schwieriger ist“, sagte Rektor Tilmann Märk. Gemeinsam mit der Sinsoma GmbH, einem Spin-off-Unternehmen der Universität, wurden am Institut für Zoologie und am Institut für Mikrobiologie bereits mehrere erfolgreiche Machbarkeitstests durchgeführt. Konkret bediene sich der Ansatz „der Koppelung von hochsensitiver Endpunkt-PCR und Kapillarelektrophorese (CE) im Gegensatz zu herkömmlichen Real-Time-PCR-Protokollen, um genetische Spuren des Virus in Proben aufzuspüren“, berichtete die Universität. Bei der genetischen Analyse werden sehr kurze DNA-Sequenzen, sogenannte Primer, verwendet, welche an die RNA des Virus andocken. „Damit wird es möglich, die Nadel im Heuhaufen zu finden“, hieß es. Bereits wenige Corona-spezifische Moleküle würden ausreichen, um entdeckt zu werden. (APA)
  • Johnson & Johnson gab gestern einen potenziellen COVID-19-Impfstoffkandidaten bekannt, an dessen Formulierung seit Januar 2020 gearbeitet wird; zudem wurde eine beträchtliche Erweiterung der bestehenden Partnerschaft zwischen den Janssen Pharmaceutical Companies von Johnson & Johnson und der Biomedical Advanced Research and Development Authority (BARDA) sowie die rasche Erweiterung der Produktionskapazitäten des Unternehmens angekündigt, mit dem Ziel, weltweit mehr als eine Milliarde Impfstoffdosen bereitzustellen. Das Unternehmen geht davon aus, dass spätestens im September 2020 klinische Studien zum Testen dieses führenden Impfstoffkandidaten an menschlichen Probanden eingeleitet werden und dass die ersten Chargen eines COVID-19-Impfstoffs bereits Anfang 2021 für die Notfallbehandlung zugelassen sein könnten – ein äußerst rascher Prozess im Vergleich zum typischen Verlauf einer Wirkstoffzulassung für Impfungen. Johnson & Johnson begann mit der Forschungsarbeit zur Identifikation potenzieller Impfstoffkandidaten, sobald die Sequenzierungsdaten des neuartigen Coronavirus (COVID-19) vorlagen. Forschungsteams von Janssen haben in Zusammenarbeit mit dem Beth Israel Deaconess Medical Center, Teil der Harvard Medical School, mehrere Impfstoffkandidaten mithilfe der AdVac®-Technologie von Janssen entwickelt und getestet.
  • Echten Schutz vor SARS-CoV-2-Infektionen und COVOD-19 könnte – abseits eines überstandenen Kontakts mit den Erregern – nur eine Vakzine bieten. Was prinzipiell so leicht erscheint, ist im Detail extrem schwierig: die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffes bei wenigen Nebenwirkungen. Dies stellen jetzt internationale Experten (Nicole Lurie und Co-Autoren) im „New England Journal of Medicine“  fest. Nichts ist so einfach, wie man sich das oft vorstellt, schreiben die Experten von der internationalen Plattform zur Förderung von Innovationen in der Epidemie-Vorsorge (Coalition for Epidemic Preparedness Innovation/CEPI) in der neuesten Ausgabe der angesehensten Medizinfachzeitschrift der Welt. SARS-CoV-2 hätte die Welt unerwartet getroffen. Die im Zusammenhang mit SARS-CoV-2 oft genannten DNA- oder RNA-Vakzine, bei denen der Körper des Geimpften selbst die Antigene produzieren soll, auf die das Immunsystem reagiert, würden den Entwicklungsprozess zwar abkürzen, bisher sei aber weltweit kein einziges derartiges Produkt zugelassen. Bei SARS-CoV-2 sei auch noch immer unklar, ob das Spike-Oberflächen-Antigen (S-Protein) eine ausreichend starke Immunantwort als Impfstoff auslöse. Tierversuche mit experimentellen SARS- und MERS-Impfstoffen hätten zu Befürchtungen geführt, wonach die Vakzine eventuell Lungenkomplikationen im Rahmen einer Erkrankung verschlechtern könnten. Und schließlich gebe es noch keine etablierten Parameter, die man als Beweis für eine schützende Wirkung heranziehen könnte. Ein RNA-SARS-CoV-2-Impstoff kam in den USA mit 16. März in eine erste klinische Prüfung (Phase-I). Studien mit Impfstoffen wurden auch in China genehmigt. Für eine allfällige Produktion der Vakzine seien jedenfalls hunderte Millionen Euro an Investitionen notwendig, schreiben Nicole Lurie und ihre Co-Autoren. Schließlich sei es „sehr unsicher, ob diese neuen Technologie-Plattformen so erweiterbar sind, dass man genügend große Mengen an Impfstoff schnell genug erzeugen kann“. (APA)
  • In der aktuell angespannten Situation der Corona-Krise ändern sich sämtliche Lebenssituationen von der Arbeit über das Familienleben bis zu den Beziehungen. Allen Menschen, die Rat und Hilfe für die Bewältigung des Lebens suchen, stehen auf der Internet-Plattform besthelp.at mehr als 1.000 Experten aus den Bereichen Therapie und Beratung zur Verfügung. www.bestHELP.at bietet einen berufsgruppenübergreifenden Experten-Pool, der sich aus qualifizierten Berufsgruppen zusammensetzt: Psychotherapeuten, Psychologen, Lebensberater und Supervisoren bis zu Coaches und Unternehmensberatern. Alle Therapeuten und Berater, die auf bestHELP.at spezielle Angebote zur Krisenbewältigung machen, sind über mehrere Kanäle erreichbar: Anfragen können telefonisch, per E-Mail, Chat, Skype oder Zoom und Video-Telefonie gestellt werden. Auch Experten, die unter Einhaltung von Hygiene-Maßnahmen ihre Praxen und Therapieräume weiterhin geöffnet halten, sind aufgelistet. (OTS)
  • Aus der Opposition kommt zunehmend schärfere Kritik am Corona-Krisenmanagement der türkis-grünen Regierung. Das Sozial- und Gesundheitsministerium hatte am Dienstag eine Gesamtkapazität von 2.584 Beatmungsgeräten gemeldet, die zur Behandlung schwerer Fälle einer Covid-19-Erkrankung benötigt werden. Tags darauf rückten aber fast alle Bundesländer aus, um die Angaben des Ministeriums zu korrigieren. In Summe meldeten die Länder um gut 900 Beatmungsgeräte mehr (3.478). Die SPÖ fordert daher einmal mehr eine zentrale Koordination aller gesundheitspolitischen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. „Jeden Tag zeigen sich nun die Folgen dieser fehlenden zentralen Steuerung“, kritisierte SP-Gesundheitssprecher Philip Kucher in einer Aussendung und sprach von einem „Zahlenchaos“. Auch dass die von Bundeskanzler Sebastian Kurz ab Mittwoch angekündigte „Maskenpflicht“ im Supermarkt nun erst ab 6. April verpflichtend sei, verunsichere die Bevölkerung. Die FPÖ spricht von einer „Pannenserie“ der Regierung bei der Einführung der Maskenpflicht in Supermärkten. Stark in Kritik geraten, v.a. seitens Bürgermeister Michael Ludwig und Gesundheitsstadtrat Peter Hacker, beide SP Wien, die ihrerseits wieder von der Bundesregierung kritisiert werden, ist auch die Schließung der Bundesgärten in Wien (u.a. Schlosspark Schönbrunn, Augarten); die zuständige Ministerin Elisabeth Köstinger zeigt sich nach wie vor unnachgiebig, diese zu öffnen.
  • Österreich wird dem schwer von der Coronavirus-Pandemie getroffenen Frankreich bei der Behandlung von Infizierten unter die Arme greifen. Drei schwer an COVID-19 erkrankte Personen werden zur Behandlung in das Bundesland Salzburg gebracht. „Frankreich hat Österreich um Aufnahme von einigen Corona-Intensivpatienten ersucht“, teilte Bundeskanzler Kurz am Dienstagabend mit. „Wir helfen Frankreich natürlich in dieser schwierigen Situation, um Menschenleben zu retten und nehmen in Salzburg drei Intensivpatienten auf, wofür ich dem Land Salzburg danke. Angesichts der großen Dramatik der Situation ist dies nur ein kleiner Beitrag, aber es ist symbolisch wichtig, dass wir uns in Europa unterstützen“, hieß es in einer der APA übermittelten Stellungnahme. Das Land Tirol hatte bereits fünf Intensivpatienten aus Südtirol aufgenommen. (APA)

 

++ Update 31.03.2020 – Aktuelle Zahlen – Schutzausrüstung aus China angekommen – Antikörpertests in Ischgl – Beginn von regelmäßigen Stichprobenuntersuchungen am 1.4. – Schutzmasken für Patienten in Arztpraxen und Apothekenkunden gefordert – Uni Graz bietet Hilfe bei Testungen an
  • Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Österreich ist bis heute (Stand 10 Uhr) auf 9.705 gestiegen, am Nachmittag (16.15 Uhr) wurde die 10.000er-Marke überschritten (10.019). An erster Stelle liegt weiterhin Tirol mit 2.242 (2.333) Fällen, gefolgt von Niederösterreich mit 1.579 (1.629), Oberösterreich mit 1.573 (1.599) und Wien mit 1.306 (1.390) Fällen. Derzeit befinden sich 1.110 Patienten in stationärer Krankenhausbehandlung, 198 davon auf der Intensivstation. Verstorben sind bisher 128 Personen, genesen 1.095. Über 52.000 Tests wurden durchgeführt.
  • Die Austrian Airlines haben am Montag mit zwei zu Frachtflugzeugen umfunktionierten Boeing 777 weitere 30 Tonnen Schutzausrüstung aus China nach Österreich geflogen. Es handelte sich laut AUA-Sprecher Peter Thier um knapp zwölf Tonnen Masken und knapp 18 Tonnen Mäntel. 1.403 Kartons mit den Schutzmasken werden laut Thier vom Roten Kreuz in Österreich verteilt, 1.824 Kartons mit den Schutzmänteln sind dem Sprecher zufolge für Südtirol bestimmt. Die AUA hat bisher acht Cargo-Flüge durchgeführt, „etliche weitere“ sollen noch folgen.
  • Die Med-Uni Innsbruck will im Tiroler Coronavirus-Hotspot Ischgl Antikörpertests durchführen: So sollen Rückschlüsse möglich werden, wie viele Infektionen asymptomatisch verlaufen, berichtet das „Ö1-Morgenjournal“. Laut der Innsbrucker Virologin Dorothee von Laer könnte in Ischgl bereits eine Art lokaler Herdenimmunität entstanden sein. „In Ischgl rechnen wir damit, dass viele Menschen auch Antikörper haben. Wir werden also dann schauen, wie viele Prozent der Bevölkerung Antikörper-positiv sind und das dann vergleichen mit der Anzahl an Menschen, von denen man weiß, dass sie eine Infektion durchgemacht haben“, erklärt Laer. So könne man dann auf die Dunkelziffer schließen und erfahren, wie viele Prozent der Einwohner die Infektion hatten, ohne es zu merken. Es gäbe Schätzungen und Studien, wonach 50 Prozent der Infizierten keine Symptome haben. 300 Antikörpertests sollen ab kommender Woche in Ischgl durchgeführt werden. Die Daten sollen dann auch Hinweise auf die Corona-Sterblichkeitsrate liefern.
  • Eine repräsentative Stichprobe soll Rückschlüsse auf die Verteilung und Entwicklung des neuartigen Erregers in der Gesamtbevölkerung ermöglichen. Ab morgen, so kündigen die Marktforscher des Sora-Instituts auf Twitter an, werde man deshalb gemeinsam mit Partnern wie dem Roten Kreuz oder der MedUni Wien eine solche Stichprobe von 2.000 Menschen testen. Der Auftrag kommt vom Wissenschaftsministerium. Derzeit kenne man nur die Zahl der Neuinfizierten, man habe aber keine Information über die genaue Verbreitung des Virus, betonte Wissenschaftsminister Heinz Faßmann die Wichtigkeit der Tests. Anders als bei den derzeitigen Testreihen, bei denen nur Personen mit Symptomen bzw. nach Aufenthalten in Risikogebieten untersucht wurden, erlauben Stichprobentests genauere Aussagen – etwa zur bisher unbekannten Dunkelziffer. Die Tests sollen dann in regelmäßigem Abstand wiederholt werden, um auch die Veränderungen zu erheben – ein wöchentlicher Abstand sei dabei zu eng. Denkbar wäre ein 14-tägiges bzw. dreiwöchiges Intervall. Bei der Stichprobenuntersuchung kommen noch die derzeit üblichen PCR-Tests (Polymerase-Kettenreaktion) zum Einsatz, die direkt nach dem Erbgut von SARS-CoV-2 suchen.
  • Nachdem gestern das verpflichtende Tragen von Schutzmasken beim Einkaufen in Supermärkten vom Bundeskanzler angekündigt wurde (und dieses in weiterer Folge auch auf andere Bereiche, etwa öffentliche Verkehrsmittel und stark frequentierte Orte, ausgeweitet werden soll), haben sich nun auch Vertreter der Ärztekammer und Apothekerkammer Steiermark in dieser Sache zu Wort gemeldet. „Der Mund- und Nasenschutz für alle Menschen, die Arztpraxen und Apotheken aufsuchen, ist zu gewährleisten, genauso wie für den Lebensmittelhandel“, fordern der steirische Ärztekammerpräsident Herwig Lindner und der steirische Apothekerkammerpräsident Gerhard Kobinger. Arztpraxen und Apotheken, die täglich eine halbe Million Kontakte mit Patienten bzw. Kunden haben, sind besonders gefährdete Orte, werden sie doch vielfach von erkrankten Menschen aufgesucht. Sie bräuchten daher zumindest den gleichen Schutz wie der Lebensmittelhandel, so die beiden Präsidenten. Angesichts der schwierigen Beschaffungslage sei es allerdings unzumutbar, es den einzelnen Arztpraxen und Apotheken oder den Kammern aufzuerlegen, die vielen Mund- und Nasenschutz-Masken zu besorgen. „Hier muss es eine zentrale Beschaffung geben“, verlangt Apothekerkammerpräsident Kobinger. Ärztekammerpräsident Lindner erinnert daran, „dass Gesundheitseinrichtungen laut Pandemieplan bevorzugt mit Schutzausrüstungen zu versorgen sind“. „Es ist nun Aufgabe der öffentlichen Stellen, eine realistische Lösung für den Schutz von Arztpraxen und Apotheken zu entwickeln und umzusetzen“, so die beiden Vertreter der Ärztekammer und der Apothekerkammer.
  • Die Universität Graz will Personal und Laborgeräte für COVID-19-Testungen zur Verfügung stellen. Einer der Freiwilligen ist Günter Hämmerle vom Institut für Molekulare Biowissenschaften. Er war der erste Coronavirus-Infizierte der Uni und ist nun nach seiner Genesung aus der Quarantäne entlassen worden: „Nachdem ich durch die Erkrankung nun immunisiert sein sollte, würde ich gerne helfen.“ Die Bundesregierung will die Anzahl der Testungen erhöhen und dabei könne und wolle die Uni Graz mitanpacken, denn sie kann sowohl die hochqualitativen Laborgeräte als auch fachkundiges Personal aufbieten. „Wir sind in der jetzigen Situation besonders gefordert, Hilfestellungen bei der Bewältigung der Corona-Krise zu leisten“, sagte Karl Lohner, Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät und Professor am Institut für Molekulare Biowissenschaften, am Dienstag in einer Aussendung. „Wir haben bereits vor zwei Wochen begonnen, alle Möglichkeiten und Kapazitäten zu prüfen.“ Die Forscher seien nicht nur an der Entdeckung und Entwicklung von Behandlungsstrategien beteiligt, sondern leisten auch, sollte der Bedarf auftreten, „schnelle Hilfe etwa durch eine Bereitstellung von Desinfektionsmitteln aus den Laboren sowie eine Unterstützung bei COVID-19-Tests“. Das passiere in enger Absprache mit der steirischen Landesregierung und dem Landesklinikum.
++ Update 30.03.2020 – Aktuelle Zahlen – Weitere Maßnahmen der Regierung – Intensivmedizinische Versorgung im Fokus – Auslieferung von Schutzausrüstung im Gange – Sicherstellung der 24-Stunden-Pflege – Novartis sucht Heilmittel – Flüchtlinge auf griechischen Inseln in Gefahr
  • Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Österreich ist bis heute (Stand 10 Uhr) auf 8.958 (15 Uhr: 9.377) gestiegen. An erster Stelle liegt weiterhin Tirol mit 2.092 (2.205) Fällen, gefolgt von Oberösterreich mit 1.514 (1.535), Niederösterreich mit 1.402 (1.533) und Wien mit 1.125 (1.235) Fällen. Knapp 50.000 Testungen wurden bisher durchgeführt. Verstorben sind bisher 108 Personen, genesen 636. Derzeit befinden sich 999 Patienten in stationärer Krankenhausbehandlung, davon 193 auf der Intensivstation, Tendenz weiter steigend.
  • Die Regierung zog heute Vormittag in einer Pressekonferenz eine erste Bilanz der bisherigen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Drei Maßnahmen zur Bekämpfung der weiteren Ausbreitung werden zusätzlich ergriffen: Der Bundeskanzler will gefährdete Personen besser schützen, die bisherigen Maßnahmen konsequent kontrollieren und auf Masken in der Öffentlichkeit setzen. Die Supermarkt-Ketten werden das Verteilen der Masken voraussichtlich ab Mittwoch organisieren, jedenfalls sobald Masken in ausreichender Zahl im Land sind. Ab diesem Zeitpunkt ist es Pflicht, die Masken im Supermarkt zu tragen. Mittelfristig soll der Mund-Nasen-Schutz überall dort verpflichtend sein, wo man an Menschen vorbeigeht. Diese Masken sollen nicht die Träger schützen, sondern die Weiterverbreitung des Virus durch die Luft eindämmen.
  • Vor dem Hintergrund des Anstiegs von schweren Fällen rückt zusehends die ärztliche, vor allem die intensivmedizinische Versorgung im Gesundheitswesen in den Fokus. Mit 65.000 Betten, davon 2.500 Intensivbetten ist Österreich – bezogen auf die Gesamtbevölkerung – im internationalen Vergleich gut aufgestellt.  Angesichts weiter steigender Fallzahlen von SARS-CoV-2-Infektionen und in der Folge von krankenhaus- und intensivpflichtigen Erkrankten plädiert die Österreichische Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Notfallmedizin (ÖGARI) für eine konsequente Beibehaltung aller Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionsraten und für eine weitere Aufrüstung der Intensivkapazitäten. Man sei besorgt. „Wir verfolgen die Entwicklung der Corona-Pandemie durchaus besorgt. Mit zunehmenden Fallzahlen und Behandlungserfahrungen sehen wir sehr ernste und schwerwiegende Therapieverläufe – mit schweren Beteiligungen mehrerer Organe, besonders langen Beatmungszeiten, langen Aufenthalten auf der Intensivstation und insgesamt schwer kontrollierbaren Krankheitsentwicklungen“, sagt ÖGARI-Präsident Klaus Markstaller (MedUni Wien/AKH). „Das ist eine keinesfalls zu unterschätzende Herausforderung für die intensivmedizinischen Ressourcen.“ Alles, was dazu führe, dass sich weniger Menschen gleichzeitig infizieren und dann gleichzeitig erkrankten, müsse unbedingt konsequent fort- und durchgesetzt werden, wurde Markstaller in einer Aussendung zitiert. „Wir können nur davor warnen, diese wichtigen Maßnahmen zu früh zu beenden oder die aktuellen Gefahren und Bedrohungen für das Funktionieren des Gesundheitssystems zu verharmlosen.“ Gleichzeitig sei es zentral, weiterhin die intensivmedizinischen Kapazitäten bestmöglich zu erhöhen. Deutlich werde angesichts der aktuellen Entwicklung auch, dass notärztlichen und anästhesiologisch-intensivmedizinischen Personalressourcen bei der Bewältigung der weiteren Entwicklung eine zentrale Rolle zukomme. „Hier muss besonders darauf Bedacht genommen werden, Ausfälle möglichst gering zu halten“, betonte der Intensivmediziner, denn diese Ressourcen würden dringend gebraucht.
  • Was die Verfügbarkeit von Schutzausrüstung betrifft, wird derzeit intensiv an einer Verbesserung der Situation gearbeitet. Am Samstag wurden mit einer AUA-Maschine mehrere Millionen Handschuhe aus Malaysia nach Österreich gebracht. Für das Wochenende wurde weiterer Nachschub an FFP2- und FFP3-Masken und Desinfektionsmittel erwartet. Im Rahmen der Beschaffungsmaßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus hat die AUA bisher 14 Frachtflüge durchgeführt, berichtete die Online-Plattform „Austrian Wings“. Dringenden Bedarf an den Materialen gibt es vor allem in den westlichen Bundesländern. In Tirol wurden am Wochenende vermehrt Stimmen von niedergelassenen Ärzten laut, die das Fehlen dringend benötigter Schutzausrüstung bzw. Probleme bei der Zuweisung bestellter Lieferungen beklagten. Auch von Fehllieferungen – etwa mit Handschuhen in falscher Größe – war die Rede. Bei einer ersten Lieferung waren zudem offenbar Schutzmasken darunter, die nicht den geforderten Qualitätskriterien entsprachen. Ein Allgemeinmediziner aus dem Zillertal beklagte, dass er außer fünf Liter Desinfektionsmittel nichts bekommen habe. Der Tiroler Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg bat um Geduld und verwies auf laufende weitere Auslieferungen. Die erste Lieferung sei erst am Donnerstag in Tirol eingetroffen und sukzessive an Krankenhäuser, Ärzte und Pflegeheime ausgeliefert worden. Bei den Masken etwa sei eine hygienische Abklärung des Materials nötig gewesen. Der Salzburger Gesundheitslandesrat Christian Stöck beklagte dagegen im Nachrichtenmagazin „profil“ „die Materialbeschaffung“. Es fehle an Corona-Tests, Schutzanzügen, Handschuhen und Masken. Der Bund müsse „noch mehr Energie in die Beschaffung“ investieren, verlangte Stöck. Nachschub gibt es ab Montag für die Wiener Ärzte, was die dringend benötigte Schutzausrüstung betrifft, um sich bei der Behandlung von Patienten nicht mit SARS-CoV-2 anzustecken. Die Wiener Ärztekammer wird an 1.740 Wiener Ordinationen insgesamt 8.500 FFP2-Masken mit Ventil sowie 40.000 OP-Masken ausliefern.
  • Etwa 33.000 Menschen sind in Österreich auf ausländische Betreuungskräfte angewiesen. Aufgrund der Grenzschließungen zu den Nachbarländern ist ein Wettbewerb um die Sicherstellung der 24-Stunden-Betreuung ausgebrochen. Mittlerweile hat das Land Niederösterreich gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Niederösterreich rund 250 Betreuerinnen aus Rumänien und Bulgarien einfliegen lassen, was aber nicht von allen begrüßt wird. Kerstin Marchner von BestCare 24, einer Vermittlungsagentur für 24-Stunden-Betreuung, hält diese Maßnahme nicht für sinnvoll: „Der beste Schutz für die Personenbetreuer und die zu Betreuenden ist derzeit, die personelle Fluktuation im Umfeld der Risikogruppe auf ein notwendiges Minimum herunterzufahren und vor Ort dafür individuell zu unterstützen, anstatt Menschen über die Landesgrenzen zu karren und in Quarantäne zu stecken.“ Ein längerer Turnus der Betreuungskräfte über zwei bis drei Monate, wie er in anderen Ländern unabhängig von der Coronavirus-Krise etabliert ist, wäre daher sinnvoll. Eine Umstellung des Turnus sei bei entsprechender Unterstützung durch die Agenturen auch in Österreich durchaus machbar, ohne dass jemand am Ende seiner Kräfte ist, so Marchner. Nach Zustimmung des Sozialministeriums können die Länder ausländischen Arbeitskräften nun großzügige Boni bezahlen, wenn sich diese entschließen, in Österreich bei den Betreuungs- und Pflegebedürftigen zu bleiben, damit sie nicht in Pflegeheimen mit erhöhtem Infektionsrisiko und in einem fremden Umfeld untergebracht werden müssen. „Abgesehen von der gesundheitlichen Verantwortung ist es auch für den Steuerzahler die kostengünstigere Variante, die 24-Stunden-Betreuung zu erhalten, statt auf unorganisierte Ersatzleistungen wie Heime zu setzen“, ist sich Marchner sicher. Für das Land Oberösterreich stellt Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer eine Sonderprämie für die 24-Stunden-Kräfte in Aussicht. „Alle ausländischen Betreuerinnen, die jetzt ihre geplante Heimreise aufschieben, sollen pro Monat 1.000 Euro zusätzlich erhalten. Sie leisten Großartiges, der „Bleib da!“-Bonus soll das zum Ausdruck bringen“, sagt Gerstorfer.
  • Der Schweizer Pharmakonzern Novartis setzt bei der Suche nach einem Heilmittel gegen das Coronavirus große Hoffnungen in das Malariamittel Hydroxychloroquin. „Präklinische Studien mit Tieren sowie erste Daten aus klinischen Studien zeigen, dass es das Coronavirus tötet“, sagte Novartis-Chef Vasant Narasimhan der „SonntagsZeitung“. Derzeit würden in Europa und den USA Patienten für klinische Studien gesucht und in Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden in den USA und der Schweiz eine Zulassung per Eilverfahren geprüft. Zudem würden weitere bereits entwickelte Medikamente untersucht, ob sie für den Einsatz gegen COVID-19 infrage kämen. Auch das Krebsmittel Jakavi sei „sehr vielversprechend“, sagte der Novartis-Chef. Außerdem würden das Multiple-Sklerose-Medikament Gilenya sowie Ilaris, ein Medikament gegen Fiebersyndrome, auf einen möglichen Einsatz geprüft.
  • Das UNO-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) fordert wegen der Gefahren durch die Ausbreitung des Coronavirus eine Entlastung der überfüllten Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln. „Die Menschen leben jetzt schon unter extrem risikoreichen Bedingungen, auf engstem Raum eingepfercht, ohne ausreichende Hygiene“, sagte Boris Cheshirkov vom griechischen UNHCR am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Besonders schlimm sei die Situation weiterhin auf Lesbos, wo derzeit rund 20.000 Flüchtlinge und Migranten gezählt werden, bei einer Aufnahmekapazität von gerade einmal 3.000 Plätzen. Die Organisation fordert bereits seit Monaten, die Menschen aufs Festland zu bringen, doch nun sei die Lage wegen Corona noch prekärer. Solange eine Entlastung nicht stattfinde, versuche man, bei der Ausrüstung und Vorbereitung auf Corona zu unterstützen. „Wir verteilen mehr Geld an die Menschen, damit sie Hygieneartikel wie Desinfektionsmittel kaufen können, und unterstützen den Staat dabei, die Hygienemöglichkeiten vor Ort zu verbessern – mehr Seife, mehr Wasserhähne und Toiletten“, sagte Cheshirkov. Bisher stünden die Menschen weiterhin zu Dutzenden eng gedrängt in Schlangen, um an eine der wenigen Waschmöglichkeiten zu gelangen. Insgesamt leben derzeit auf den griechischen Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos laut griechischem Bürgerschutzministerium rund 40.000 Flüchtlinge und Migranten – bei einer Kapazität von 6.000 Plätzen. (dpa)
++ Update 27.03.2020 – Aktuelle Zahlen – Anschober zur „Akutsituation“ in der Pflege – Hacker zur Öffnung von Spielplätzen und zur Versorgung mit Schutzkleidung – Video zu Schutzkleidung der Med-Uni Graz – Helpline für Menschen in Quarantäne – Plattform vernetzt Medizinstudenten und Spitäler – Beruhigung im Medikamentenbereich
  • Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Österreich ist bis heute (Stand 9 Uhr) auf 7.029 (15 Uhr: 7.441) gestiegen. An erster Stelle liegt weiterhin Tirol mit 1.694 (1.755) Fällen, gefolgt von Oberösterreich mit 1.168 (1.227), Niederösterreich mit 1.031 (1.147) und Wien mit 922 (1.005) Fällen. 52 Todesfälle wurden vom Gesundheitsministerium bestätigt. 800 COVID-19-Patienten befinden sich derzeit im Spital, 128 auf der Intensivstation. Rund 36.000 Tests wurden bisher durchgeführt.
  • Laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober droht in der Pflege wegen möglicher Ausfälle von ausländischem Pflegepersonal in wenigen Wochen eine „Akutsituation“. Derzeit gebe es in den Bundesländern nur wenige Akutfälle. Es sei jedoch zu erwarten, „dass eine derartige Akutsituation in zwei, drei Wochen eintreten kann“, sagte Anschober am Freitag im Ö1-Morgenjournal. Österreich bereite sich daher „sehr konkret“ vor, welche Personen an welchem Ort ersatzweise einspringen könnten. Hauptpriorität sei dabei das „Beibehalten der Pflege zuhause“, so Anschober. Wie viele der 33.000 Pflegebedürftigen, die auf 24-Stunden-Betreuung angewiesen sind, dann nicht daheimbleiben können, ist laut Anschober noch nicht bekannt. „Es hängt stark mit Maßnahmen unserer Nachbarländer zusammen, was die Grenzschließungen betrifft. Unser Ziel ist ja, dass wir Ausnahmegenehmigungen erhalten.“ Die meisten Mitarbeiter hätten jetzt verlängert. „Das heißt, das Problem ist hinausgeschoben. In der Zwischenzeit müssen wir diese Atempause nützen, dass wir ein ganz konkretes Ersatzangebot leisten.“ Dazu würde versucht, Pflegepersonal aus Kur- und Rehabilitationszentren heranzuziehen; und Menschen, die in der Pflege ausgebildet, aber derzeit arbeitslos seien, würden gezielt angesprochen. Derzeit werde eine Liste von Personen erarbeitet, die bereit sind, in der Pflege zu arbeiten. 3.500 zusätzliche Zivildiener hätten sich gemeldet. Darüber hinaus würden Plätze ausgebaut. Zivildiener könnten bei der unmittelbaren Pflege am Menschen nicht zum Einsatz kommen, stellte Anschober klar. Dafür könnten sie aber „im Umfeld“ unterstützen, „organisatorisch, logistisch, Haushaltsarbeit machen“.
  • Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker will Spiel- und Sportplätze in „eher kürzerer“ Zeit und nicht erst „in weiter Ferne“ wieder öffnen. Die älteren Menschen ab 65 und andere Risikogruppen müssten jedoch „Verständnis“ haben, dass von ihnen „wirkliche Disziplin über einen längeren Zeitraum“ gefordert sei. Aktuell steht Hacker aber zum österreichweiten „Schulterschluss“, versicherte er mehrfach. Man könne bei hunderttausenden Wiener Kindern jedoch nicht sämtliche Spielplätze über Wochen geschlossen halten, verwies er vor allem auf Familien, die mit zwei, drei Kindern in kleinen Wohnungen leben und keine Möglichkeit hätten, an die frische Luft zu kommen (Spazierengehen ist allerdings mit den bundesweit geltenden Regeln erlaubt, Anm.). Jetzt freilich müsste man noch die „Disziplin aufrechterhalten“, aber der Zeitpunkt werde kommen, wo man den Kindern wieder „Bewegungsplatz“ gibt. Angesprochen auf seinen Appell an Ärzte, wegen fehlender Schutzkleidung nicht hysterisch zu sein, berichtete Hacker von einer großen Bestellung, mit der es in den nächsten Tagen Nachschub gebe sollte. Und man habe jetzt auch die niedergelassenen Ärzte in die zentrale Versorgung mit aufgenommen. Aber man müsse sich Masken wie auch die Reagenzien für die Test am Weltmarkt besorgen und könne somit auch nur so viel testen, wie „von den internationalen Konzernen zugeteilt wird“.
  • Die Med-Uni Graz hat ein Trainingsvideo online gestellt, das den richtigen Umgang und das Anlegen von Schutzausrüstung für medizinisches Personal und andere in der Bekämpfung des Coronavirus tätige Personen beschreibt. Ganz wichtig: Vor dem Anlegen der Ausrüstung wie Kittel, Handschuhe, Brille, Maske vom Typ FFP2 und Schutzhaube sind die Hände gründlich zu desinfizieren. Das von der Med-Uni produzierte Video folgt unter anderem den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, hieß es am Freitag in einer Aussendung. Der Clip ist auf der Website der Med-Uni Graz unter https://oeffentlichkeitsarbeit.medunigraz.at/expertinnen-zu-covid-19 abrufbar. Darüber hinaus ist es auch unter dem Link https://youtu.be/16bAdCONDM8 via YouTube zu erreichen.
  • Der gemeinnützige Verein Traumahilfe Österreich hat eine telefonische Beratung speziell für Menschen in Quarantäne eingerichtet. Ziel ist es, Betroffene bei psychosozialen Belastungen wie soziale Isolation, Umgang mit positivem Testergebnis, Einsamkeit oder auch Schlafstörungen telefonisch zu unterstützen und eine zwischenmenschliche Anlaufstelle in dieser schwierigen Situation zu bieten. Die Helpline ist österreichweit täglich (Mo–Fr 8–20 Uhr, Sa–So 10–16 Uhr) zum Festnetztarif unter der Telefonnummer 01 413 00 44 erreichbar.
  • In Österreich und Deutschland will die Plattform „medis vs. Covid-19“ Spitäler und Studierende, die sich ehrenamtlich bei der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie engagieren wollen, zusammenbringen. Insgesamt haben sich rund 25.000 Studenten bei der dazugehörigen Facebook-Gruppe angemeldet, davon knapp 5.000 beim Österreich-Ableger. 200 medizinische Einrichtungen haben Unterstützungsbedarf gemeldet. Aus Österreich sind auf der Plattform, die vom Grazer Medizinstudenten Michael Neulinger mitgegründet wurde, derzeit 17 Einträge gelistet. Gesucht werden etwa Helfer für den Aufbau einer Notkrankenstation und zur Überwachung von Patienten in Bad Tatzmannsdorf, Unterstützung im Triageteam des Krankenhauses Amstetten, ehrenamtliche Mitarbeiter für ein Coronavirus-„Drive-thru“ in Freistadt und Unterstützung für diverse Telefonhotlines.
  • Nach den anfänglichen Hamsterkäufen in den Apotheken aus Angst, dass in Österreich die Medikamente ausgehen könnten, sieht der österreichische Arzneimittel-Vollgroßhandel (PHAGO) in Corona-Woche 2 Beruhigung eintreten. Im wöchentlichen Arzneimittel-Radar der verordnungsstärksten therapeutischen Arzneimittel-Gruppen sind folgende Steigerungen im Vergleich zum Vorjahr zu beobachten: Schmerz-Medikamente rangieren nach wie vor an oberster Stelle, gefolgt von Blutdrucksenkern. Mittel zur Behandlung koronarer Herzkrankheiten sowie Antidiabetika sind im Vergleich zu letzter Woche deutlich weniger nachgefragt worden. Die geringste Steigerung gibt es bei Antibiotika. „Die ÖsterreicherInnen haben gesehen, dass die Arzneimittelversorgung in der Krise funktioniert. Der Großhandel hat permanent die Apotheken mit Arzneimitteln versorgen können“, fasst PHAGO-Präsident Dr. Andreas Windischbauer zusammen. An den 23 Lager-Standorten der Großhandels-Betriebe gilt weiterhin die höchste Mobilisierungs-Stufe. Die Puffer-Funktion des Arzneimittel-Vollgroßhandels wird auch in den kommenden Wochen von zentraler Bedeutung sein. Der Grund: Schon vor Ausbruch des Corona-Virus hat es zuletzt Lieferschwierigkeiten bei Arzneimitteln in unterschiedlichen Therapie-Gebieten gegeben. Aufgrund der Grenzschließungen und der erschwerten Transportbedingungen sowie der massiv erhöhten Nachfrage nach Medikamenten kann es zu zeitlichen Verzögerungen kommen. Der vollsortierte Großhandel werde aber stets in der Lage sein, zumindest einmal täglich Arzneimittel an alle Apotheken liefern zu können, erklärt Windischbauer.
++ Update 26.03.2020 – Aktuelle Zahlen – Schwierige Lage für niedergelassene Ärzte – Anliegen der Hilfsorganisationen – Warnung vor Arzneimttelfälschungen – EU verschiebt Zertifizierung von Medizinprodukten – Alte E-Card gilt noch bis Ende Mai – Blut- und Plasmaspenden weiterhin ganz wichtig – Burgenland sucht helfende Hände – AstraZeneca spendet Schutzmasken
  • Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Österreich ist bis heute (Stand 9 Uhr) auf 6.001 (15 Uhr: 6.398) gestiegen. An erster Stelle liegt weiterhin Tirol mit 1.460 (1.623) Fällen, gefolgt von Oberösterreich mit 1.024 (1.054), Niederösterreich mit 799 (873) und Wien mit 735 (825) Fällen. 42 (49) Todesfälle wurden vom Gesundheitsministerium bestätigt. Bisher wurden knapp 36.000 Testungen durchgeführt. Die Zahl der Spitalspatienten (von 237 auf 547) und Intensivpatienten (von 26 auf 96) stieg über Nacht sprunghaft an. Das liegt allerdings nicht an einem realen Anstieg, sondern an einer neuen Zählweise des Gesundheitsministeriums. Eine Auswertung von SORA der vergangenen vier Tage zeigt ein erstes Anzeichen für ein Einbremsen des exponentiellen Wachstums.
  • Fehlende Schutzausrüstung und massive Einkommensverluste stellen für Österreichs Ärzte im Zuge der Verbreitung des Coronavirus zusätzliche Herausforderungen dar. Während die Spitäler aufrüsten, bleiben die Praxen im niedergelassenen Bereich eher leer. Die Politik schaffe derzeit (noch) nicht die nötigen Rahmenbedingungen für Tausende niedergelassene Ärzte, kritisierten am Donnerstag mehrere Vertreter der Berufsgruppe. „Wir hören die Botschaft, aber uns fehlt der Glaube“, erklärt Friedrich Weiser, Fachgruppenobmann für Chirurgie in der Wiener Ärztekammer. Die Kritik: Einerseits würden seit dem Inkrafttreten der Ausgangsbeschränkungen die meisten Patienten den Praxen fernbleiben, andererseits seien die Ärzte aufgefordert, die Praxen offen zu halten. Die Folge seien plötzliche, dramatische Umsatzeinbrüche von rund 90 Prozent, meinen die Ärzte. Die Ärzte fordern, dass die Praxen von niedergelassenen Ärzten, ihrem Versorgungsauftrag weiter nachkommen, unterstützt werden. „Gerade jetzt, wo wir auf den Höhepunkt der Coronavirus-Pandemie zusteuern, stellen diese engagierten niedergelassenen Ärzte eine enorme, unverzichtbare Stütze des Gesundheitswesens dar“, gibt auch Gerald Bachinger, NÖ Patientenanwalt, zu bedenken. „Eine faire Möglichkeit wäre, den Ärzten für die Zeit der Ausgangsbeschränkungen 90 Prozent der Umsätze auszugleichen“, lautet die konkrete Forderung von Weiser. Basis könnte der Durchschnitt der Kassenabrechnungen der letzten sechs Monate sein, so sein Vorschlag. Zudem fordern Ärzte für ihren Einsatz in der Coronakrise steuerfreie Prämien.
  • Hilfsorganisationen haben gestern ihre Anliegen angesichts der Corona-Krise beim Sozialministerium deponiert. Getroffen haben sich Mittwochnachmittag die Bundesarbeitsgemeinschaft freie Wohlfahrt (BAG) – ihr gehören mehrere Hilfsorganisations-Träger an – mit Vertretern des Sozialministeriums, darunter Generalsekretär Stefan Wallner. In der „Causa prima“, der Schutzbekleidung für Pflegekräfte, ist vom Ministerium angedacht, dass diese nach der Beschaffung durch den Bund über die jeweiligen Krisenstäbe in den Bundesländern direkt eingemeldet wird. Auch Mitarbeiter von Obdachlosen-Einrichtungen und Behinderten-WGs sollen diese erhalten, geht es nach der BAG. Wobei Caritas-Generalsekretär Bernd Wachter schon klar ist, dass Schutzkleidung derzeit ein „knappes Gut“ ist. Die Träger-Organisationen drängen weiters auf rasche COVID-Tests für Beschäftigte in der 24-Stunden-Betreuung. Auch dabei fühlt sich Wachter nach dem Gespräch mit dem Ministerium verstanden. Diese sollen – aufgrund der Quarantäne-Bestimmungen für manche ausländische Pflegekräfte – direkt an der Grenze stattfinden. Noch gebe es keinen Mangel, einen „Peak“ erwartet er aber zu Ostern, wenn Betreuerinnen und Betreuer turnusmäßig ausreisen. An die Länder appelliert Wachter, Kapazitäten bei den mobilen Diensten nicht abzubauen, da diese in der 24-Stunden-Betreuung genutzt werden könnten. Ein weiteres Anliegen ist den Träger-Organisationen, dass Pflegeheimbewohner und -bewohnerinnen nach einer Entlassung aus dem Krankenhaus, unabhängig vom Grund des Aufenthalts, auf COVID-19 getestet werden. Denn auch hier bestehe das Risiko, sich im Krankenhaus angesteckt zu haben und das Virus danach weiter zu verbreiten. Eine weitere Personengruppe, die der BAG wichtig ist, sind Menschen in prekärer Situation, wie derzeit zum Beispiel Saisonniers, die durch die Corona-Krise ihren Job verloren haben. Oft dauere es sehr lange, bis erstmals Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld ausbezahlt wird. Hier habe man mit dem Bund die Einrichtung eines „Notfalltopfes“ angedacht, berichtete Wachter, um die „Bürokratie möglichst flach zu halten“.
  • Nach Sicherstellung von 4,4 Millionen gefälschten Medikamenten und Schutzmasken im Rahmen einer Europol-Aktion in den vergangenen Wochen verwies am Donnerstag der Generalsekretär des Verbandes der pharmazeutischen Industrie Österreichs (Pharmig), Alexander Herzog, auf die Gefahren durch solche Produkte. Es handle sich einfach um skrupellose Geschäftemacherei. „Die pharmazeutische Industrie forscht derzeit unter Hochdruck und mit größter Sorgfalt an sicheren Arzneimitteln und Impfstoffen. Es gibt noch kein Präparat, welches das derzeit grassierende Coronavirus heilen könnte. Auch wenn dies auf irgendwelchen Internetseiten behauptet wird, sollte man keinesfalls darauf hereinfallen und sich derartige, gefälschte Arzneimittel bestellen. Der skrupellose Handel mit Millionen von Medikamentenfälschungen, auch mit jenen, die vorgeben, das Coronavirus zu bekämpfen, setzt die Gesundheit und das Leben von Patientinnen und Patienten aufs Spiel“, warnte Herzog. Bei den aufgegriffenen Fälschungen handelte es sich laut Europol vor allem um Arzneimittel gegen Virenerkrankungen sowie Antibiotika, Paracetamol, Ibuprofen und Medikamente zur Behandlung von Malaria. Auch gefälschte Impfstoffe werden angeboten. Laut Herzog sei die Gefahr, die von diesen gefälschten Präparaten ausgeht, enorm, da sie keinerlei Qualitätskontrolle unterliegen.
  • Um in der Coronakrise keine bürokratischen Hürden für Atemmasken und andere Hilfsmittel aufzubauen, will die EU-Kommission die geplante Zertifizierung von Medizinprodukten um ein Jahr verschieben. In den nächsten Tagen soll ein Vorschlag vorgelegt werden, wie die Brüsseler Behörde am Mittwoch mitteilte. Sie folgt damit Appellen aus dem Europaparlament und der Hersteller. Derzeit gilt: Ab Ende Mai dürfen in der Europäischen Union nur noch besonders zertifizierte Medizinprodukte auf den Markt gebracht werden. Dies wurde als Konsequenz aus dem Brustimplantate-Skandal 2010 in der EU-Medizinprodukteverordnung festgelegt. Die Anwendung soll nun um zwölf Monate verschoben werden, damit es mitten in der Coronavirus-Krise nicht zu zusätzlichen Engpässen im Gesundheitssystem kommt. (APA/dpa)
  • Die alte E-Card ohne Foto läuft nicht Ende März ab, sondern gilt noch bis Ende Mai. Die Übergangsfrist wurde von drei auf fünf Monate verlängert. Die Verordnung dazu segnete der Ministerrat am Mittwoch ab. Der Grund sind die steigenden Infektionen mit COVID-19. Die Fristverlängerung ist ein Beitrag, um Personalressourcen in den Behörde, vor allem den Landespolizeidirektionen, nicht übermäßig zu binden. Außerdem geht es darum, Kundenkontakte zu verringern und mögliche Infektionen zu verhindern. Neue E-Cards werden seit 1. Jänner nur noch mit Foto ausgestellt. Versicherte, für die kein Foto in einem Register vorhanden ist, müssen ein Foto beibringen und haben dafür jetzt bis Ende Mai Zeit. Bis dahin können sie weiter mit der alten E-Card oder mit Ausweis und Versicherungsnummer einen Arzt aufsuchen. (APA)
  • In Österreich finden derzeit keine planbaren, nichtakuten Operationen statt. Das wirkt sich auf den Blutbedarf aus. Dieser sei in den nächsten Wochen gut gedeckt, sagte der Bundesrettungskommandant des Roten Kreuzes, Gerry Foitik. Sollte der Bedarf steigen, werde das Rote Kreuz darüber informieren. Blutspendetermine finden weiterhin statt. „Die Menschen sollen so, wie sie es normalerweise auch tun, zur Blutspende kommen, also regelmäßige Spender weiterhin Termine wahrnehmen“, sagte Foitik. Werden mehr Blutspender benötigt, werde man bereits registrierte Spender informieren. Blutspender, die in Tirol waren, werden derzeit ausgeschlossen. In den Quarantänegebieten selbst darf weiterhin Blut gespendet werden. Denn eine Blutspende ist auch in Quarantäne möglich, solange die Schutzmaßnahmen – beispielsweise der Sicherheitsabstand – eingehalten werden. Das Rote Kreuz Tirol wird auch während der Quarantäne Blutspendeaktionen abhalten, das ist seitens der Behörden dezidiert erlaubt.
    Extrem wichtig bleiben Plasmaspenden. Doch dort sind die Spenderzahlen im Moment rückläufig. Deshalb werden in Wien etwa die Kapazitäten diesbezüglich angepasst, was bedeutet, dass seit Montag nur noch das Biolife-Zentrum am Standort Kirchengasse in Neubau geöffnet und die übrigen Zentren vorübergehend geschlossen sind. Biolife ist ein Tochterunternehmen des japanischen Pharmakonzerns Takeda.
  • Burgenlands Spitalsbetreiber suchen wegen der Coronakrise Freiwillige, die bereit sind, in Gesundheitseinrichtungen mitzuhelfen. Der Appell unter dem Motto: „Zusammen pack ma’s! Wir suchen helfende Hände“ richte sich vor allem an Ärzte, Pflegepersonen und Menschen aus Gesundheitsberufen, teilten am Mittwoch die Burgenländische Krankenanstalten-Ges.m.b.H. (KRAGES) und die Barmherzigen Brüder mit. Man freue sich aber auch über alle anderen Angebote zur Hilfe, wurde betont. Menschen aus Gesundheitsberufen, die mithelfen wollen, können sich online auf http://www.krages.at melden. Die Freiwilligen sollten höchstens 65 Jahre alt sein, sich fit und gesund fühlen und jetzt sinnvoll im Burgenland helfen wollen. Die Koordination der Anmeldungen übernimmt die KRAGES. Um die Gesundheitsversorgung im Zuge der Corona-Pandemie zu sichern, trifft das Burgenland noch weitere Vorkehrungen: Das Allsportzentrum in Eisenstadt und eine Kuranstalt in Bad Tatzmannsdorf werden für die Aufnahme von Corona-Patienten eingerichtet, gab Landeshauptmann-Stv. Astrid Eisenkopf am Mittwoch bekannt.
  • Der britische Pharmakonzern AstraZeneca spendet neun Millionen Mundschutzmasken, um medizinische Fachkräfte weltweit im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie zu unterstützen. Das Unternehmen ist der diesbezüglichen Aktionsplattform des World Economic Forum beigetreten, hieß es am Donnerstag in einer Aussendung. Die ersten Lieferungen würden noch diese Woche nach Italien gehen. Darüber hinaus engagiere man sich bei der Entwicklung von neuen Testverfahren auf SARS-CoV-2. AstraZenecas Forschungs- und Entwicklungs-Team arbeite auch daran, monoklonale Antikörper zu identifizieren, um deren Wirksamkeit und Sicherheit in der Behandlung und Prävention von COVID-19 in klinischen Studien voranzutreiben. (APA)
++ Update 25.03.2020 – Aktuelle Zahlen – KAV: Selektivere Ausgabe von Schutzausrüstung – Masken dürfen gereinigt werden – Mehr Tests für Gesundheits- und Pflegepersonal – Schnelltests sollen Durchseuchung klären – Psychotherapie per Telemedizin – Steirisches Forschungsprojekt screent zwei Mrd. potenzielle Wirkstoffe
  • Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Österreich ist bis heute (Stand 15 Uhr) auf 5.560 gestiegen. Das ist eine Steigerung von 14,03% gegenüber gestern 15 Uhr. An erster Stelle liegt weiterhin Tirol mit 1.396 Fällen, gefolgt von Oberösterreich mit 915, Niederösterreich mit 750 und Wien mit 702 Fällen. 31 Todesfälle wurden vom Gesundheitsministerium bestätigt. 96% der mit dem Coronavirus infizierten Österreicher haben einen sehr milden Krankheitsverlauf und sind in häuslicher Pflege. Nur 3,5% müssen in einem Krankenhaus behandelt werden; 0,5% werden intensivmedizinisch betreut.
  • Beim Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) lässt man bei Schutzausrüstung und Schutzmasken nun Vorsicht walten und vergibt sie selektiver, da die Dauer der Coronakrise offen ist. Der KAV beteuert, dass er genug Schutzausrüstung hat und verweist darauf, dass erst im Jänner die Lager gefüllt wurden und schon in den nächsten Tagen weitere Lieferungen eintreffen sollen. Dennoch wird die Vorgangsweise bei der Ausgabe von Schutzausrüstung nun geändert, wie eine KAV-Sprecherin erläuterte. Bisher wurde herkömmliches Schutzmaterial so bereitgestellt, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einfach darauf zugreifen konnten. Doch die jeweiligen Behältnisse seien innerhalb kürzester Zeit geleert worden. Deshalb werden nun etwa die Atemschutzmasken der Kategorie FFP3 persönlich ausgegeben. Jede Person, die eine solche benötige, erhalte auch eine, wurde versichert. Einfache OP-Schutzmasken gibt es übrigens weiter ohne Einschränkungen.
  • Daneben hat der KAV wurde ein Forschungsprojekt gestartet, um herauszufinden, wie Masken desinfiziert und wiederverwertet werden können, um auf mögliche Notfallszenarien vorbereitet zu sein. Die einmalige Wiederverwendung von Masken der Klassen FFP2 und FFP3 sei mittels Erlass vom Bund genehmigt worden, berichtete der städtische Spitalsbetreiber. Die mittels Dampfverfahren gereinigten Utensilien sind vorerst als Reserve gedacht, wie betont wird.
  • Abgesehen von der Ausstattung mit dem nötigen Material soll das Gesundheitspersonal künftig auch häufiger und vor allem rascher getestet werden. Laut der KAV-Sprecherin würden „Fast Lanes“ in den Krankenhäusern eingerichtet. Das bedeute, dass die Abläufe bei der Untersuchung eines Verdachtfalls in einem Spital rascher als beim sonst üblichen Prozedere erfolgen würden.
  • Die Gewerkschaft fordert angesichts der steigenden Zahlen an Coronavirus-Infizierten mehr Tests für Pflege- und Betreuungspersonal. „Eine Ausbreitung des Virus in diesem besonders kritischen Bereich hätte katastrophale Auswirkungen“, warnte Barbara Teiber, Bundesvorsitzende der GPA-djp, heute via Aussendung. Spätestens bei Symptomen müssten Tests durchgeführt werden. „Wir wissen von Beschäftigten in der Pflege und Betreuung, dass sie mit Corona-Symptomen im Krankenstand sind, aber nicht getestet werden“, sagte Teiber. Eva Scherz, Kollektivvertragsverhandlerin für den Pflegebereich, ergänzte: Wer nicht in eine Risikogruppe falle oder im Ausland gewesen sei, werde selbst bei Symptomen oft nicht getestet. Es werde keine Rücksicht darauf genommen, dass Betreuungs- und Pflegekräfte in erhöhtem Maße mit Risikogruppen zu tun haben, kritisierte die Gewerkschaft. Hier brauche es dringend schnelle Tests und im Fall von positiven Tests Sofortmaßnahmen zum Schutz von Personal und Patienten. Der Pflege- und Betreuungsbereich sei der Sockel der Gesellschaft, „wir können uns nicht leisten, dass er wegbricht“, so Teiber.
  • Der Virologe Herwig Kollaritsch hat Dienstagabend erläutert, warum man nun seitens der Regierung auch auf Schnelltests zur Erkennung von Corona-Infizierten setzt. Diese seien dann am sinnvollsten, wenn man ein Kollektiv untersuchen und schauen wolle, wie viele Personen unbewusst Kontakt mit dem Virus gehabt hätten, erklärte das Mitglied der Corona-Taskforce des Sozialministeriums in der „ZiB2“. Zu sehen, wie stark die Durchseuchung sei, sei ein wichtiger Parameter für die zu setzenden Maßnahmen, erläuterte der Virologe. Entschieden trat er Theorien entgegen, wonach es besser wäre, das Virus einfach die Bevölkerung durchlaufen zu lassen, um rasch eine Herdenimmunität zu erreichen. Da wäre innerhalb von zwei Wochen das Gesundheitssystem völlig überlastet und beispielsweise in Österreich mit mindestens 60.000 Toten zu rechnen. Das wäre völlig unethisch und völlig unmoralisch, so Kollaritsch. (APA)
  • Psychotherapie kommt während der Corona-Krise per Telemedizin nach Hause. Die Vereinigung Österreichischer Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten (VÖPP) listet auf ihrer Homepage (www.voepp.at) zertifizierte Anbieter, außerdem gibt es eine Erstberatungs-Hotline (Anmeldung und Rückruf über www.voepp.at/schnelle-hilfe/). Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) ermöglicht Patienten – sowohl solchen, die vorhaben, sich in eine psychotherapeutische Behandlung zu begeben, als auch allen, die sich bereits in einer befinden – für die Dauer der Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie, Einheiten via Telefon, Skype, Zoom oder Facetime zu nützen. Sie werden wie eine in der Ordination erbrachte Leistung abgerechnet, sieht das Corona-Maßnahmenpaket der Gesundheitskasse vor. Das soll direkte Kontakte reduzieren, bei gleichzeitiger Sicherstellung der Betreuung. (APA)
  • Die steirische Forschung erregt anlässlich des Coronavirus erneut internationales Aufsehen: Das Biotech-Start-up Innophore, die Universität Graz und das acib, Austrian Centre of Industrial Biotechnology, rufen gemeinsam mit der renommierten Harvard University ein Projekt ins Leben, in dem computerbasiert rund zwei Milliarden potenzielle Wirkstoffe gegen COVID-19 gescreent werden sollen. Die Google-Mutter „Alphabet“ gab dabei unlimitierte Rechenleistung ihrer Google-Cloud frei, die es erstmalig ermöglicht, solch eine umfangreiche Menge an Wirkstoffen zu simulieren. Auch der Vienna Scientific Cluster, eine Kollaboration mehrerer österreichischer Universitäten, stellt Ressourcen seiner Supercomputer zur Verfügung. „Die größte Herausforderung bei Simulationen wie diesen ist nicht nur, die Daten der Milliarden Wirkstoffe zu bekommen, sondern auch die notwendigen Rechenkapazitäten. Im Moment gehen wir davon aus, über 100 Milliarden Einzelsimulationen durchzuführen, denn jeder potenzielle Wirkstoff wird einzeln ,gescreent‘“, so Christian Gruber, Geschäftsführer der Innophore. Aktuell unterstützt Innophore diesen von der Harvard Medical School entwickelten Virtual-Flow-Prozess, indem es mit seiner patentierten 3D-Punktwolken-Technologie unzählige Ansatzpunkte simuliert und diese mithilfe von künstlicher Intelligenz filtert. „Obwohl bereits einige vielversprechende Medikamente identifiziert wurden, hat das Projekt großes Potenzial, weitere geeignete Kandidaten zu finden. Die Kombination der 3D-Punktwolken-Technologie mit großflächigem, virtuellem Screening und enormer Rechenleistung ist sehr vielversprechend. Wir sind gespannt, welche Ergebnisse wir in den kommenden Wochen erzielen werden“, erklärt Prof. Arthanari von der Harvard Medical School.
++ Update 24.03.2020 – Aktuelle Zahlen – Appell des Gesundheitsministers – Einkauf von Schutzmasken und -ausrüstung – Mehr Tests wien- und österreichweit – 100 Mio. Euro für die Pflege – Eintragung ins Gesundheitsberuferegister vorübergehend ausgesetzt – Neue Diabetes-Hotline in Vorarlberg – Neuer Antikörpertest in der Schweiz – Anges testet Impfstoff an Tieren
  • Die Zahl der Coronavirus-Infizierten in Österreich ist bis heute (Stand 15 Uhr) auf 4.876 gestiegen. An erster Stelle liegt nach wie vor Tirol mit 1.253 Fällen, gefolgt von Oberösterreich mit 795, Niederösterreich mit 620 und Wien mit 617 Fällen. 28 Todesfälle wurden vom Gesundheitsministerium bestätigt. Nach Abflachung der Zuwachsraten in den letzten Tagen stiegen die Neuinfektionen wieder. Im 24-Stunden-Vergleich bedeutet das eine Zunahme um 24,15 Prozent zwischen 23. und 24.3. Zuvor waren es Erhöhungen von 15,28 bzw. 19,33 Prozent gewesen.
  • Gesundheitsminister Anschober nahm gestern (23.3.) Stellung zu den Anstiegsraten der Coronainfektionen und appellierte an die Bevölkerung, die Maßnahmen der Bundesregierung bestmöglich zu unterstützen: „Nach einer besonders niedrigen Steigerungsrate von 15,28 Prozent am Vortag, sind die Erkrankungsfälle in den vergangenen 24 Stunden wieder um etwa 20 Prozent angewachsen. Das ist deutlich weniger als vor zehn Tagen mit damals 30 bis 40 Prozent, aber noch viel zu viel. Umso wichtiger ist es jetzt, die Zuwächse durch eine konsequente Umsetzung der Maßnahmen auf den einstelligen Bereich an Tageszuwächsen zu drücken. Ich appelliere an alle Österreicherinnen und Österreicher – wir brauchen jetzt noch mehr Konsequenz bei der Einhaltung der Maßnahmen – auch die restlichen fünf Prozent, müssen endlich mitmachen!“
  • Wien weitet die SARS-CoV-2-Testkapazitäten aus. Künftig sollen statt 400 bis zu 1.800 Tests pro Tag möglich sein, twitterte ein Sprecher von Bürgermeister Michael Ludwig. 600 davon sollen auf den Gesundheitsbereich entfallen. Um das Volumen auszubauen, kommen weitere Analysestellen dazu. Laut Rathaus konnten private Labors dafür gewonnen werden. Bisher wurden die Abstriche aus Wien vor allem von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) und dem Virologischen Institut der MedUni Wien bearbeitet. Bundeskanzler Kurz will die Coronavirus-Tests auch österreichweit weiter ausbauen und strebt 15.000 Tests pro Tag an. Ebenso will Kurz auf Schnelltests setzen, um hunderttausende Menschen testen zu können.
  • Die Regierung hat ein Maßnahmenpaket für die Pflege geschnürt. Es sollen 100 Mio. Euro bereitgestellt werden, um „Notsituationen“ abzuwenden, sagten Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) und Zivildienstministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Gemeinsam mit den Bundesländern und mit dem Finanzministerium habe man ein Konzept erarbeitet, um den Ausfall ausländischer Pflegekräfte und pflegender Angehöriger, die selbst erkranken könnten, aufzufangen. Mit dem Geld sollen Hotlines in den Bundesländern ausgebaut werden, ebenso soll die Personalsituation entspannt werden. Es werde nicht möglich sein, die aktuelle Betreuungssituation aufrechtzuerhalten, betonte Anschober bei der Pressekonferenz. Es solle aber auch niemand zurückgelassen werden, sagten er und Köstinger. Darum gebe es nun ein großes Maßnahmenpaket für Ersatzbetreuungsangebote, so der Gesundheitsminister. Es gehe um eine Notfallversorgung, bei der Betreuungsplätze etwa auch in den wegen der Coronakrise geschlossenen Reha- und Kuranstalten angedacht werden Dazu gebe es bereits Verhandlungen, so Anschober. Zudem sollen Förderungen für die Pflege flexibilisiert werden. (APA)
  • Nach dem Hilfeschrei der Ärztekammer hat die Regierung laut Medienberichten zwei Millionen OP-Masken gekauft. Spitäler, Ärzte und Apotheker hatten gemahnt, dass sie nicht ausreichend Schutzmasken für die Coronavirus-Krise hätten. Spitäler und Bundesländer haben bisher eigenständig Schutzausrüstung angeschafft. Nun solle es einen zentralen Einkauf geben, berichtete „Österreich“ (Dienstag-Ausgabe). Das Wirtschaftsministerium kaufte zwei Millionen chirurgische Masken, die am Freitag ankommen sollen. Laut dem Virologen der Berliner Charité, Christian Drosten, gibt es allerdings keine wissenschaftlichen Daten für die Wirkung einfacher chirurgischer Masken. In Wien-Schwechat landeten indes zwei AUA-Maschinen aus China, die 130 Tonnen Schutzausrüstung an Bord hatten. Das Material soll nun von einem zivilen Frächter in Begleitung von Polizei und Militärpolizei nach Tirol und in weiterer Folge teilweise zur Grenze nach Südtirol gebracht werden, wo es den italienischen Behörden übergeben wird.
  • Laut einer aktuellen Gesetzesänderung dürfen während der Dauer der derzeitigen Corona-Pandemie alle Personen in der Pflege und in den gehobenen medizinisch-technischen Diensten arbeiten, die über eine entsprechende Ausbildung verfügen. Diese berufliche Ausbildung muss durch Zeugnis, Diplom, Abschlussurkunde oder Bescheid nachgewiesen werden. Die Registrierungspflicht wird aber wegen der Corona-Pandemie vorübergehend ausgesetzt. „Wegen der Coronakrise ist die Eintragung ins Gesundheitsberuferegister vorübergehend nicht erforderlich“, stellt AK-Präsident Kalliauer klar. (Anmerkung: Die Arbeiterkammer ist die für diese Registrierung zuständige Behörde und seit Juli 2018 müssen sich Beschäftigte in der Pflege und in den gehobenen medizinisch-technischen Diensten in das sogenannte Gesundheitsberuferegister eintragen lassen.) Mit dem Ende der Pandemie erlischt diese Berechtigung aber wieder. Ab dann ist für eine weitere Berufsausübung wieder die Registrierung im Gesundheitsberuferegister notwendig. (APA)
  • Die Selbsthilfe Vorarlberg, Dachverband der Selbsthilfegruppen im Land, hat aufgrund der aktuellen Situation eine Diabetes-Hotline eingerichtet. Dadurch sollen Ambulanzen, Ärzte und Pflegepersonal entlastet werden, teilte die Landespressestelle am Dienstag in einer Aussendung mit. Diabetiker können sich seit Montag von 8.00 bis 18.00 Uhr unter der Nummer 0664/43 49 658 oder der E-Mail-Adresse info@selbsthilfe-vorarlberg.at professionell beraten lassen – es werde eng mit den Ärzten in den Ambulanzen zusammengearbeitet, so der stv. Obmann der Selbsthilfe Vorarlberg, Joe Meusburger. Bei anderen Erkrankungen ist die Selbsthilfe Vorarlberg wie bereits bisher unter 0664/43 49 654 erreichbar. Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher dankte den Beteiligten für ihr Engagement, das die Spitalsambulanzen in der derzeitigen schwierigen Situation entlasten werde.
  • Auch Forscher am Universitätsspital Zürich sind dem aktuell grassierenden Coronavirus und der davon ausgelösten Krankheit Covid-19 auf der Spur. Für ihre Studie nutzen sie einen neuen Antikörpertest. Ein ganzes Netzwerk von Schweizer Forschern hat diesen Antikörpertest entwickelt, wie Adriano Aguzzi, Leiter des Instituts für Neuropathologie am Unispital, am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte. Dabei handelt es sich um einen rein experimentellen Test, der pseudonymisiert gemacht wird. Das heißt, den Patienten werden vorerst keine Informationen über ihren Status mitgeteilt. Im Gegensatz zu den gängigen Tests, bei denen ein Rachenabstrich auf Viruspartikel untersucht wird, testen die Forscher mit ihrer Neuentwicklung das Blut auf Antikörper. Diese werden gebildet, wenn Personen eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben. Auch diejenigen, bei denen die Infektion mit wenigen oder gar keinen Symptomen abgelaufen ist, könnten so erkannt werden. Am Unispital wollen die Forscher nun das Blut von allen Patienten, die ins Spital kommen, testen – nicht nur von jenen, die mit einer Coronavirus-Infektion eingeliefert werden. Der Reihentest liefert wichtige Informationen. Damit können die Forscher beispielsweise feststellen, wie hoch die Durchseuchung ist, also wie viele Personen das Virus in sich tragen oder die Krankheit bereits überstanden haben. Ebenso kommt ans Licht, wie hoch die Dunkelziffer ist, etwa weil die Patienten keine Symptome haben. Untersucht wird aber auch, mit welchen Erkrankungen die Patienten ins Spital eingeliefert werden. Denn nicht alle kommen mit den typischen Symptomen wie Husten und Fieber. „Es gibt noch sehr viele Unklarheiten“, sagte Aguzzi. Für mehr Wissen zu sorgen, sei fundamental wichtig. Ein Vorteil des neuen Tests sei, dass ein sehr hoher Durchsatz möglich ist. Jeden Tag kann das Blut von 1.000 bis 2.000 Patienten getestet werden. Da es sich jedoch um einen experimentellen Test handelt, ist damit keine personalisierte Diagnostik möglich, wie Aguzzi erklärt. Sonst müsste der Test von offiziellen Stellen akkreditiert werden – und dafür ist die Zeit zu knapp. (APA/sda)
  • Das japanische Biopharmaunternehmen Anges hat mit der Universität Osaka die Entwicklung eines DNA-Impfstoffs gegen das neue Coronavirus abgeschlossen und beginnt bald mit den Tests an Tieren. DNA-Impfstoffe werden mit einem inaktivierten Virus hergestellt und können schneller produziert werden als proteinbasierte Impfstoffe, so die Unternehmensmitteilung. Takara Bio sei verantwortlich für die Produktion des Impfstoffs, und Daicel Gen-Transfer-Technologie würde ebenfalls Anwendung finden, erklärte das Pharmaunternehmen. Die Aktien von Anges stiegen im Vormittagshandel in Tokio um bis zu 17 Prozent. (APA/Reuters)
++ Update 23.03.2020 – Aktuelle Zahlen – Mangel an Tests und Schutzausrüstung beheben – Pooling-Strategie bei Tests – Weitere Millionen für die Forschung – Impfung von CureVac wahrscheinlich ab Herbst verfügbar – MSF-Einsatz in Frankreich
  • Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Österreich ist bis heute (Stand 15 Uhr) auf 3.924 gestiegen. An erster Stelle liegt Tirol mit 803 Fällen, gefolgt von Oberösterreich mit 707 Fällen. 21 Menschen sind bisher österreichweit an Covid-19 verstorben.
  • Bisher sind in Österreich über 23.400 Coronavirus-Testungen durchgeführt worden. Immer wieder wird allerdings Kritik laut, dass zu wenig getestet werde. Zuletzt hatte SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner flächendeckende Testungen gefordert. Dieser Forderung erteilte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) jedoch eine Absage. „Eine flächendeckende Testung wird von unserem Fachbeirat als nicht sinnvoll bewertet und ist auch aufgrund der Ressourcen nicht umsetzbar“, erläuterte der Ressortchef am Montag auf Anfrage der APA. „Wir erhöhen schrittweise massiv die Zahl der Testungen in Österreich – es bleibt bei klaren Schwerpunkten: Verdachtsfälle laut Falldefinition oder Entscheidung des niedergelassenen Arztes, aber vor allem alle Gesundheitsberufe als Zielgruppe“, bekräftigte Anschober. Er betonte, dass im Laufe der vergangenen Woche die Testkapazität von 1.000 bis 1.500 Testungen pro Tag in zehn Labors auf derzeit etwa 2.000 bis 4.000 Tests pro Tag in 20 Labors verdoppelt wurde. Laut Anschober steigt die Zahl der täglich möglichen Tests täglich, weil sich immer mehr Labors aus dem niedergelassenen Bereich mit sogenannten Hochdurchsatzgeräten ausstatten. Eine präzise tagesaktuelle Angabe sei daher schwierig. „Außerdem kommen Labors aus dem niedergelassenen Bereich hinzu. So werden die Kapazitäten schrittweise massiv erhöht“, erläuterte der Minister. Zu den Kosten der Testungen sind derzeit keine genauen Angaben möglich, hieß es aus dem Ministerium. Der Gesundheitsminister betonte zudem die Bemühungen aller Beteiligten, mit koordinierten Zukäufen von Schutzkleidung schon in nächster Zeit Erleichterung zu schaffen. Da sei man mit allen Mitteln dahinter. „Wir haben auch zusätzlich Beatmungsgeräte bestellt“, sagte Anschober. Nur hätte in der jüngeren Vergangenheit zunächst China große Mengen aufgekauft. Deutschland und Frankreich hätten Exportverbote für diese Waren erlassen, wodurch sogar bestellte und bezahlte Produkte vorübergehend nicht nach Österreich gekommen seien. (APA)
  • Laut der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek könnten mehrere schnellere Tests möglicherweise schon in den nächsten Wochen zur Verfügung stehen. „Was die Tests angeht, wird sich die Lage bald entspannen“, sagte Ciesek der dpa. Ciesek ist laut dpa eine der führenden Forscherinnen für SARS-CoV-2 in Deutschland und arbeitet am Klinikum der Frankfurter Goethe-Universität. Sie sei sehr hoffnungsvoll, dass es in den kommenden Wochen Tests geben werde, die nicht so anspruchsvolle Laborarbeit erfordern. Damit könne man in der „Notaufnahme in etwa 90 Minuten ein Testergebnis“ bekommen, erwartet Ciesek. (dpa)
  • Mit den derzeit verfügbaren Tests könnten deutlich mehr Personen auf das Coronavirus SARS-CoV-2 untersucht werden, wenn mehrere Proben zu einem Test zusammengeführt werden – das zeigen Berechnungen von Wissenschaftern des Complexity Science Hub Vienna (CSH). „Pooling-Strategien zum Testen von möglicherweise Infizierten sind eine praktisch kostenlose Möglichkeit, die Effizienz der Tests zu vervielfachen, solange der Infektionsgrad der Bevölkerung noch gering ist“, heißt es in einem auf der CSH-Homepage veröffentlichten „Policy Brief“. Das Prinzip ist simpel: Beim Pooling werden Proben von mehreren Personen zusammengegeben und mit einem einzigen Test getestet. Ist dieser negativ, sind alle gemessenen Personen negativ. Ist der Test positiv, werden alle Personen einzeln getestet. Die Qualität der Methode hängt den Forschern zufolge von der Zahl der Infektionen in der Bevölkerung ab. Sind 0,1 Prozent infiziert, kann die Methode bis zu 15 Personen pro Test messen. Bei einem Infektionsgrad von einem Prozent können noch immer fünf Personen pro Test getestet werden. Bei zehn Prozent Infizierten sinkt die Wirksamkeit der Methode auf zwei Personen pro Test. Unter der Annahme, dass es derzeit in Österreich 10.000 tatsächlich infizierte Personen gibt (die Zahl der bestätigten Infektionen liegt derzeit bei rund 3.600), ist den Forschern zufolge die optimale Pooling-Größe rund 32 Proben pro Test. In diesem Fall können mit 3.000 täglich verfügbaren Tests etwa 45.000 Menschen getestet werden. Sollten 100.000 Personen infiziert sein, liegt die optimale Pooling-Größe bei elf Proben pro Test – mit 3.000 Tests könnten 15.000 Personen täglich getestet werden. „Pooling könnte somit dabei helfen, Engpässe bei den Tests deutlich zu entschärfen“, betonen die Wissenschafter, die allerdings einschränken, dass ihrem Vorschlag konkrete Probleme in den Laboren und Teststellen entgegenstehen könnten.
    Genau diese ortet die Wiener Virologin Elisabeth Puchhammer-Stöckl vom Zentrum für Virologie der MedUni Wien. Sie sei mit der Idee „nicht so glücklich“, sagte sie im Gespräch mit der APA. Der Ansatz klinge zwar gut, funktioniere aber nur bei sehr vielen negativen Ergebnissen. An ihrem Institut sei jedoch aktuell rund jede zehnte Probe positiv, „Tendenz steigend“. Bei nur zehn Personen in einem Pool ist die Wahrscheinlichkeit also sehr hoch, dass ein solches Pool im Test positiv ausfällt, so Puchhammer-Stöckl. Dann muss der Verband sozusagen aufgelöst und erst wieder alle getestet werden. „Darum werden wir das in der allgemeinen Diagnostik sicher nicht machen, auch weil das mehr Reagenzien und Zeit braucht“, sagte die Virologin.
    Überlegt würden aber sehr wohl Pool-Lösungen für Gruppen, wo man eher mit wenig positiven Resultaten rechnet. Denkbar sei das etwa beim Durchtesten von höchstwahrscheinlich gesunden Krankenhausmitarbeitern. Auch hier würde man aber kleine Pools von nicht mehr als fünf Personen bilden. (APA)
++ Update 22.03.2020 – Ärztekammer warnt vor Antikörper-Schnelltests – Schutzkonzept für Spitäler soll am Montag stehen
  • Die Ärztekammer warnt ausdrücklich vor kommerziellen Schnelltests, die Antikörper gegen SARS-CoV-2 nachweisen sollen. Denn diese Tests sind für die akute Diagnostik von Covid-19 vollkommen ungeeignet. „Antikörper bilden sich erst nach einer Zeitspanne von mehreren Tagen“, betont dazu Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres. Damit würden viele Patientinnen und Patienten negativ getestet, obwohl sie bereits infiziert sind und so auch andere Menschen anstecken könnten.Eine sichere Diagnose sei aktuell nur durch einen direkten Erregernachweis (Polymerase-Kettenreaktion, PCR) aus Schleimhautabstrichen beziehungsweise respiratorischen Sekreten erzielbar.„Das Problem ist, dass einzelne Firmen ihre Antikörper-Schnelltests teilweise sehr offensiv bewerben“, so Szekeres. Deshalb hat die Ärztekammer die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen bereits eindringlich davor gewarnt, solche Tests zu kaufen und ihren Patientinnen und Patienten anzubieten. Szekeres: „Die Folgen wären nicht nur die falschen Ergebnisse, sondern auch die Tatsache, dass deshalb vermehrt Patientinnen und Patienten Ordinationen aufsuchen und sich damit verstärkt einer möglichen Infektion aussetzen beziehungsweise im Falle einer schon erfolgten Infektion andere Patientinnen und Patienten sowie das Ordinationspersonal gefährden würden. (Ärztekammer Wien)
  • Das von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) angekündigte Schutzkonzept für Spitäler soll am Montag an die Bundesländer übermittelt werden. Derzeit sei es „in Schlussbearbeitung durch unsere Fachexperten und den Beraterstab“. Denn das entscheidende Thema ist nun „das Personal in den Spitälern selbst“, hierfür soll es Verbesserungen geben.
    „Es wird darum gehen, den Schulungsbereich der Mitarbeiter zu verstärken“, außerdem sollen „klare Mindestregelungen, was den Zugang betrifft“ definiert werden. Hier ist ohnedies schon vieles verankert, das soll im neuen Konzept „nochmals zusammengeführt und präzisiert“ werden. Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, dürfen lediglich noch Kinder- und Palliativabteilungen besucht werden.
    Künftig sollen Spitalsmitarbeiter auch vorrangig auf Covid-19 getestet werden. Derzeit habe man Kapazitäten für 30.000 Testungen. Dies soll aber „massiv“ ausgebaut werden. Probleme sieht der Gesundheitsminister nicht bei Ausrüstung, Betten oder medizinischen Geräten, hier gebe es beispielsweise auch bei Beatmungsgeräte genug, außerdem kommen „Woche für Woche“ neue hinzu. Das Personal müsse das „höchste Aufmerksamkeitspotenzial“ bekommen und möglichst gut geschützt werden, weil die Ausrüstung nur dann in Betrieb sein kann, „wo ich ausreichend qualifizierte Mitarbeiter habe“. (Apamed)
++ Update 20.03.2020 –  Notfallmediziner überlastet – Asthmatherapie beibehalten – Hyperimmunglobulin-Präparate und Chloroquine gegen Coronavirus – Mangel an Tests – 40.000 Schutzmasken für Kärntner Ärzte – Arbeitsbedingungen der Apotheker
  • Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Österreich ist bis heute (Stand 8 Uhr) auf 2.203 gestiegen. Eine starke Zunahme der positiv auf Covid-19 getesten Personen verzeichnete gestern Donnerstag die Steiermark: Die Zahl stieg im Lauf des Tages um 75 auf 297, eine Zunahme um fast 34 Prozent. Spitzenreiter unter den steirischen Bezirken ist weiter Graz (63 Fälle).
  • Angesichts der steigenden Zahlen schwer erkrankter Corona-Patienten warnen inzwischen nicht nur Spitäler, sondern auch die heimischen Notfallmediziner vor einer Überlastung der notärztlichen Versorgung. Alleine im Uniklinikum Salzburg sind derzeit rund 200 Ärzte, Pflegekräfte und weitere Mitarbeiter in häuslicher Quarantäne.
  • Nach der „Ibuprofen“-Affäre ist es zu einer weiteren Verunsicherung gekommen: Es gibt offenbar Stellungnahmen, wonach die Behandlung mit entzündungsdämpfendem Cortison zum Inhalieren bei Asthma hinterfragt werden sollte. Die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) gab dazu am Freitag eine eindeutige Stellungnahme heraus: Asthma-Patienten sollten bei dieser Therapie bleiben, sonst drohen Komplikationen. „Die österreichischen und deutschen Asthma-Spezialisten empfehlen, bei Kindern und Erwachsenen mit Asthma eine adäquate und individuell eingestellte antiasthmatische Inhalations-Therapie (insbesondere auch eine mit Cortison-Dosieraerosolen) nicht zu ändern oder gar zu beenden“, hieß es in einer Stellungnahme, die von führenden österreichischen Experten, unter anderem von ÖGP-Präsident Ernst Eber, gezeichnet wurde. Auf jeden Fall seien die von der Bundesregierung empfohlenen Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen, einschließlich der Einschränkung von Sozialkontakten auch von Patienten mit Asthma zu befolgen. (APA)
  • In Wien sollen mit einem der beteiligten Entwicklungszentren des Pharmakonzerns Takeda wesentliche Arbeiten für ein schnelles Gegenmittel gegen schwere Covid-19-Erkrankungen entwickelt werden: Hyperimmunglobulin-Präparate mit konzentriertem Inhalt von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 aus Plasma von Patienten, welche die Covid-19-Erkrankung überstanden haben. „Wir sind der führende Anbieter von aus Spenderplasma gewonnen Therapien. Wir haben seit 15 Jahren eine Plattform mit zugelassenen polyklonalen Antikörperpräparaten. Antikörper-basierte Präparate haben gegen die „Vogelgrippe“ (A/H5N1; Anm.) oder gegen die Influenza-Pandemie („Schweinegrippe“; A/H1N1 der Jahre 2009/2010) klinische Erfolge gezeigt. Wir können das jetzt für unser Projekt zur Entwicklung eines solchen Antikörper-basierten Arzneimittels gegen SARS-CoV-2-Infektionen bzw. Covid-19-Erkrankungen nützen“, sagte Thomas Kreil, Virologe und beim aus Japan stammenden international tätigen Pharmakonzern Takeda weltweit für die Sicherheit bezüglich Viren und anderer Pathogene zuständig. Es gibt auch einzelne Berichte über die erfolgreiche Behandlung von SARS-Patienten (2002/2003) mit Hyperimmunglobulin aus Spenderplasma. Bei dem Projekt handelt es sich um die Entwicklung eines Anti-SARS-CoV-2-H-IG-Präparats (Humane IgG-Antikörper gegen SARS-CoV-2). Das Prinzip ist uralt: Der Mensch übersteht eine Infektionskrankheit vor allem dadurch, dass bald nach Ansteckung mit einem Keim, ob Viren oder Bakterien, eine Immunantwort in Gang kommt. Sie wird durch Antikörper vermittelt, anfänglich durch Immunglobulin M. Etwas später, nach etwa einer Woche, setzt die Produktion von spezifischen Immungloblulin G-Antikörpern durch B-Zellen ein (IgG). Dadurch wird die Infektion besiegt. Wieder Genesene („Konvaleszente“) tragen dann diese Antikörper im Blutplasma,diese schützen mehr oder weniger anhaltend vor weiteren Infektionen.Bei Takeda soll das so ablaufen: „Wir wollen Covid-19-Patienten, welche die Infektion vollständig überstanden haben und gesundet sind, bitten, Plasma zu spenden. Aus diesem Plasma werden dann die Antikörper durch „Fraktionierung“ konzentriert und haltbar gemacht. Kranke Patienten sollen schließlich die Antikörper aus dem Plasma (der wieder Gesunden; Anm.) in konzentrierter Form erhalten“, sagte Kreil. (APA)
  • Die USA lassen ein herkömmliches Malaria-Mittel als Medikament gegen Coronavirus-Erkrankungen zu. US-Präsident Donald Trump sagte am Donnerstag im Weißen Haus, die Medikamentenbehörde FDA habe die Arznei Chloroquine zur Behandlung von Coronavirus-Patienten zugelassen. Das Medikament solle bald gegen Rezept ausgegeben werden. Das Malaria-Mittel ist auch in Europa als Arznei gegen das Coronavirus im Gespräch. Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn sagte am Mittwoch, die Regierung habe beim Pharmakonzern Bayer bereits „größere Mengen Chloroquine reserviert“. „Gleichzeitig begleiten unsere Behörden alle Studien dazu mit Hochdruck“, sagte Spahn den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. „Wir wollen schnell wissen, ob dieses Medikament bei Corona hilft.“ (APA/ag)
++ Update 19.03.2020 – Ganz Tirol unter Quarantäne – Weitere Maßnahmen in Ö – Wien: Probleme bei der ärztlichen Versorgung – Neue Atemschutzmasken – Hohe Sterberate im Iran – Besorgnis über Syrien
  • Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Österreich ist bis heute (Stand 14:30 Uhr) auf 2.013 gestiegen. Die höchste Zahl registriert weiterhin Tirol mit 464. Insgesamt sechs Todesfälle gelten als bestätigt.
  • Alle 279 Tiroler Gemeinden sind seit Mitternacht unter Quarantäne und dürfen nur mehr für Arbeit oder Grundversorgung verlassen werden. Die Maßnahme gilt bis 5. April. Tirol war in den vergangenen Tagen durch teils heftige Kritik aus dem In- und Ausland stark unter Druck geraten, nachdem sich Hunderte Touristen aus Skandinavien bei Apres-Ski-Partys angesteckt hatten. Auch die Vorarlberger Arlbergregion wurde unter Quarantäne gestellt. Betroffen sind die Gemeinden Lech, Klösterle, Warth und Schröcken. Im Bundesland Salzburg wurden zwei ganze Täler und die Gemeinde Flachau unter Quarantäne gestellt. Betroffen sind das Gasteinertal mit den Gemeinden Bad Gastein, Bad Hofgastein und Dorfgastein sowie das Großarltal mit den Kommunen Großarl und Hüttschlag.
  • Weitere Maßnahmen in ganz Österreich sind geplant: Reha- und Kuranstalten sowie Thermen werden ab dem Wochenende per Verordnung geschlossen, die offenen Parks und Spielplätzen bleiben seitens der Bundesregierung vorerst geöffnet, die Länder können aber strengere Regelungen verordnen.
  • Wiens Patientenanwältin Sigrid Pilz kritisiert Probleme in der ärztlichen Versorgung außerhalb der Spitäler: „Zuletzt beschwerten sich bei uns vermehrt Patienten, die in Arztpraxen weggeschickt wurden, weil es sich bei ihnen nicht um Notfälle handelte.“ Sie kenne Fälle von Patienten, die wichtige Behandlungen oder Untersuchungen bei Zahnärzten und Augenärzten nicht erhalten hätten. Auch bei der Diabetikerversorgung gebe es Schwierigkeiten. Pilz forderte, dass Fachärzte, die aus gesundheitlichen Gründen keinesfalls Patientenkontakt haben dürfen, telefonisch für Patienten zur Verfügung stehen bzw. dass in versorgungsrelevanten Ordinationen andere Ärzte einspringen. Bei der Wiener Ärztekammer konnte man die Kritik laut „Kurier“ nicht nachvollziehen: „Der größte Teil der Ordinationen hat auch jetzt offen“, sagte ein Sprecher. Es komme aber in manchen Fällen zu Ausfällen, weil Ärzte in Quarantäne seien.
  • In einem Lager in Feldkirchen (Bezirk Urfahr-Umgebung, Oberösterreich) liegen noch 40.000 Grippemasken, die zur Zeit der Vogelgrippe angeschafft wurden. Diese werden derzeit vom Amt für Wehrtechnik in Wien auf ihre Einsatztauglichkeit geprüft. Das teilte Landeshauptmann Thomas Stelzer  Mittwochabend in einer Aussendung mit. Schon Ende Februar waren vom Bundesheer 1,6 Millionen jener Masken vom Typ FFP1, die trotz Haltbarkeitsdatum 2016 als tauglich getestet wurden, den Behörden übergeben worden. 251.000 davon seien am 13. März an oberösterreichische Gesundheitseinrichtungen gegangen, so der Landeshauptmann. 200.000 dieser Masken erhielten Spitäler, weitere Bezirkshauptmannschaften sowie die Ärztekammer.
  • China hat sich bereiterklärt, der EU über zwei Millionen Atemschutzmasken und 50.000 Schnelltests zur Bewältigung der Coronavirus-Krise zu liefern. Das habe ihr der chinesische Regierungschef Li Keqiang gestern in einem Telefongespräch mitgeteilt, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einer Videobotschaft auf Twitter. China selbst hat zum ersten Mal seit dem Ausbruch des neuartigen Coronavirus Anfang Jänner landesweit keine lokalen Neuinfektionen mehr gemeldet. Allerdings stieg die Zahl der Infizierten, die aus dem Ausland zurück in die Volksrepublik kamen, was Ängste vor einer möglichen zweiten Ausbreitungswelle schürt. Laut der Pekinger Gesundheitskommission wurden 34 neue „importierte Fälle“ registriert.
  • Im Iran stirbt alle zehn Minuten eine Person an Covid-19. Diese erschreckende Zahl wurde kürzlich von den iranischen Gesundheitsbehörden bekanntgegeben. Die Zahl der Todesfälle im Iran ist auf fast 1.300 gestiegen. Landesweit haben sich laut Gesundheitsministerium mehr als 18.400 Menschen mit dem Virus infiziert. Der Iran zählt neben Italien (ca. 3.000 Tote) und China (3.245 Tote) zu den am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern der Welt.
  • Angesichts der Corona-Krise warnen Hilfsorganisationen vor dramatischen Folgen, sollte sich das Coronavirus unter Vertriebenen im Nordwesten Syriens ausbreiten. „Dann muss man, so brutal sich das anhört, fast schon mit einem Massensterben rechnen“, sagte Dirk Hegmanns, Regionaldirektor der Welthungerhilfe für Syrien, genüber der Deutschen Presse-Agentur. „Da die russische Luftwaffe systematisch Klinken zerstört hat, gibt es dort keine Gesundheitsversorgung.“ So gebe es im gesamten Nordwesten lediglich 50 Beatmungsgeräte. Auch die WHO zeigte sich wegen der Lage im Nordwesten Syriens „extrem besorgt“. WHO-Sprecher Hedinn Halldorsson warnte, dass die Bevölkerung in der Region unter anderem wegen eingeschränkter Gesundheitsversorgung besonders gefährdet sei. Die WHO arbeite derzeit daran, Ausrüstung für Coronatests in die Region zu bringen. In der kommenden Woche sollen die Tests dann beginnen.
++ Update 18.03.2020 – Weitere Todesfälle in Österreich – Schnellere Coronatests verfügbar – Tirol sucht dringend Gesundheitspersonal – Diabetiker sind Corona-Risikogruppe
  • Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in Österreich ist heute Mittwoch (Stand 15.00 Uhr) auf 1.646 Fälle gestiegen. Neun Personen gelten als genesen. Es gibt bisher vier gesicherte Corona-Todesfälle, vier weitere stehen wahrscheinlich mit Covid-19 in Zusammenhang. Die meisten Infektionen (382) gibt es nach wie vor in Tirol, gefolgt von Oberösterreich (305) und Niederösterreich (256).
  • Tests auf SARS-CoV-2 können jetzt wesentlich schneller durchgeführt werden: Das Wiener AKH hat mittlerweile Tests, die nur mehr 90 Minuten dauern, berichtete Univ.-Prof. Dr. Florian Thalhammer von der Abteilung für Infektionen an der MedUni Wien/AKH gestern in der ZIB2. Bisher dauerte es mehr als vier Stunden an reiner Laborzeit, bis nach einem Abstrich ein Ergebnis vorlag. Mit 90 Minuten Dauer können wesentlich mehr Verdachtsfälle überprüft werden. Dennoch bleibt es laut Thalhammer dabei, dass neben entsprechenden Symptomen auch ein Aufenthalt in einem Risikogebiet samt Risikokontakten gegeben sein muss, damit getestet wird. Das waren bisher Aufenthalte in Italien und im Iran, jetzt zählt auch Tirol dazu. Seiner Meinung nach stehen ausreichend Tests zur Verfügung, da es mittlerweile Anbieter gibt.
  • Wissenschaftler des Engineering Science Department der Universität Oxford und des Oxford Suzhou Centre for Advanced Research (OSCAR) haben ein Schnelltestverfahren für das neue Coronavirus SARS-CoV-2 entwickelt. Das Team unter der Leitung von Prof. Zhanfeng Cui und Prof. Wei Huang hat vor dem Hintergrund der weltweiten Verbreitung des Virus an der Verbesserung von Coronatests gearbeitet. Der neue Test ist viel schneller als frühere Tests, die 1,5 bis zwei Stunden brauchten, um ein Ergebnis zu liefern, und benötigt kein kompliziertes Instrumentarium. Mit dem neuen Verfahren liegt bereits nach einer halben Stunde ein Ergebnis vor, also dreimal schneller. Der Test kann spezifisch SARS-CoV-2 (COVID-19)-RNA und RNA-Fragmente erkennen, ist sehr genau und sensitiv und wurde bereits am Shenzhen Luohou People’s Hospital erfolgreich klinisch getestet.
  • Für die Coronavirus-Screening-Teams und die Notkrankenstationen in den Bezirken sucht das Land Tirol dringend nach diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerinnen, Pflegefachassistentinnen, biomedizinischen Analytikerinnen und Laborassistenten. Verfügbare Kräfte sollen sich über die Homepage des Landes melden. Auch die Ärztekammer hat einen Aufruf gestartet, viele Ärztinnen und Ärzte hätten sich bereits gemeldet.
  • Menschen, die an Diabetes leiden, zählen zur Risikogruppe für eine gehäufte und oft schwerwiegend verlaufende Infektion mit dem Coronavirus. Dabei sei noch unklar, welche Ursachen zu „gravierenden Infektionsverläufen“ führen, sagte Susanne Kaser, Diabetes-Expertin der Universitätsklinik in Innsbruck. Eine strenge Blutzuckerkontrolle sei jedenfalls wichtig und unterstütze die Immunabwehr. „Ein wesentlicher Faktor ist, dass Menschen mit Diabetes häufig an Begleiterkrankungen leiden, zum Beispiel chronische Nierenerkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, erklärte Kaser in einer Aussendung. Dadurch könne sich der Krankheitsverlauf bei einer Infektion mit dem Coronavirus schwerer gestalten. „Noch haben wir aber zu wenige Informationen und klinische Daten, um sagen zu können, welche Menschen mit Diabetes speziell gefährdet sind“, so Kaser. Übergewicht und Adipositas, also Diabetes-Typ-2-assoziierte Faktoren, würden aber mit einer höheren Infektionsanfälligkeit einhergehen. Neben der „engmaschigen Blutzuckerkontrolle“ bei einem Infekt können, nach Absprache mit einem Arzt, auch Umstellungen von Medikamenten erforderlich sein. Außerdem sollte streng auf Hygiene geachtet werden. Selbst wenn ein Diabetiker positiv auf das Virus getestet wurde, heiße das nicht, dass der Patient sofort ins Krankenhaus müsse. „Einzig der klinische Verlauf, das heißt der Schweregrad der Erkrankung, entscheidet darüber, ob eine stationäre Behandlung erforderlich ist“, stellte Kaser klar. (APA)
  • Auch die Johannes Kepler Universität Linz ist jetzt vom Coronavirus betroffen. Ein russischer Student, der an einem internationalen Programm an der JKU Linz teilgenommen hat, ist bei seiner Rückkehr in die Heimat positiv getestet worden, er hat allerdings nur leichte Symptome. Zuvor soll er in Linz noch an einer Studentenparty teilgenommen haben, obwohl Rektor Meinhard Lukas davor noch alle Studierenden und Mitarbeiter der JKU in mehreren Mitteilungen und einer Videobotschaft eindringlich ersucht habe, soziale Kontakte soweit wie möglich zu meiden.
  • ++ Update 17.03.2020 – Vierte Patientin verstorben – Mangel an Schutzausrüstung – Hypertonie-Therapie wie gewohnt fortsetzen – Vermehrte Gewalt gegen Frauen befürchtet – Impfungen in Entwicklung
  • In Wien ist eine weitere Corona-infizierte Patientin, eine 48-jährige Frau, in Heimquarantäne verstorben, sie ist das bisher vierte Todesopfer in ganz Österreich, allerdings liegt noch keine Obduktion vor. Derzeit gibt es landesweit 1.132 bestätigte Fälle, und es wurden bereits über 10.000 Testungen durchgeführt.
  • Der Vizepräsident der Ärztekammer, Dr. Johannes Steinhart, hat einen Mangel bei der Schutzausrüstung für medizinisches Personal in der Coronavirus-Krise bestätigt. Aufgrund von Grenzsperren gebe es „bestellte Ausrüstung, die derzeit nicht über gesperrte Grenzen“ komme, sagte er. Man versuche der Knappheit entgegenzuwirken: Es seien viele Masken eingekauft worden, mit denen auch die Bundesländer „zum Teil“ versorgt werden konnten. Außerdem gebe es „sensationelle Unterstützung“ durch den KAV. Eine Knappheit bei Tests sieht der Ärztekammer-Vizepräsident derzeit aber nicht. 17.000 Fälle in Wien seien gescreent worden, das seien für eine Großstadt sehr viele. Außerdem appellierte Steinhart an die Menschen, Ordinationen nur in Notfällen aufzusuchen, um Ansteckungen zu vermeiden und auch zum Schutz derer, die in den Ordinationen arbeiten.
  • Nachdem das Coronavirus auch in Österreich zu Quarantäne und Ausgangsbeschränkungen geführt hat, befürchten Frauenschutzeinrichtungen infolgedessen einen Anstieg körperlicher und sexueller Gewalt an Frauen in der Isolation. In Wien können sich Frauen an den Frauennotruf Wien unter 01 71 71 9 und die Wiener Frauenhäuser unter 05 77 22 wenden. Die bundesweite Informationsstelle, die Frauenhelpline gegen Gewalt, ist unter 0800 222 555 erreichbar. Es wird auch befürchtet, dass die Frauenhäuser sich rasch füllen könnten und Ausweichquartiere gefunden werden müssen.
  • Berichte aus China besagen, dass arterielle Hypertonie mit einem erhöhten Mortalitätsrisiko bei hospitalisierten COVID-19-Patienten assoziiert sei. Es kamen bald Hypothesen auf, dass es sich dabei um mögliche Nebenwirkungen von ACE-Hemmern oder Angiotensin-Rezeptor-Blockern handeln könnte. Vor allem in den sozialen Netzwerken tauchte die Vermutung auf, dass diese Medikamente das Risiko, an COVID-19 zu erkranken, erhöhen und die Erkrankungen dann schwerer verlaufen. Bedenken kamen insbesondere auch deswegen auf, weil beobachtet wurde, dass das COVID-19-Virus an das ACE2-Enzym bindet und die ACE2-Spiegel nach Behandlung mit ACE-Hemmern und Angiotensin-Rezeptor-Blockern erhöht sind. Das sorgte für Hochdruckpatienten und Ärzte für Verunsicherung. Viele haben die entsprechende Medikation daraufhin eingestellt. Die europäische Kardiologie-Gesellschaft ESC betont nun in einer Stellungnahme, dass Spekulationen über die Sicherheit der Behandlung mit ACE-Hemmern oder Angiotensin-Rezeptor-Blockern in Bezug auf COVID-19 der soliden wissenschaftlichen Grundlage entbehren. Der „Council on Hypertension“ der ESC stellt klar, dass es keine Beweise für die schädliche Wirkung von ACE-I und ARB im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie gibt. Er empfiehlt Ärzten und Patienten ausdrücklich, die Hypertonie-Behandlung mit der gewohnten Medikation fortzusetzen, da keine klinischen oder wissenschaftlichen Beweise rechtfertigen, die Behandlung mit ACE-Hemmern oder Angiotensin-Rezeptor-Blockern wegen COVID-19 abzubrechen.
  • An einer Impfung gegen das Coronavirus arbeiten derzeit weltweit viele Labors. So hat das Deutsche Biotechunternehmen BioNTech seine Partnerschaft mit Pfizer ausgeweitet und will mit dem US-Pharmariesen die Entwicklung seines Impfstoffes gegen das Coronavirus vorantreiben. Die Vereinbarung bezieht sich auf die Entwicklung und die Vermarktung außerhalb Chinas, wie die beiden Unternehmen am Dienstag mitteilten. Für die Volksrepublik hatte BioNTech am Vortag bereits eine Corona-Kooperation mit der chinesischen Fosun Pharma angekündigt. BioNTech und Pfizer wollen für das Projekt Forschungseinrichtungen beider Unternehmen in den USA und Deutschland nutzen, die gemeinsame Arbeit beginnt ab sofort. Der Corona-Impfstoff soll im April in die klinische Erprobung am Menschen gebracht werden.
  • Der Verwaltungsrat des Pharmaunternehmens Menarini hat beschlossen, einen Teil seiner Produktionsstätte in Florenz auf die Herstellung von Desinfektionsgel umzustellen, das Krankenhäusern und Gesundheitsorganisationen gespendet werden soll, die im Kampf gegen das Coronavirus an vorderster Front stehen. Menarini wird 5 Tonnen Desinfektionsgel pro Woche herstellen, die in ganz Italien kostenlos von der nationalen Abteilung für Katastrophenschutz Italiens verteilt werden sollen.
  • ++ Update 15.03.2020 – 300 Verdachtsfälle in Wien warten auf Abstrich –Ärztefunkdienst stockt auf – Ärztekammer rät allen Ordinationen, Patientenkontakte auf das Notwendigste zu reduzieren – Patient im Wiener KH Nord positiv getestet
  • In Wien warten derzeit in etwa 300 Verdachtsfälle auf einen Abstrich, die Wartezeit beträgt ungefähr einen Tag. Die Ärztekammer hat daher alle Kolleginnen und Kollegen, die durch einen eingeschränkten Ordinationsbetrieb freie Kapazitäten haben und gesund sind, gebeten, sich beim Ärztefunkdienst zu melden, um die dort tätigen Kolleginnen und Kollegen zu unterstützen.
  • Die Ärztekammer rät allen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten in Wien, ihre Patienten aufzufordern, nicht notwendige ärztliche Kontakte zu vermeiden. Untersuchungen und Behandlungen, die nicht dringend oder zeitgebunden sind, sollten nicht mehr durchgeführt werden. Gegebenenfalls sollten telefonische Konsultationen erfolgen. Eine entsprechende Mitteilung ergeht demnächst an alle Ärztinnen und Ärzte. Betroffen von diesen Einschränkungen sind alle Routine-, Kontroll-, Vorsorge- und Nachsorgeuntersuchungen sowie Untersuchungen von Schwangeren. Mit dieser Maßnahme versucht die Ärztekammer, Patientenkontakte zu allen in einer Ordination Tätigen auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Dies betrifft insbesondere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Ärztinnen und Ärzte, die zur Risikogruppe gehören, also Menschen im Alter von über 60 Jahren sowie Menschen mit Grunderkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronischen Atemwegserkrankungen oder Krebs.
    Auch rät die Ärztekammer, Parallelarbeiten in größeren ärztlichen Einheiten – dort, wo möglich, und natürlich im Ermessen der Ärztinnen und Ärzte – auf die Anwesenheit einer Ärztin beziehungsweise eines Arztes zu reduzieren.
  • Seit Beginn der Coronakrise hat der Ärztefunkdienst in Wien in etwa 1.600 Abstriche durchgeführt. Bis gestern, Samstag, Abend waren darunter 65 positive Proben. Durch das Mobile Homesampling wird damit die Zahl der in Wien Infizierten – in Anbetracht des Ballungsraums mit knapp zwei Millionen Menschen – auf einem relativ niedrigen Wert gehalten. Aktuell sind untertags zehn und während der Nacht zwölf Autos des Ärztefunkdiensts unterwegs. Die Arbeitsplätze in der Leitstelle konnten mittlerweile verdoppelt werden. Zusätzlich sind, teilweise schon jetzt, in voller Stärke dann ab morgen, in den sieben Spitälern des Wiener Krankenanstaltenverbunds täglich 21 Ärztinnen und Ärzte des Ärztefunkdiensts tätig, um in vorgelagerten Versorgungseinheiten die Zuordnung der Patientinnen und Patienten zu übernehmen. (Quelle Ärztekammer)
  • Erstmals ist nun auch im Wiener Krankenhaus (KH) Nord ein Patient positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden. Wie der Sprecher des medizinischen Krisenstabs der Stadt Wien, Andreas Huber, am Freitagnachmittag der APA berichtete, war der Mann ohne Anzeichen auf eine Covid-19-Erkrankung zu einer Röntgenuntersuchung ins Spital gekommen. Das Personal, das mit dem Mann Kontakt hatte, wurde heimgeschickt und befindet sich für 14 Tage in häuslicher Absonderung. Diese Maßnahme betrifft 30 Spitalsmitarbeiter, die bis auf weiteres im Krankenhausbetrieb abgehen. Das Institut für Radiologie wurde großflächig gereinigt und desinfiziert und musste nicht gesperrt werden.(APAMED)
++ Update 13.03.2020 – Weitere Ausbreitung und Maßnahmen in Österreich – Zwei steirische Spitäler betroffen – Schulschließungen auch in Deutschland und anderen Ländern – Rückgang der Neuinfektionen in China und Südkorea

Artikel aktualisiert am 13.03.2020

  • Derzeit (Freitagnachmittag sind in Österreich 432 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Ein weiterer starker Anstieg der Fälle wird erwartet (exponentielles Wachstum). Im Kampf gegen die weitere Ausbreitung der Epidemie setzt die Regierung auch weitere Maßnahmen. So soll es in Spitälern und Altersheimen weitgehende Besuchsbeschränkungen geben. Kirchen und Religionsgesellschaften setzen ab Montag Gottesdienste aus, und es sollen auch keine Hochzeiten und Taufen stattfinden. Spätestens ab Montag sollen die sozialen Kontakte auf ein Minimum reduziert werden, neue Maßnahmen wurden heute im Rahmen einer Pressekonferenz verkündet. Die drei wichtigsten: Alle Unternehmer sollen, wenn möglich, alle Mitarbeiter ab kommender Woche in Teleworking schicken. Ab Montag sind Restaurants, Bars und Cafés nur noch bis 15 Uhr geöffnet. Geschäfte werden geschlossen bleiben, das gilt aber nicht für den Lebensmittelhandel, Apotheken, Banken, Tierfutter, Drogerie, Post und andere Bereiche, die zur Versorgung notwendig sind.
  • Das LKH Hartberg muss wegen einer zweiten Coronavirus-Infektion bei einem Mitarbeiter nun gesperrt werden, sagte ein Sprecher der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) Freitagfrüh. Der zweite Fall war Donnerstagabend bekannt geworden. Nun sollen nur noch 43 Patienten stationär behandelt und nach und nach entlassen, aber keine neuen aufgenommen werden. Bestätigt wurde von der KAGes auch ein Fall einer infizierten Mitarbeiterin der Onkologie am LKH Graz. Die Abteilung sollte ersten Informationen zufolge in Betrieb bleiben, sagte der Sprecher. Über die genauen Maßnahmen wurde Freitagfrüh erst beraten.
  • Situation in Deutschland: Nach einigem Zögern reagieren nun die ersten deutschen Bundesländer mit verschärften Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Neben dem Saarland kündigten auch Bayern, Bremen, Berlin und Niedersachsen an, dass ab Montag Schulen und Kindergärten bis zum Ende der Osterferien im April geschlossen sein werden. Bayern will zudem das Besuchsrecht in Krankenhäusern und Altersheimen „massiv“ einschränken. Berlin will ab nächster Woche stufenweise Schulen und Kindertagesstätten schließen und außerdem den öffentlichen Nahverkehr auf ein Mindestmaß reduzieren. Auch in anderen Bundesländern wurde über flächendeckende Schulschließungen beraten. Verkehrsminister Andreas Scheuer  appellierte an die Bevölkerung, möglichst auf private Reisen zu verzichten. Diese sollten auf das „absolut Notwendige“ beschränkt werden.
  • Auch in anderen europäischen Ländern (Portugal, Frankreich, Luxemburg, Begien, Kroatien) sowie in einigen US-Bundesstaaten werden Schulen geschlossen.
  • Bulgarien ruft wegen der Epidemie den Notstand aus. Diese Maßnahme gelte bis zum 13. April, beschloss das Parlament einstimmig. Nun können Reiseverbote und Schulschließungen angeordnet werden.
  • Mit nur noch acht neu nachgewiesenen Virusfällen haben Chinas Behörden erneut einen neuen Tiefstand der Infektionen seit Beginn der täglichen Berichte über die Pandemie vor sieben Wochen gemeldet. An der Lungenkrankheit starben zudem sieben weitere Menschen. Der tägliche Zuwachs der Todesfälle war ebenfalls der niedrigste seit Wochen. Auch in Südkorea sank die Zahl der neu erfassten Infektionen (110 am Donnerstag, der geringste Anstieg seit über zwei Wochen).
++ Update 12.03.2020 – Erster Toter und „Schulschluss“ in Österreich – Verschärfte Maßnahmen in Italien – WHO erklärt Covid-19 zur Pandemie
  • Österreichweit gibt es mit Stand Donnerstag 15 Uhr 361 bestätigte Corona-Fälle, wobei in Tirol mit bereits 109 Fällen die meisten Infizierten  zu verzeichnen sind. Es hat sich jetzt auch der erste Covid-19-Todesfall in Österreich ereignet: Ein 69-jähriger Mann ist letzte Nacht im Kaiser-Franz-Josef-Spital verstorben. Drei Personen werden in Wien intensivmedizinisch betreut, zwei in der Steiermark. Vier Personen gelten als geheilt.
  • Als weitere Maßnahme zur Eindämmung der Epidemie wurden in Wien, der Steiermark, dem Burgenland, Oberösterreich, Niederösterreich und Tirol Besuchsverbote in Spitälern verhängt. In Salzburg und Kärnten gibt es derzeit keine Verbote, keine Informationen gibt es bisher aus Niederösterreich und Vorarlberg.
  • Die Anzahl der Corona-Fälle verdoppelt sich in Österreich derzeit ca. alle 2 Tage und 8 Stunden und es kann derzeit noch keine Verlängerung der Verdoppelungszeit festgestellt werden (im Vergleich dazu hat sich in Italien die Verdoppelungszeit auf 3 Tage 2 Stunden verlängert). Wenn sich an diesem exponentiellen Verlauf nichts ändert, ist mit einem Kapazitätsengpass an Intensivbetten in Österreich innerhalb der nächsten zwei bis drei Wochen zu rechnen, für alle Krankenhausbetten in etwa drei bis vier Wochen. Zu diesem Schluss kommt das Complexity Science Hub Vienna (CSH) nach seinen Berechnungen, wobei diese allerdings von der Situation am 10.3. ausgehen und noch nicht die strengeren Maßnahmen (z.B. Einstellung von Lehrbetrieb an Spitälern und Schulen) berücksichtigen, die gestern, am 11.3., von der Regierung beschlossen wurden.
  • Wie bereits gestern angekündigt, wird der Unterricht für Oberstufenschüler ab Montag, 16.3., für alle anderen Klassen ab Mittwoch, 18.3., bis Ostern ausgesetzt, wobei es aber für die 6- bis 14-Jährigen eine Betreuung in den Schulen geben wird. Auch die Zentralmatura und die Uni-Aufnahmeprüfungen werden laut Bildungsminister Heinz Faßmann verschoben. Kindergartenkinder sollen ebenfalls zu Hause bleiben. Es soll aber auch für sie eine Betreuungsmöglichkeit geben, wenn die Eltern keine Alternative haben. Keinesfalls sollten Kinder von ihren Großeltern betreut werden, da Senioren ganz besonders vor einer möglichen Infektion geschützt werden müssen. Auch das AMS setzt Schulungen bis nach Ostern aus.
  • Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Betreuungspflichten für Kinder unter 14 Jahren können von ihren Arbeitgebern bis zu drei Wochen Sonderurlaub bekommen. Die Entscheidung darüber trifft der Arbeitgeber. Das sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz heute in einem Pressestatement.
  • In Italien werden die Quarantänemaßnahmen weiter verschärft. Dort bleiben ab Donnerstag fast alle Geschäfte und Restaurants geschlossen, nur Supermärkte und Apotheken sind weiter geöffnet. Auch in Spanien breitet sich das Virus rasch aus – es gibt derzeit ca 3.000 Fälle, über 80 Menschen sind bereits verstorben.
  • Tschechien führt Grenzkontrollen zu Österreich ein. Diese sollen ab dem morgigen Freitag zu Mitternacht beginnen. Nur elf Grenzübergänge zu Österreich und Deutschland sollen offen bleiben.
  • US-Präsident Donald Trump kündigte ein drastisches Einreiseverbot für Europäer an: Die Maßnahme gilt für alle aus dem Schengenraum ab Freitag, 23.59 Uhr (4.59 Uhr MEZ am Samstag) für vorerst 30 Tage.
  • Die Weltgesundheitsorganisation hat am Mittwochabend Covid-19 zur Pandemie erklärt. Derzeit sind 118.000 Personen in 114 Ländern weltweit mit dem Coronavirus infiziert, 4.300 sind bereits gestorben, Tausende weitere kämpfen derzeit um ihr Leben. Die WHO weist darauf hin, dass Länder weiter in erster Linie versuchen sollen, das Virus einzudämmen.
++ Update 11.03.2020 – Schulunterricht wird nun doch ausgesetzt – Zwei Spitäler und eine Schule in Wien betroffen – Weitere Ausbreitung in Italien
  • Derzeit (Stand: Mittwoch 15:45 Uhr) gibt es in Österreich 246 bestätigte Corona-Fälle. Die Bundesmuseen werden vorerst bis Ende März geschlossen, die Nationalbibliothek schließt ihre Lesesäle, alle größeren Theater-, Konzert- und Opernhäuser haben ihre Veranstaltungen bis Ende März abgesagt. Von der 100-Personen-Grenze für Indoor-Events sind Gastronomiebetriebe ausgenommen, sofern sie für Lebensmittelversorgung relevant sind. In Bars, Diskotheken und Klubs dürfen sich allerdings nicht mehr als 100 Personen aufhalten. Der Schulunterricht wird nun nach Schulstufen und in Etappen ausgesetzt: beginnend ab Montag in den Oberstufenklassen, ab Mittwoch für alle anderen Klassen. Bei den Sechs- bis 14-Jährigen wird nicht komplett geschlossen – besteht keine Möglichkeit der Betreuung zuhause, können sie in die Schule kommen, Übungsbeispiele, Vertiefungsbeispiele machen und betreut werden. Kindergartenkinder sollen zu Hause bleiben. Die Sozialpartner beraten derzeit über die Folgen für Arbeit und Wirtschaft durch das Coronavirus. Dazu findet heute nachmittag ein Gipfel im Bundeskanzleramt statt. Dabei wird u. a. eine gemeinsame Linie angestrebt, wie in der Wirtschaft bei erwarteten Schul- und Kindergartenschließungen hinsichtlich der arbeitenden Eltern vorgegangen werden soll. Weiters soll eine Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung geschaffen werden.
  • Die Zahl der Infektionen mit SARS-CoV-2 im Wiener Donauspital (SMZ Ost) ist von acht auf elf gestiegen. Das bestätigte am Dienstagabend der Sprecher des medizinischen Krisenstabs der Stadt Wien, Andreas Huber, gegenüber der APA. Betroffen sind nach aktuellem Stand drei Patientinnen und acht Mitarbeiter des zweitgrößten Wiener Spitals. Die gesamte gynäkologische Abteilung wurde geschlossen, Kreißsäle gesperrt, Patientinnen in andere Krankenhäuser verlegt. Insgesamt 28 Mitarbeiter wurden nach Hause geschickt und unter Quarantäne gestellt. Bei sämtlichen Erkrankten zeigt sich ein milder Krankheitsverlauf. Ob es weitere womöglich infizierte Kontaktpersonen gibt, wird derzeit abgeklärt.
  • Auch in der Wiener Privatklinik Rudolfinerhaus wurde ein Patient nach einem zunächst negativen Test nun positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Er war vor einigen Tagen mit Verdacht auf Lungenentzündung stationär aufgenommen worden. Inzwischen konnte er mit der Rettung nach Hause entlassen werden und befindet sich ebenso wie die Mitarbeiter, die Kontakt zu ihm hatten, in häuslicher Quarantäne. Wie das Krankenhaus mitteilte, wurde die betroffene Station geschlossen und desinfiziert. Patienten sowie Personal auf anderen Stationen und Einrichtungen wie Tagesklinik und Ambulanz seien nicht betroffen, da weder ein direkter noch ein indirekter Kontakt vorliegen konnte, hieß es.
  • Eine Klasse einer Schule in Wien-Döbling ist am Dienstag vom Schulbetrieb abgesondert worden, weil eine Lehrerin positiv auf das Coronavirus getestet worden ist. Die Geschwister der betroffenen Schüler wurden ebenfalls angewiesen, vorsichtshalber zu Hause zu bleiben, sagte ein Sprecher des medizinischen Krisenrates gegenüber der APA.
  • Die Zahl der Coronavirus-Toten in Italien steigt trotz rigider Quarantänemaßnahmen rasant: 631 Todesopfer wurden am Dienstag in Italien gemeldet, das sind 168 mehr als am Vortag. Die Zahl der Infizierten kletterte auf 8.514, am Vortag waren es noch 7.985. 1.004 Patienten sind inzwischen genesen.
++ Update 10.03.2020 – Ganz Italien zur „roten Zone“ erklärt – Ö: Absage von Veranstaltungen – Spitäler und Hochschulen schränken Lehrbetrieb ein – Epidemie in China weitgehend eingedämmt
  • Italien weitet die „rote Zone“ auf das ganze Land aus, die Reise- und Versammlungsfreiheit wird stark eingeschränkt, um die weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Seitens des österreichischen Außenministeriums gilt ab sofort eine volle Reisewarnung für Italien; Österreicher, die sich gerade in Italien aufhalten, werden zurückgeholt und müssen dann in zweiwöchige häusliche Quarantäne. Weiters wurde ein Einreisestopp für Personen aus Italien ohne Gesundheitszeugnis verhängt.
  • In Österreich gibt es derzeit (Stand: Dienstag, 16 Uhr) 183 bestätigte Fälle, über 5.000 Tests wurden bisher durchgeführt. Die Mehrzahl der Infizierten lebt in Wien und Niederösterreich, die relative Erkranktenrate ist aber in Tirol am höchsten. Auch hierzulande kommt es jetzt zu Einschränkungen: Es werden alle Outdoor-Veranstaltungen über 500 Menschen abgesagt und alle Indoor-Veranstaltungen über 100 Personen. Ab Montag sollen Lehrveranstaltungen an allen Universitäten und Fachhochschulen eingestellt werden; dies gilt vorerst einmal bis Ostern. Unternehmen sollen Teleworking ermöglichen. Soziale Kontakte sollen eingeschränkt werden. Letzteres sei aber ein Appell an die Eigenverantwortung, sagte Bundeskanzler Kurz. Er kündigte auch an, dass es in nächster Zukunft weitere Maßnahmen geben werde.
  • Der Wiener Krisenstab hat beschlossen, dass es wienweit der Lehr- und Unterrichtsbetriebs in den Spitälern eingestellt werden soll, um Ansteckungen zu vermeiden. Die Wiener Spitäler seien in der Coronavirus-Krise „unsere wertvollste Struktur“, diese gelte es zu beschützen, sagte Gesundheitsstadtrat Peter Hacker. Die Krankenhäuser und ihre Mitarbeiter sollen sich auf ihre Kernaufgabe, die Behandlung kranker Menschen, konzentrieren können. Dies betrifft  die MedUni Wien, aber auch die Wiener Krankenpflegeschulen. Auch Besuche von externen Personen in Spitälern, Behinderten- und Pflegeheimen sollen vermieden werden, um die Bewohner zu schützen.
  • Der Lehrbetrieb an allen Tiroler Hochschulen wurde bereits eingestellt und auf Fernunterricht umgestellt. Den Hochschulen stehe es jedoch frei, individuelle Lösungen zu finden, beispielsweise bei Prüfungssituationen, Kleingruppenunterricht oder Praktika, hieß es in einer Aussendung des Landes Tirol. Insbesondere im medizinischen Bereich sollen Ausnahmen geregelt werden können.
  • In China ist die Coronavirus-Epidemie in ihrem bisherigen Epizentrum nach Einschätzung von Staatschef Xi Jinping „im Wesentlichen eingedämmt“. Es gebe „Anfangserfolge“ bei der Stabilisierung der Lage in der besonders stark betroffenen Provinz Hubei und deren Hauptstadt Wuhan, sagte Xi heute nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Damit habe sich im Kampf gegen die Epidemie das „Blatt gewendet“. Mit nur noch 19 neu nachgewiesenen Virusfällen meldeten Chinas Behörden den niedrigsten Anstieg der Infektionen seit Beginn der täglichen Berichte über die Epidemie vor sieben Wochen. Seit Beginn der Epidemie im Dezember haben sich nach der offiziellen Statistik insgesamt 80.754 Menschen in Festlandchina mit dem neuen Coronavirus infiziert, fast 60.000 haben die Krankenhäuser wieder verlassen. Am schwersten sind die abgeschottete Millionenmetropole Wuhan und die umliegende Provinz Hubei in Zentralchina betroffen, wo allein 67.000 Infektionen und rund 3.000 Todesfälle gezählt wurden. Wie hoch allerdings die Dunkelziffer ist, scheint unklar.
++ Update 09.03.2020 – Über 100 Infizierte in Österreich – Drakonische Maßnahmen in Italien – Rückgang der Neuinfektionen nicht nur in China, auch in Südkorea – Deutsche Regierung schnürt Paket für die Wirtschaft
  • In Österreich ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infizierten auf 140 angestiegen, mehr als 4.700 Tests wurden bisher durchgeführt. Tirol startet am Dienstag mit Fieberkontrollen an der Grenze zu Italien, wann Kärnten damit beginnen wird, ist noch unklar. Eine Mitarbeiterin des LKH Hartberg (Steiermark) ist infiziert. Alle Patienten und Kollegen, mit denen sie Kontakt hatte, wurden unter häusliche Quarantäne gestellt. Für eine Wiener Schule gab es am Samstag Entwarnung: Die zwei Lehrerinnen, die „unter Verdacht“ gestanden waren, wurden negativ getestet. Unter den am Sonntag neu bekannt gewordenen Patienten ist eine Mitarbeiterin eines kleinen Privatkindergartens in Wien-Ottakring. Diese Betreuungseinrichtung bleibt nun für zwei Wochen geschlossen. Auch an der Universität Innsbruck und an der FH Wien der Wirtschaftskammer Wien ist je ein Fall aufgetreten, die entsprechenden Lehrveranstaltungen wurden abgesagt, die Kontaktpersonen der erkrankten Studierenden unter Quarantäne gestellt.
  • Der Gesundheitsdienst der Stadt Wien hat unterdessen beschlossen, Kräfte zu bündeln, d.h. Impfservices ab Montag werden bis auf Weiteres auf die Zentrale des Gesundheitsdienstes am Thomas-Klestil-Platz in Wien-Landstraße konzentriert, Gesundenuntersuchungen reduziert und Urlaube des Gesundheitspersonals beschränkt.
  • Die Bundeshauptstadt Wien stellt eine Million Euro für die anwendungsnahe Forschung zum Thema Coronavirus zur Verfügung. Das hat Bürgermeister Michael Ludwig auf der Klubtagung der Wiener SPÖ angekündigt. Die Mittel über den medizinisch-wissenschaftlichen Fonds der Stadt Wien sind ab sofort abrufbar. Die Förderung solle dazu beitragen, dass möglichst rasch Antworten zu offenen Fragen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gefunden werden, hieß es. Einen besonderen Forschungsschwerpunkt soll die Erforschung der Ausbreitungsmöglichkeiten des Virus darstellen. Auch Fragen zur Wirksamkeit von Medikamenten oder die Verbesserung der Diagnostik in Hinsicht auf Treffsicherheit und Schnelligkeit der Tests sollen im Mittelpunkt stehen.
  • Italien hat am Wochenende ganze Regionen und Städte Norditaliens komplett abgeriegelt, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen; rund 16 Millionen Menschen sind betroffen und dürfen das Gebiet bis 3. April nicht verlassen. Wegen Besuchsbeschränkungen kommt es seit dem Wochenende zu Aufständen in mehreren italienischen Gefängnissen und Ausbrüchen; in einem Gefängnis in Modena starben bei einer Revolte sechs Gefangene, in Verona und Alessandria kam je ein Gefangener ums Leben. Italiens Premier Giuseppe Conte verteidigte die drakonischen Maßnahmen. Am Sonntag starben in Italien innerhalb eines Tages mehr als 100 Menschen an dem Coronavirus, 60 Prozent der Todesopfer in Italien sind älter als 80 Jahre, die meisten Todesopfer ab 70 Jahre haben an einer oder mehreren chronischen oder akuten Krankheiten gelitten. Insgesamt sind in Italien bisher fast 7.400 Infektionen registriert worden, mindestens 366 Menschen sind verstorben.
  • Die Zahl der Neuinfektionen in China auf dem niedrigsten Stand seit Veröffentlichung der Zahlen im Jänner. Die Zahlen der Neuinfektionen in Hubei, von wo die Epidemie im Dezember ihren Ausgang genommen hatte, zeigen bereits seit mehreren Wochen einen Abwärtstrend. Elf der 16 provisorischen Krankenhäuser in der Provinzhauptstadt Wuhan, die nach Ausbruch des Erregers eingerichtet worden waren, wurden inzwischen geschlossen. Nach Angaben der Provinzregierung sind in Wuhan fast 31.000 in den Hospitälern behandelte Corona-Patienten genesen und entlassen worden.
  • Auch in Südkorea geht die Zahl der Neuinfektionen langsam zurück. Am Sonntag wurden dort 272 neu Infizierte registriert, deutlich weniger als die bisher täglich rund 500 neuen Fälle. Insgesamt sind in Südkorea nach Angaben der Behörde bisher 7.382 Infektionsfälle nachgewiesen worden, die offizielle Zahl der Todesopfer im Land liegt bei 51.
  • Nach einem Coronavirus-Verdacht in einer Brandenburger Schule in Deutschland befinden sich 4.000 bis 5.000 Menschen in häuslicher Quarantäne. Das sagte der Amtsdirektor der Kleinstadt Neustadt/Dosse, Dieter Fuchs, heute. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel forderte einen energischen Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus und wies auf eine drohende Infektionswelle in den nächsten Monaten hin. Gesundheitsminister Jens Spahn sprach sich dafür aus, auch Veranstaltungen unter 1.000 Teilnehmern, wenn ein hohes Risiko besteht, und solche Events von Fall zu Fall zu prüfen. Außerdem hat sich die deutsche Regierung auf ein umfangreiches Paket zur Abfederung von wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise geeinigt. Dazu sollen unter anderem die Hürden für den Bezug von Kurzarbeitergeld deutlich gesenkt werden. Die große Koalition will außerdem ein milliardenschweres zusätzliches Investitionspaket schnüren.

++ Update 06.03.2020 – Volksschule in Wien und Hausarzt-Praxis in Linz geschlossen  – EU-Gesundheitsminister beraten in Brüssel – Reisewarnungen und Tourismus in schwerer Krise
  • In Österreich hat sich die Zahl der Coronavirus-Infizierten auf 47 erhöht. Mittlerweile sind alle Bundesländer außer dem Burgenland betroffen, am stärksten Wien (17) und Niederösterreich (15). In Wien wurde eine Volksschule wegen zweier Verdachtsfälle gesperrt. Die Ordination des Hausarztes in Linz, wo der erste oberösterreichische Covid-19-Patient behandelt worden war (das Testergebnis war gestern positiv), wurde für 14 Tage geschlossen. Eine Mitarbeiterin des Landesklinikums Korneuburg wurde positiv getestet und unter Quarantäne gestellt; sie hatte allerdings keinen direkten Patientenkontakt. Auch etwa 30 ihrer Kollegen müssen zu Hause bleiben.
  • Die Gesundheitsminister der EU treffen heute in Brüssel zu Beratungen zusammen. Ziel ist eine enge Koordination, zumal sich Covid-19 in Europa weiter ausbreitet. Bis Donnerstagabend waren nach Angaben der EU-Behörde ECDC im EU-Raum rund 4.200 Infektionen registriert, davon rund 3.000 in Italien. Das deutsche Robert-Koch Institut hat Südtirol zum Risikogebiet erklärt. In Deutschland selbst ist die Zahl der Corona-Fälle auf über 500 angestiegen, es sind alle Bundesländer mit Ausnahme von Sachsen-Anhalt betroffen, am stärksten Nordrhein-Westfalen mit über 50 Prozent aller Fälle.
  • In Südkorea ist die Zahl der Infizierten auf 6.000 gestiegen, es gibt mittlerweile 42 Tote. Südkorea hat bereits am 23. Februar die höchste Warnstufe für Infektionskrankheiten ausgerufen. Das österreichische Außenministerium warnt umfassend (mit höchster Stufe 6) vor Reisen nach Südkorea und in den Iran. Reisende dort sollen „zumindest vorübergehend – möglichst rasch“ das Land verlassen.
  • Der Tourismus befindet sich derzeit aufgrund der Corona-Epidemie weltweit in der Krise. Die österreichische Bundesregierung reagiert und übernimmt Haftung für Kredite an heimische Hotels. Geplant ist ein Haftungsrahmen von 100 Millionen Euro, beschlossen werden soll das Ganze kommenden Mittwoch im Ministerrat. Das Sozialministerium und der Verein für Konsumenteninformation starten eine Hotline für reiserechtliche Fragen. Die Nummer 0800 201 211 ist von Montag bis Sonntag von 9 bis 15 Uhr erreichbar.

  • Update 05.03.2020 – Erste Patienten in Österreich geheilt, aber weitere neue Fälle – Situation in betroffenen Ländern weltweit – Hilfspaket des IWF angekündigt
  • Die ersten beiden in Österreich an Covid-19 erkrankten Patienten sind geheilt, aber es sind weitere neue Fälle aufgetreten und die Gesamtzahl beträgt landesweit derzeit 41. Am stärksten betroffen sind Wien (16 Fälle) und Niederösterreich (12 Fälle).
  • Die Grippemasken, die zur Zeit der Vogelgrippe von der damaligen Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat angeschafft wurden, sind am Donnerstag vom Bundesheer an die Behörden übergeben worden. Die 1,6 Millionen Atemschutzmasken des Typs FFP1 (d.h. sie schützen vor dem Coronavirus), die mit Haltbarkeitsdatum 2016 im Jahr 2006 beschafft wurden, sind nach Tests noch voll einsatztauglich, hieß es vonseiten des Verteidigungsministeriums. Das Verteidigungsministerium unterstützt ab dieser Woche auch die 24-Stunden-Hotline der AGES. Die dafür eingesetzten Soldaten wurden speziell auf diese Aufgabe vorbereitet und geschult.
  • Zur Überwachung des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 in Österreich kommt auch ein Spezial-System zum Einsatz, das eigentlich für die Beobachtung der Influenzasituation ins Leben gerufen worden war. Dabei wird Patienten mit akuten grippalen Infekten stichprobenartig Nasen-Rachen-Sekret entnommen und dann auf Viren untersucht. Einen Fall mit dem neuen Coronavirus gab es dort bisher nicht.
  • Im Hinblick auf Veranstaltungen in Zeiten des Coronavirus hat das Gesundheitsministerium auf seiner Internetseite eine Checkliste für Veranstalter veröffentlicht (http://go.apa.at/vksq1VcE), um das Risiko ihrer Events einschätzen zu können. Es handelt sich um eine Empfehlung zur Risikobewertung für Veranstalter.
  • In Italien mit mehr als 3000 Infizierten wurden Kindergärten, Schulen und Universitäten jetzt geschlossen, und zwar vorerst bis 15. März; in der Lombardei soll eine neue Sperrzone in der Provinz Bergamo geschaffen werden.
  • Auch der Iran hat entschieden, Schulen und Universitäten wegen der Verbreitung des Coronavirus zu schließen, dies soll bis zum 19. März, das ist das Ende des iranischen Jahres, gelten; dann beginnen die Neujahrsferien, die bis zum 3. April dauern. Der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Kianusch Dschahanpur, teilte mit, dass bisher 23.237 Menschen auf das neuartige Coronavirus getestet worden seien. Bei 3.513 von ihnen sei eine Infektion nachgewiesen worden, im Vergleich zum Vortag ein Zuwachs um 591 Fälle. Die Zahl der Todesopfer stieg den Angaben zufolge um 15 auf 107. Am schlimmsten von der Epidemie betroffen sind die Provinzen Teheran, Kom, Gilan und Isfahan.
  • Neu vom Coronavirus betroffen sind die Länder Bosnien-Herzegowina, Slowakei und Ungarn, während es in der Schweiz den ersten Todesfall gegeben hat.
  • Israel schließt seine Grenzen für Touristen aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Österreich und der Schweiz. Die Regelung gilt ab ab Freitag, 8 Uhr, Details werden noch bekanntgegeben. Zudem werden Israelis und Personen mit gültigem Aufenthaltsstatus, die aus einem der betroffenen Länder nach Hause fliegen, 14 Tage unter Quarantäne gestellt. Israel hatte diese Regelung zuvor bereits für Flüge aus Italien, China und Singapur erlassen. Insgesamt hat Israel hat bisher 15 Coronavirus-Fälle gemeldet.
  • Kalifornien erklärt den Ausnahmezustand, nachdem dort der erste Patient an Covid-19 verstorben ist. Insgesamt sind in Kalifornien derzeit 53 Personen erkrankt. Das US-Technologieunternehmen Microsoft fordert seine Mitarbeiter zur Heimarbeit bis zum 25. März auf. Damit reagiert Microsoft auf die steigende Zahl der Coronavirus-Infektionen in Seattle, dem Firmensitz des Unternehmens. Der US-Kongress hat indes die Freigabe von Finanzmitteln in Höhe von 8,3 Milliarden Dollar (7,47 Milliarden Euro) im Kampf gegen das Coronavirus beschlossen. Dabei sind 3 Mrd. Dollar für die Entwicklung von Therapien und Impfstoffen vorgesehen, 2,2 Mrd. für präventive Maßnahmen und 435 Mio. für Hilfe im Ausland.
  • In China ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus unterdessen wieder nur leicht angestiegen. Die Zahl der Toten beträgt derzeit 3012, von insgesamt 80.409 Infizierten wurden nach offiziellen Angaben 52.045 geheilt. China hat wegen des grassierenden Coronavirus einen geplanten Staatsbesuch von Präsident Xi Jinping in Japan abgesagt, wie die japanische Regierung bekanntgab. Man hoffe, den Besuch zu einem späteren Zeitpunkt nachholen zu können, hieß es. In Südkorea steigt die Zahl der Infizierten unvermindert an und beträgt derzeit 5766, die zweithöchste Zahl nach China.
  • Kristalina Georgieva, die Chefin des Internationalen Währungsfonds, hat angekündigt, dass der IWF 50 Mrd. US-Dollar bereitstellen wird, um betroffenen Ländern in der Corona-Krise unter die Arme zu greifen. Sie sagte, dass die Länder nicht zögern sollten, um Hilfe anzusuchen.

++ Update 04.03.2020 – Aktuelle Situation in Österreich und Italien – Hilfspaket von der Weltbank – Roche-Medikament Actemra in China im Einsatz – USA: Grünes Licht für klinische Tests von Impfstoff
  • In Österreich ist die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle mittlerweile auf 28 angestiegen, und es wurden landesweit über 3.000 Tests durchgeführt. In Kärnten soll das Rote Kreuz ab kommendem Freitag mobile Coronavirus-Tests vornehmen. Wie das Land Kärnten am Dienstag nach einem Koordinationsgespräch in einer Aussendung mitteilte, sollen speziell geschulte Sanitäter Rachenabstriche abnehmen. Bisher wurden in Kärnten 138 Tests durchgeführt, von denen 120 negativ ausfielen, 18 waren noch in Abklärung. Der Erlass, dass es bis auf weiteres keine Schulfahrten und keinen Schüleraustausch zwischen Kärnten, Friaul Julisch-Venetien und dem Veneto geben wird, bleibt nach wie vor aufrecht. Die italienische Regierung plant indes, wegen der Coronavirus-Krise alle Kindergärten, Schulen und Universitäten zu schließen. Diese Maßnahme soll im ganzen Land bis 15. März gelten. Auch die Schließung von Kinos und Theatern ist vorgesehen, Kongresse, Seminare und Sportveranstaltungen sollen verschoben werden. In der EU ist Italien mit über 2.500 Infektionen und 79 Toten am stärksten betroffen.
  • Seitens des österreichischen Gesundheitsministeriums sind die Kriterien zur Beurteilung, ob Personen als Covid-19-Verdachtsfälle infrage kommen, konkretisiert worden. Die Wiener Ärztekammer hat die entsprechenden Informationen bereits an alle niedergelassenen Ärzte weitergegeben. Damit soll verhindert werden, dass Patienten sich oder andere voreilig als mögliche Infizierte betrachten. Für eine Abklärung – sprich: eine Testung auf den SARS-CoV-2-Erreger – kommen Personen mit akuten Symptomen einer respiratorischen Infektion infrage. Zusätzlich muss nachgewiesen sein, dass die betreffenden Personen in den 14 Tagen vor Auftreten der Symptome Kontakt mit einem nachgewiesenen Covid-19-Patienten hatten oder sich in einer vom Coronavirus stark betroffenen Region (d.h. in den italienischen Regionen Piemont, Emilia-Romagna, Lombardei und Venetien, der chinesischen Provinz Hubei, Südkorea, Iran, Hongkong, Japan und Singapur) aufgehalten haben. Erfüllt eine Person diese Kriterien, ist sie dazu aufgerufen, sich bei der Notfallnummer 1450 zu melden und keinesfalls ein Spital oder eine Arztpraxis aufzusuchen, um nicht andere Menschen zu gefährden. Die Anordnung zur Durchführung einer Testung, die idealerweise in der Wohnung der Betroffenen erfolgt, hat durch die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde (in Wien die MA 15) zu erfolgen. Bei einem positiven Testergebnis ist die Person per Bescheid für die Dauer der Erkrankung abzusondern. In schweren Fällen geschieht das in einer Krankenanstalt, bei milderen Verläufen im häuslichen Umfeld. Bei bloßen Verdachtsfällen kommt in erster Linie eine häusliche Quarantäne in Betracht. Die Entscheidung über die Maßnahme, die konkret ergriffen wird, obliegt der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde.
  • Ein Arthritismittel des Schweizer Pharmakonzerns Roche verspricht Hoffnung für schwer erkrankte Coronavirus-Patienten. Chinas nationale Gesundheitsbehörde genehmigte am Mittwoch den Einsatz des Medikaments Actemra bei Erkrankten mit schweren Lungenschäden und einem erhöhten Interleukin-6-Wert. Eine hohe Konzentration dieses Proteins gilt unter anderem als Hinweis auf eine Entzündung. Roche zufolge könnte Actemra helfen, Entzündungen im Zusammenhang mit Interleukin 6 einzudämmen. Klinische Belege zur Wirksamkeit des Mittels bei Coronavirus-Patienten gibt es bisher nicht.
  • Die US-Arzneimittelzulassungsbehörde FDA hat nach Angaben von Gesundheitsminister Alex Azar grünes Licht für erste klinische Tests eines potenziellen Impfstoffs gegen das neuartige Coronavirus gegeben. Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, sagte, dass der bisherige Zeitplan für einen Impfstoff unverändert bleibe: „Der ganze Prozess wird mindestens ein oder eineinhalb Jahre dauern.“ Er war von vornherein von diesem Zeitrahmen ausgegangen. Etliche Labors weltweit forschen derzeit an Impfstoffen gegen Covid-19.
  • Die Weltbank will vom Coronavirus-Ausbruch betroffene Länder mit einem Hilfspaket in Höhe von 12 Mrd. US-Dollar (10,79 Mrd. Euro) unterstützen. Ziel sei es, den Staaten „schnell“ und „effektiv“ zu helfen, sagte Weltbank-Chef David Malpass am Dienstag in Washington. Er betonte zudem, es sei wichtig, die „zusätzliche Last“, die das Coronavirus armen Ländern aufbürde, anzuerkennen. Mit dem Paket sollten Staaten bei der Bewältigung der medizinischen und wirtschaftlichen Folgen des Ausbruchs unterstützt werden, sagte Malpass. 

++ Update 03.03.2020 – Impfungen und Medikamente gegen  SARS-CoV-2 in Entwicklung – Koordination und Bereitstellung von Mitteln in der EU – Weitere Ausbreitung in Österreich, Europa und weltweit – Rauchen als Risikofaktor – Twitter in Österreich mit Aufklärungstool
  • Wissenschaftler in Labors auf der ganzen Welt arbeiten zurzeit auf Hochtouren, um Impfungen oder Medikamente gegen SARS-CoV-2 zu entwickeln. Immunität gegen das Virus soll mit einer Impfung erreicht werden, derzeit befinden sich zahlreiche Impfstoffe weltweit in Entwicklung. Allerdings lässt sich noch nicht sagen, ob einer davon erfolgreich sein wird. Mittels einer Impfung könnte man das Virus langfristig stoppen, was medizinisch gesehen die beste Lösung wäre. Aber auch an anderen Ansätzen zur Bekämpfung des Coronavirus wird aktuell gearbeitet. So könnte sich APN01, ein rekombinantes humanes Angiotensin-Converting-Enzym 2 (rhACE2), das bereits während der SARS-Epidemie 2002 vom österreichischen Molekularbiologen Josef Penninger entwickelt wurde und dann in Vergessenheit geriet, bei der von SARS-CoV-2 verursachten Lungenerkrankung bewähren und Todesfälle verhindern. In Kürze soll eine erste Behandlungsstudie an 24 schwerkranken chinesischen Covid-19-Patienten mit ACE2 starten, wobei der Wirkstoff vom Wiener Biotech-Unternehmen Apeiron kommt, während die Wiener Bioanalyse-Firma Attoquant Diagnostics ein Testkit-System und vieles mehr für die begleitenden Laboruntersuchungen zur Verfügung stellt. Die gesammelten Daten aus dieser Studie sollen die Basis für die weitere Entwicklung der potenziellen Therapieform liefern. Abgesehen davon untersucht man auch, ob Wirkstoffe, die gegen andere Viren entwickelt wurden, gegen das Coronavirus zum Einsatz kommen könnten. Remdesivir, als Virustatikum zum Einsatz gegen Ebola- und Marburgvirus-Infektionen entwickelt, und Chloroquin, ein nicht mehr verwendetes Malariamittel, sorgen etwa dafür, dass sich das Virus, das sich bereits in der menschlichen Zelle befindet, sich nicht weiter vermehren kann. Auch einige HIV-Medikamente kommen für die Bekämpfung von SARS-CoV-2 in Betracht.
  • Das Risiko in der EU wurde von der EU-Gesundheitsagentur ECDC aufgrund der weiteren Verbreitung des Virus auf moderat bis hoch hinaufgestuft.  Insgesamt wurden offiziell bisher rund 2.100 Infektionen und 38 Todesfälle in 18 EU-Staaten nachgewiesen. Nach Kritik an der Vielfalt von Gegenmaßnahmen in der EU präsentierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein Team von fünf Kommissaren zur Koordination von Krisenmanagement, Gesundheitsvorsorge, Grenzkontrollen, Verkehr und zur Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Epidemie. Schon bisher habe man sich aber sehr eng abgestimmt, betonte von der Leyen. (APA)
  • Zur Erforschung von Mitteln zur Diagnose und Behandlung des neuen Coronavirus will die EU-Kommission bis zu 90 Millionen Euro mobilisieren. Die Hälfte soll aus dem Forschungsprogramm Horizon 2020 kommen, wie die Brüsseler Behörde am Dienstag mitteilte. Die übrigen 45 Millionen Euro soll die Pharmaindustrie beisteuern. So würden Ressourcen aus öffentlichen und privaten Kassen gebündelt und die Entwicklung der Arzneien beschleunigt, hieß es. Die Initiative sei Teil der koordinierten Antwort auf die Gesundheitsbedrohung durch die neue Krankheit Covid-19, für die die EU insgesamt 230 Millionen Euro in Aussicht gestellt hatte. (APA/dpa)
  • In Österreich ist die Zahl der offiziell bestätigten Infektionen auf 21 angestiegen. Dazu wurden drei weitere Fälle bekannt, die im Unternehmen des schwer erkrankten Wiener Juristen aufgetreten sind; alle drei Personen wurden unter häusliche Quarantäne gestellt. Österreichweit befinden sich und 350 Personen in Quarantäne und es wurden bisher 2.100 Tests durchgeführt. In Deutschland wurden bisher 188 Infektionen nachgewiesen. Die Leipziger Buchmesse wurde zwischenzeitlich abgesagt. Weltweit ist die Zahl der Infizierten auf 90.000 gestiegen, die der Todesopfer auf 3.000, 73 Länder sind insgesamt betroffen. In China geht indes die Zahl der Neuinfektionen und Toten weiter zurück. 
  • Erste wissenschaftliche Hinweise auf Rauchen als Risikofaktor für einen schwereren Verlauf bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus ortet der Wiener Umwelthygieniker und Leiter der Ärzteinitiative gegen Raucherschäden, Dr. Manfred Neuberger. Einer Studie chinesischer Forscher zufolge fand sich unter einer kleinen Gruppe schwer Erkrankter ein größerer Anteil an Menschen, die rauchten. Die Vermutung, dass Rauchen bei der neuen Lungenerkrankung ein Risikofaktor sein könnte, liege nahe, sagte Neuberger zur APA. Erste Berichte aus China über überwiegend männliche Covid-19-Patienten hätten schon in die Richtung gewiesen, „dass das auch etwas mit Lebensgewohnheiten zu tun hat“. Neuberger plädierte dafür, Raucher in die Gruppe jener Menschen miteinzubeziehen, die ein größeres Risiko für einen schweren Verlauf bei Coronavirus-Infektionen haben. „Raucher müssen sich also noch mehr vor Übertragung schützen“, indem sie Menschenansammlungen meiden oder sich nach Kontakten die Hände gründlich waschen, so der Wissenschafter. (APA)
  • Das Coronavirus beherrscht in Österreich auch die sozialen Medien. Da SARS-CoV-2 immer öfter Thema vieler Tweets und Konversationen ist, hat Twitter in Österreich in Kooperation mit der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) ein Aufklärungs-Tool gestartet. Sobald auf Twitter in Österreich auf den Trend #Coronavirus geklickt oder nach bestimmten Schlagwörtern (Coronavirus sowie 30 weitere relevante Keywords) gesucht wird, wird im oberen Bereich der Timeline das Tool ausgespielt, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Nutzern würden so „relevante und verifizierte Informationen“ zur Verfügung gestellt. Es soll auch dazu dienen, „mögliche Falschinformationen zu reduzieren“. „Die AGES liefert als wissenschaftliche Einrichtung in Zeiten von Fake News qualitätsgesicherte Fakten“, sagte AGES-Geschäftsführer Thomas Kickinger. Gerade in Krisenzeiten seien vertrauenswürdige Informationen wichtig. (APA)

++ Update 02.03.2020 – Faktenbasiertes Vorgehen und gemeinsame Strategie in Österreich – Erreger darf nicht „davonlaufen“ –  „Moderates“ Infektionsrisiko in Europa – Update in Zahlen europa- und weltweit
  • Derzeit gibt es in Österreich 16 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus, die meisten davon (9) in Wien. Darunter ist nur ein schwerer Fall, alle anderen Verläufe sind leicht. Die Vienna International School wird vorübergehend (Montag und Dienstag) geschlossen, weil zwei externe Trainer, die mit der Schule in Kontakt waren, positiv getestet wurden. Einigkeit bezüglich des Vorgehens herrscht in der österreichischen Regierung: In der Bekämpfung der Corona-Epidemie sei faktenbasiertes Vorgehen notwendig und man benötige eine gemeinsame Strategie der Bundesregierung mit den Ländern und der Opposition, betonte der Gesundheitsminister. Großveranstaltungen sollen nicht generell abgesagt, sondern es wurde ein Leitfaden für Veranstalter herausgegeben, anhand dessen von Fall zu Fall entschieden werden soll, so Innenminister Nehammer. Die SPÖ-Chefin und Medizinerin Rendi-Wagner wies darauf hin, dass Österreich in den vergangenen 20 Jahren mehrere Gesundheitsbedrohungen gut gemeistert habe, und zeigte sich optimistisch, dass sich das Coronavirus in Österreich nicht ähnlich wie in Italien ausbreiten wird, „weil wir ein ganz anderes Infektionsüberwachungssystem haben“. Anschober sagte außerdem, es gebe derzeit drei Möglichkeiten, wie sich die Coronavirus-Epidemie entwickeln könnte, die von Experten für etwa gleich wahrscheinlich gehalten werden: Das Virus werde ähnlich wie SARS eingedämmt und ausgehungert; es komme zu einer Pandemie mit unkontrollierter Ausbreitung; oder es gebe ähnlich wie bei der Grippe jährlich zu bestimmten Jahreszeiten wiederkehrende Wellen.
  • Die Covid-Epidemie kann unter Kontrolle gebracht werden. Voraussetzung ist, dass der SARS-CoV-2-Erreger den Gesundheitsbehörden nicht „davonläuft“. Entscheidender Faktor dabei ist das schnelle Erkennen einer Infektion ab Symptombeginn, haben jetzt Experten der London School of Hygiene in Computersimulationen berechnet. „Die Isolierung von Fällen (Patienten; Anm.) und das Nachverfolgen der Personenkontakte wird benutzt, um Ausbrüche infektiöser Erkrankungen unter Kontrolle zu bringen und wurde auch für Covid-19 durchgeführt. Ob diese Strategie aber die Krankheit wirklich unter Kontrolle bringt, hängt von den Charakteristika des Erregers und der Antwort (durch das Gesundheitssystem; Anm.) ab“, schrieben Joel Hellellwell und die Ko-Autoren im Fachblatt „Lancet“. Je schneller sich Personen mit Coronavirus-Verdacht melden oder identifiziert werden, desto besser. „Die Zeitverzögerung zwischen Auftreten von Symptomen und der Quarantäne von Betroffenen hat eine große Bedeutung für die Kontrolle von Ausbrüchen. Kann man 80 Prozent der Kontaktpersonen auffinden, sinkt diese Wahrscheinlichkeit von 89 auf 31 Prozent, wenn dieser Zeitraum lang ist“, schrieben die Wissenschafter. Es ist also Eile geboten, wenn es um das Auffinden von Erkrankten, Auffinden von Kontaktpersonen und um die Quarantänemaßnahmen geht. (APA)
  • Als „moderat“ stuft das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) das aktuelle Risiko einer Infektion mit dem neuen Coronavirus europaweit ein (Stand: 1. März). Die Wahrscheinlichkeit, dass Fälle auch aus anderen Ländern als China importiert werden, steige offenbar, da das Virus in mehr Staaten nachgewiesen wurde. Die Fallzahlen in Europa haben sich etwas erhöht. Weiter betont die ECDC auch das Gefährdungspotenzial für Patientengruppen mit Vorerkrankungen oder ältere Menschen. Gleichzeitig hält die Behörde fest, dass 80 Prozent der Fälle milde verlaufen, bei 20 Prozent stellt sich ein schwererer Verlauf ein. Kritisch wird es bei rund vier bis fünf Prozent der Infizierten. (APA) 
    In Europa ist Italien nach wie vor das am stärksten betroffene Land mit ca. 1700 Infizierten und 34 Toten. In Frankreich und in Deutschland gibt es jeweils etwa 130 Infizierte, ein erster Fall ist in Berlin aufgetreten. Die Leipziger Buchmesse (12.–15. März) soll dennoch stattfinden, während die Pariser Buchmesse (20.–23. März) abgesagt wurde. 84 Fälle wurden bisher in Spanien verzeichnet, 36 in Großbritannien und 27 in der Schweiz.

    Weltweit sind derzeit ca. 60 Länder vom Coronavirus betroffen, es gibt bisher etwa 89.000 Infektionen und 3000 Todesfälle, die meisten davon in China, wobei aber dort die Zahl der Neuerkrankungen weiter zurückgegangen ist. Mittlerweile hat das Virus auch Indonesien, das bevölkerungsmäßig viertgrößte Land der Welt, erreicht; in Australien hat es den ersten Todesfall gegeben. In den USA wurden bisher zwei Todesfälle verzeichnet und die erste Erkrankung in New York registriert. In den schwer betroffenen Ländern Iran und Südkorea steigt die Zahl der Infizierten und Toten weiter an, daher hat das österreichische Außenministerium jetzt auch für mehrere iranische Provinzen und Teile Südkoreas eine Reisewarnung ausgegeben (bisher bestanden schon Reisewarnungen für die Lombardei, Teile Venetiens und die chinesische Provinz Hubei).


++ Update 28.02.2020 – Drei bestätigte Fälle in Wien, fünf in ganz Österreich – Notfallplan: Wiener Ärztefunkdienst auch tagsüber im Einsatz – Info-Kampagne und einheitliche Verordnungen für ganz Österreich – Update zur Situation in Europa und weltweit
  • In Wien gibt es mit Stand Freitag, 10 Uhr, drei bestätigte Coronavirus-Fälle, nachdem auch die Ehefrau des schon gestern nachweislich an Covid-19 erkrankten Mannes positiv getestet wurde. Die Tests der beiden Kinder sind noch nicht ausgewertet. Die Familien war in der Lombardei auf Urlaub gewesen. Damit gibt es derzeit fünf bestätigte Infektionsfälle in ganz Österreich.
  • Die Wiener Behörden haben am Freitag einen Notfallplan für die Bundeshauptstadt im Umgang mit dem Coronavirus vorgestellt. Der Ärztefunkdienst, bisher in den Nächten zur Betreuung von Patienten unterwegs, wird nunmehr auch am Tag zur Verfügung stehen. Patienten mit einer bestätigten Infektion, die eine leichtere Symptomatik aufweisen, sollen zuhause betreut werden, der Ärztefunkdienst werde potenziell Betroffene daheim besuchen und alles Weitere abklären bzw. die Patienten dann weiter in ihren eigenen vier Wänden versorgen. Damit sollen weitere Ansteckungen verhindert werden.
  • Gesundheitsminister Anschober und Innenminister Nehammer haben am Freitag eine Informationskampagne präsentiert, um die Bevölkerung über das neuartige Coronavirus aufzuklären. Mit Symptomen, die potenziell auf eine Infektion hindeuten, soll man für medizinische Auskünfte die Telefonnummer 1450 wählen, mit Fragen und Sorgen allgemein die Hotline unter 0800 555 621.
  • Außerdem kündigte Gesundheitsminister Anschober Verordnungen und Erlässe an, damit Verdachtsfälle österreichweit einheitlich behandelt werden. Diese sollen am heutigen Freitag per Erlass in Kraft treten und umfassen die Bereiche Kindergarten, Schule, Betriebe, Verkehrsnutzung und das Verhalten im Privatbereich. Der Minister nannte als Beispiel das Vorgehen, wenn ein Verdachtsfall in einer Schule auftritt. Hier werde künftig die Testung an Ort und Stelle stattfinden.
  • In Frankreich ist die Zahl der mit dem neuartigen Coronavirus infizierten Menschen von bisher 18 auf 38 deutlich angestiegen, zwei Patienten sind bereits verstorben. Auch in Deutschland hat sich die Zahl der Infizierten erhöht, und zwar auf 48. Erste Fälle sind jetzt auch in Hamburg und Hessen aufgetreten. Das am stärksten betroffene europäische Land ist noch wie vor Italien mit 650 Infektionsfällen. Die Schulen sollen dort, mit Ausnahme der abgeriegelten Gemeinden in der Lombardei, allerdings Anfang nächster Woche wieder geöffnet werden. In der Schweiz, wo es derzeit 15 bestätigte Fälle gibt, wurden alle Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen bis mindestens 15. März verboten. Insgesamt sind derzeit 15 europäische Länder vom Coronavirus betroffen.
  • Im Iran, der mit 245 Infektionsfällen und 26 Toten ebenfalls schwer betroffen ist, reagiert man mit drastischen Maßnahmen: In vielen Teilen des Landes wurden die Freitagsgebete abgesagt. Erste Fälle sind jetzt auch in Neuseeland und Nigeria aufgetreten. Südkorea ist mit über 2300 Fällen immer noch das am stärksten betroffene Land nach China, das Virus breitet sich dort weiter stark aus.
Coronavirus: Gesundheitssystem auf Blackout vorbereiten

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++ Update 27.02.2020 – Erste Coronavirus-Fälle in Wien – 447 Testungen bisher in Österreich, vier Fälle positiv – Deutscher Gesundheitsminister Jens Spahn rechnet mit Epidemie – Schweiz: Vier bestätigte Fälle
  • Nach zwei bestätigten Fällen in Innsbruck gibt es nun die ersten bestätigten Fälle mit dem neuartigen Coronavirus in Wien. Nach bisherigen Informationen ist ein 72-Jähriger an Covid-19 erkrankt, er lag bereits seit zehn Tagen mit klassischen Grippe-Symptomen in der Rudolfstiftung. Am Donnerstag, 27.02.2020, wurde er ins Kaiser-Franz-Josef-Spital überstellt. Drei Krankenhausabteilungen der Rudolfstiftung wurden gesperrt. Die Spitalsmitarbeiter, die den Patienten direkt betreut hatten, wurden laut Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) in häusliche Quarantäne geschickt, Besucher des schwer erkranken Mannes getestet. Wo sich der 72-Jährige infiziert hat, konnte bisher nicht eruiert werden. Bei einer Pressekonferenz wurde auch über einen zweiten Patienten berichtet, bei dem ein erster Coronavirus-Test positiv ausgefallen sei. „Ihm gehe es gut“, sagte Dr. Michael Binder, medizinischer Direktor des KAV (Wiener Krankenanstaltenverbund), weshalb dieser Patient zuhause in Quarantäne sei. Er dürfte sich in Italien angesteckt haben. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) sagte, es sei klar gewesen, dass Österreich keine Ausnahme bleibe, man könne das Land nicht „unter einen Glassturz“ stellen. (APA)
  • Mit den zwei neuen Fällen in Wien gibt es in Österreich vier bestätigte Erkrankungsfälle, laut www.sozialministerium.at wurden bis 27.02.2020, 13:50 Uhr, 447 Testungen durchgeführt. Hotline: 0800 555 621
  • In Deutschland rechnet Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit einer Ausbreitung des Coronavirus: „Wir befinden uns am Beginn einer Corona-Epidemie in Deutschland“, sagte Spahn laut APA am Mittwoch, 26.02.2020, in Berlin. Der Grund: Die Infektionsketten seien teilweise – „und das ist eine neue Qualität“ – nicht nachzuvollziehen. Laut www.bundesgesundheitsministerium.de gibt es bis 27.02.2020 insgesamt 27 laborbestätigte Fälle von Covid-19. Weltweit wurden mehr als 82.000 Fälle gemeldet, davon sind mehr als 2.800 Menschen gestorben.
  • In der Schweiz gibt es mit Stand 27.02.2020 laut Bundesamt für Gesundheit www.bag.admin.ch insgesamt vier bestätigte Coronavirus-Fälle. Bisher wurden mehr als 300 Personen auf das Virus getestet.

++ Update 26.02.2020 – Mehr neue Coronafälle außerhalb als innerhalb Chinas – Situation in Österreich – Malaria-Mittel zeigt Effekt – Sandoz friert Generika-Preise ein – EU-Länder sollen Pandemiepläne überarbeiten – Verdachtsfall in Kärnten aufgeklärt – 12 Personen in Tirol unter Quarantäne
  • Erstmals seit Ausbruch des neuartigen Coronavirus in China gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr neu gemeldete Fälle außerhalb Chinas als in der Volksrepublik selbst. Am Dienstag wurden aus China 411 neue Infektionen gemeldet, außerhalb Chinas wurden am selben Tag 427 neue Fälle gemeldet, wie WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf berichtete. Das am stärksten betroffene Land außerhalb Chinas ist Südkorea. In der Zwischenzeit ist das Virus auch in Südamerika angekommen: Ein 61-jähriger Brasilianer ist nach einer Italienreise mit dem Coronavirus infiziert. Insgesamt sind derzeit weltweit rund 40 Länder betroffen.
  • In Österreich bleibt es vorerst bei den zwei bestätigten Fällen in Tirol, es gibt allerdings einige Verdachtsfälle. Einen davon in einem Gymnasium in Wien-Josefstadt (hier gab es in der Zwischenzeit Entwarnung), einen bei einem Mitarbeiter der UNO City Wien, einen bei einer Niederösterreicherin nach einem Italienurlaub. Insgesamt wurden in Österreich bisher 321 Personen auf das Coronavirus getestet, 23 stehen derzeit unter Quarantäne. Der Bundeskanzler und der Gesundheitsminister fordern die Bevölkerung zu vernünftigem Verhalten auf und empfehlen, bei Erkrankung den Besuch von Events zu meiden und Reisewarnungen auf jeden Fall einzuhalten. Die Krisenstäbe in den Bundesländern treffen regelmäßig zusammen, um die Situation zu beurteilen, zu evaluieren und mögliche Szenarien durchzuspielen. Vorbereitungen für den Ernstfall laufen bereits seit Wochen.
  • Ein herkömmliches Malaria-Mittel wirkt womöglich auch gegen das neuartige Coronavirus. Das Mittel Chloroquin, das in Österreich unter dem Handelsnamen Resochin bekannt ist, habe sich in einer klinischen Studie in China als wirksam gezeigt, sagte der Leiter des Instituts für Infektionskrankheiten in Marseille, Didier Raoult, am Dienstag. Das französische Gesundheitsministerium warnte vor Euphorie. Raoult beruft sich auf eine Untersuchung von drei chinesischen Forschern, die vor einer Woche in der Fachzeitschrift „BioScience Trends“ erschienen ist. Darin beschreiben die Wissenschafter eine klinische Studie mit mehr als hundert Patienten. In dem kurzen Text heißt es, dass eine Behandlung mit Chloroquin „wirksamer“ gewesen sei als die einer Vergleichsgruppe. Genaue Zahlen nannten die chinesischen Forscher von der Universität Qingdao allerdings nicht. Der französische Institutsleiter Raoult betonte, dies wäre eine „außerordentliche Nachricht“, denn das Malaria-Medikament sei sehr preisgünstig. Deutlich zurückhaltender äußerte sich der französische Gesundheitsminister Olivier Veran. Er sagte dem Sender BFM-TV, er stehe mit Raoult im Kontakt und sein Ministerium lasse die Wirksamkeit des Arzneimittels prüfen. Veran sprach von „interessanten Studien über die Wirkung im Labor“. Die klinischen Studien mit Patienten müssten aber noch bestätigt werden, betonte er.
  • Der Schweizer Pharmakonzern Novartis friert wegen des Coronavirus-Ausbruchs die Preise für eine Reihe von Nachahmermedikamenten ein. Mit diesem Schritt will die Generika-Tochter Sandoz nach eigenen Angaben Preisanstiegen angesichts drohender Lieferengpässe bei aktiven Wirkstoffsubstanzen, die oft in China hergestellt werden, vorbeugen. Ein Sandoz-Sprecher sagte, der Preisstopp betreffe rund 20 antivirale Medikamente und Antibiotika. Die Regelung gelte ab sofort und bis auf Weiteres.
  • Zum Schutz vor einer ganz großen Ausbreitung des Coronavirus in Europa hat die EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides alle Mitgliedsländer aufgerufen, ihre Pandemiepläne zu überarbeiten. In Italien, dem am stärksten betroffenen europäischen Land, ist die Zahl der Toten und Infizierten indessen weiter gestiegen: zwölf Menschen sind verstorben, 374 haben sich infiziert.
  • Der Tod einer italienischen Urlauberin im Tourismusort Bad Kleinkirchheim (Bezirk Spittal an der Drau) hat am Mittwoch für Coronavirus-Alarm in Kärnten gesorgt. Die 56-Jährige aus dem Raum Udine war in der Nacht in einer Apartmentanlage gestorben, der Notarzt schloss eine Infektion mit dem Coronavirus nicht aus. Die Auswertung eines Abstrichs hat inzwischen Klarheit gebracht: Die Frau war nicht mit dem Coronavirus infiziert. Die Behörden hatten das betroffene Gebäude gesperrt, insgesamt 13 Personen wurden untersucht.
  • Nach Bekanntwerden von zwei Corona-Fällen in Innsbruck sind in dem Hotel, in dem die infizierte Italienerin arbeitet, 62 Personen getestet worden, neun davon wurden unter Quarantäne gestellt – sie hatten einen engen Kontakt mit der erkrankten Italienerin. Weitere drei Personen aus dem Umfeld der Erkrankten mussten ebenfalls in Quarantäne.

++ Update 25.02.2020 – Entwarnung bei Verdachtsfällen in Vorarlberg – Verdachtsfälle in Vorarlberg – EU-Kommission: gemeinsame Grenzmaßnahmen koordinieren – Covid-19-Verdacht in Linz – 2 Personen in Tirol erkrankt, Suche nach „Patient 0“  – US-Regierung beantragt 2,5 Mrd. Dollar zur Corona-Bekämpfung – Personen jenseits der 60 gefährdet
  • Die beiden Coronavirus-VERdachtsfälle in Vorarlberg haben sich nicht bestätigt. In Vorarlberg gibt es aktuell zwei Verdachtsfälle hinsichtlich einer Coronavirus-Erkrankung. Die Proben der beiden Personen seien am Montag zur Abklärung nach Innsbruck geschickt worden, am Dienstagnachmittag gab es nach dem Feststehen der Ergebnisse der zwei eingeschickten Proben Entwarnung, informierte die Landespressestelle. Damit kam es in Vorarlberg bisher zwar zu sieben Verdachtsfällen, das Auftreten des Coronavirus ist im westlichsten Bundesland bisher aber nicht festgestellt worden.
  • Die EU-Kommission will die Koordinierung von eventuellen Grenzkontrollen der EU-Mitgliedsstaaten zur Eindämmung des Coronavirus einleiten. Damit sollen unterschiedliche Maßnahmen in diesem Bereich vermieden werden, hieß es am Dienstag in Brüssel. Die EU-Behörde sei in Kontakt mit der kroatischen EU-Ratspräsidentschaft, um ein Treffen auf EU-Ebene zu organisieren. So erlaube es der Schengener Grenzkodex den EU-Mitgliedsländern Grenzkontrollen aufgrund der öffentlichen Gesundheit und inneren Sicherheit. Aus Sicht der EU-Kommission sollten diese Maßnahmen nur auf Basis von wissenschaftlichen Empfehlungen und Risikobewertungen getroffen werden sowie der Situation angepasst sein.
  • Am Dienstag, 25.02 ist in Linz-Pichling ein Verdachtsfall von COVID-19 („Coronavirus“) aufgetreten. Der 55- jährige Linzer zeigte nach einer Italien-Reise Symptome, die auf eine Infektion mit dem neuartigen Virus hindeuten könnten. Er wurde daraufhin von den Ärzten umgehend in der Ordination eines praktischen Arztes isoliert. Der Mann war mit einer Reisegruppe in Venedig. Die anderen Mitglieder der Reisegruppe wurden aufgefordert, bis zum Vorliegen des Testergebnisses zuhause zu bleiben und Kontakt mit anderen Personen zu meiden. Derzeit wird der Betroffenen auf das Virus getestet. Das Ergebnis wird am Nachmittag erwartet.

  • Die 2 in Tirol infiziertte 24-Jährigen Personen sein laut APA nicht „lebensdrohlich“ erkrankt, sie werden am bis zum Wochenende in Quarantäne bleiben. Noch ist unklar, wo sich die beiden Personen angesteckt haben. Die Patienten hatten sich selbst an die Leitstelle Tirol gewandt und ihre Symptome geschildert. Die Behörden versuchen nun, alle Kontaktpersonen zu identifizieren, um eine weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Bei den beiden Patienten handelt es sich um ein Pärchen aus der Gegend um Bergamo, das am Freitag mit dem Pkw nach Innsbruck reiste. Laut ersten Informationen dürfte die Frau in Innsbruck leben und arbeiten, ihr Freund wollte sie besuchen. Zu wie vielen Personen die beiden Infizierten Kontakt hatten, war vorerst noch nicht klar. Das Stadtmagistrat sei derzeit dabei, dies zu erheben, sagte Landessanitätsdirektor Franz Katzgraber.
  • Das Corona-Virus gefährdet vor allem Personen jenseits des 60. Lebensjahrs. Laut der bisher umfassendsten Studie, die Krankheitsverläufe in China bis 11. Februar berücksichtigt hat, waren von 1.023 gestorbenen Patienten 829 über 60 Jahre alt. Demgegenüber verlief die Erkrankung für nur 26 Menschen tödlich, die das 40. Lebensjahr noch nicht vollendet hatten.

++ Update 14.02.2020 – Sprunghafter Anstieg der Zahlen in China – Sechs Spitalsmitarbeiter gestorben – Strategie für europäische Arzneimittelproduktion gefordert – AUA streicht Flüge bis Ende März
  • In China ist die Zahl der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus (Erkrankung/Erreger: Covid-2019/SARS-CoV-2) zuletzt sprunghaft angestiegen: von 44.000 auf inzwischen mehr als 64.000.
    Die Zahl der Todesopfer stieg auf knapp 1400. Nach Behördenangaben liegt dies daran, dass die Diagnose auch auf Basis von Lungenröntgen – ohne Nukleinsäure-Test – gestellt werden kann. Dadurch sollen Infizierte schneller behandelt werden können. (APA)
  • Nach offiziellen Angaben sind in China bereits sechs Krankenhausmitarbeiter an Covid-2019 gestorben. 1.716 Angehörige des medizinischen Personals seien infiziert, teilte der Vize-Chef der chinesischen Gesundheitskommission, Zeng Yixin, heute, 14.02.2020, mit. Die Engpässe bei der Schutzbekleidung führten zuletzt dazu, dass Ärzte diese mehrfach tragen mussten. Ein Arzt aus Wuhan sagte, er und 16 seiner Kollegen hätten verdächtige Symptome wie Husten und Atemnot, dennoch würden sie weiter Patienten behandeln müssen. (APA)
  • Im Anschluss an das Sondertreffen der EU-Gesundheitsminister am 13.02.2020 zeigte sich Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) erfreut, dass viele Minister zustimmten, den „Rassismus“ gegen Mitbürger aus China infolge der Corona-Krise öffentlich zu behandeln. Anschober hatte diesen als „zutiefst unangebracht und uneuropäisch“ bezeichnet. Sorgen bereitet den EU-Ländern die nach Asien ausgelagerte Arzneimittelproduktion. Um Verknappung vorzubeugen und weniger krisenanfällig zu sein, brauche es eine „europäische Strategie für eine europäische Arzneimittelproduktion“, ist auch die österreichische Bundesregierung überzeugt. Diese soll die EU-Kommission vorlegen. (APA)
  • Die Austrian Airlines (AUA) streichen alle Chinaflüge bis 28. März 2020. Zuletzt waren diese Flüge bis Ende Februar ausgesetzt worden. (APA)
  • In Österreich sind bis Freitagvormittag (14.02.2020, 10.00 Uhr) 162 Tests nach Verdachtsfällen durchgeführt worden. Alle waren bisher negativ.
    (Hotline: 0800 555 621, aktuelle Zahlen täglich um 10.00 Uhr auf sozialministerium.at)

++ Update 12.02.2020 – Neuer Name „Covid-19“ – Anschober: Sorgfalt, aber kein Grund zu Panik – Weiterhin kein bestätigter Fall in Ö – Todesopfer in China auf 1.100 gestiegen
  • Das Coronavirus trägt nun offiziell den Namen „Covid-19“. Der Name ersetzt laut WHO die bisherige Bezeichnung 2019-nCoV. „Co“ steht für „Corona“, „vi“ für „Virus“ und „d“ für „disease“. Von der Krankheit betroffen sind derzeit China (inklusive Hongkong und Macau), Taiwan, Thailand, Philippinen, Indien, Japan, Südkorea, USA, Vietnam, Singapur, Malaysia, Kanada, Nepal, Sri Lanka, Kambodscha, Australien, Vereinigte Arabische Emirate, Vereinigtes Königreich, Frankreich, Italien, Deutschland, Russland, Spanien, Schweden, Belgien und Finnland.
  • Gesundheitsminister Rudolf Anschober sieht angesichts der wenigen Coronavirus-Fälle in Europa zwar weiterhin erhöhte Sorgfalt geboten, aber „keinen Grund zur Panik“. Vor dem Ministerrat am Mittwoch verwies Anschober darauf, dass es in Österreich noch keine einzige bestätigte Coronavirus-Infektion gebe, dafür aber 190.000 Grippefälle in dieser Saison.
  • Das Gesundheitsministerium gibt dennoch bekannt, dass es immer mehr Verdachtsfälle in Österreich gibt. Bis Mittwochvormittag (12.02.2020, 10.00 Uhr) sind 105 Tests nach Verdachtsfällen durchgeführt worden. Alle waren bisher negativ. (Aktuelle Zahlen täglich um 10.00 Uhr auf sozialministerium.at)
  • In China ist die Zahl der Todesopfer auf mehr als 1.100 gestiegen.Ferner wurden 1.638 Infektionsfälle in Hubei verzeichnet. Die offizielle Gesamtzahl der Krankheitsfälle in Festlandchina wuchs damit auf mehr als 44.200 an. Die allermeisten Todes- und Infektionsfälle treten nach wie vor in Hubei auf, von wo die Epidemie im Dezember ihren Ausgang genommen hatte.
  • An Bord des Kreuzfahrtschiffes „Diamond Princess“, das nach seinem Eintreffen in Yokohama in Quarantäne steht, wurden 174 Infektionsfälle bestätigt. Insgesamt befinden sich 3.700 Personen an Bord, ein Passagier, der das Schiff in Hongkong verlassen hatte, wurde positiv auf Covid-19 getestet.

 


++ Update 11.02.2020 – WHO-Aufruf zur Solidarität – Symptomlose Verläufe nicht mehr erfasst – Coronaviren möglicherweise tagelang auf Oberflächen
  • Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, rief heute angesichts des in China grassierenden neuen Coronavirus (nCoV) zu weltweiter Solidarität auf. Es gehe darum, den Ausbruch zu stoppen und Leben zu retten, sagte er zum Auftakt eines zweitägigen Expertengipfels in Genf. „Wir stehen Ihnen bei“, wünschte er Kollegen in China per Video Mut, Geduld, Erfolg und gute Gesundheit. (APA)
  • China führt nCoV-Infizierte ohne Symptome nicht mehr in der Statistik, was den Vorgaben der WHO widerspricht. Ein Grund für die Änderung der Statistik wurde nicht genannt. Die Zahl erfasster Fälle lag bis zum 11.02.2020 bei rund 42.600, mehr als 1.000 Menschen sind gestorben. Coronavirus-Experte Christian Drosten von der Berliner Charité geht inzwischen von einer immensen Dunkelziffer aus. (APA)
  • Bisher bekannte Coronaviren können bei Raumtemperatur bis zu neun Tage lang auf Oberflächen überleben und infektiös bleiben, schrieb kürzlich ein deutsches Forschungsteam im „Journal of Hospital Infection“. Die Forscher aus Greifswald und Bochum empfehlen zur Desinfektion Mittel auf Basis von Alkohol, Wasserstoffperoxid oder Natriumhypochlorit. (APA)
  • Bis zum 11.02.2020 vormittags wurden in Österreich 97 Tests nach Verdachtsfällen durchgeführt, alle waren negativ. (Aktuelle Zahlen täglich um 10.00 Uhr auf www.sozialministerium.at)

++ Update 10.02.2020 – Ermittlungen in China – Sonderrat in Brüssel – Alle Österreicher aus Krisengebiet zurückgeholt – 94 negative Tests in Österreich
  • In China stieg die Zahl der bestätigten nCov-Infektionen auf mehr als 40.000, mehr als 900 Menschen starben daran, darunter auch der Entdecker des Coronavirus, ein chinesischer Augenarzt namens Li Wenliang. Der 34-Jährige warnte bereits Ende Dezember 2019 vor dem Erreger, war aber zusammen mit sieben Kollegen von der Polizei wegen der „Verbreitung von Gerüchten“ ermahnt worden. Li steckte sich später bei der Behandlung eines Patienten an. Die chinesischen Korruptionsbehörden starteten nach lauter werdender Kritik aus der Bevölkerung eine Untersuchung zu Lis Tod. (APA)
  • EU: Am Donnerstag, den 12.02.2020, treffen sich die EU-Gesundheitsminister zu einem Sonderrat in Brüssel. Besprochen werden Notfallmaßnahmen, um eine weitere Verbreitung des Conoravirus innerhalb der EU zu verhindern. Österreich wird durch Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) vertreten. (APA)
  • Bei einer britischen Rückholaktion wurden vergangenes Wochenende auch sechs Österreicher aus der chinesischen Millionenstadt Wuhan ausgeflogen, sie landeten mit der Tyrol Air Ambulance am Flughafen Wien-Schwechat. Damit sind laut Außenministerium keine Österreicher mehr im Krisengebiet. Bereits am Wochenende zuvor waren sieben Österreicher mit einer Hercules C-130 des Bundesheeres von Frankreich nach Wien-Schwechat geflogen worden. (APA)
  • Bis zum 09.02.2020 wurden in Europa 32 Krankheitsfälle bestätigt, zuletzt drei in Großbritannien. In Österreich wurden bisher 94 Tests an Verdachtsfällen durchgeführt, alle waren negativ. (Aktuelle Zahlen täglich um 10.00 Uhr auf www.sozialministerium.at)

++ Update 05.02.2020 – Infektionszahl steigt weiter an – Donau-Uni Krems hilft WHO gegen Fake News – EU & EWR: 26 bestätigte Fälle
  • China: Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus (nCoV) stieg zuletzt wieder schneller an und zwar bis Mittwoch um 3.887 auf 24.324, die Zahl der Toten stieg auf 490. (APA)
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die am 30.01.2020 den globalen Notstand ausgerufen hatte, beauftragte ein Team um Univ.-Prof. Dr. Gerald Gartlehner, Leiter des Departments für Evidenzbasierte Medizin und Evaluation an der Donau-Universität Krems, Studien zu nCoV jeweils binnen 24 Stunden zusammenzufassen. Ziel sind belastbare Fakten und Entscheidungsgrundlagen, um Verschwörungstheorien und Falschinformationen entgegenzuwirken. (APA)
  • In der EU und dem EWR sowie dem Vereinigten Königreich gab es bisher 26 bestätigte Fälle. In Österreich hat sich bis zum 05.02.2020 kein Verdachtsfall bestätigt. (www.sozialministerium.at)

++ Update 29.01.2020 – Erstmals weniger Neuerkrankungen in China – Etappenerfolg auf der Suche nach Gegenmittel – Hotline in Österreich – ÖGARI-Plädoyer für Influenzaimpfung
  • China: Insgesamt knapp 6.000 Krankheitsfälle, Zahl der Toten steigt auf 132, aber erstmals weniger neue bestätigte Fälle: 1.459 am Dienstag, während es am Montag 1700 Neuerkrankungen gewesen waren. (APA)
  • Australien: Forscher berichten von einem „bedeutenden Durchbruch“: Im Labor des Peter Doherty Institut für Infektionen und Immunität in Melbourne gelang die Nachzüchtung des Virus. Nun könnte in Kooperation mit anderen Instituten und der WHO an einem Gegenmittel gearbeitet werden. (APA)
  • Österreich: Bisherige Verdachtsfälle bestätigen sich allesamt nicht. Tägliches Update um 10.00 Uhr auf www.sozialministerium.at.Die AGES hat eine Hotline eingerichtet: 0800 555 621 (Mo–Fr, 9–17 Uhr)
  • Plädoyer der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) für Impfung gegen saisonale Grippe, speziell für COPD-Patienten, Herzkranke, Diabetiker sowie Frauen, die schwanger werden wollen. (www.anaesthesie.news)

++ Update 28.01.2020 – Verdachtsfälle in Österreich haben sich nicht bestätigt – Weitere Tote in China
  • Die beiden Coronavirus-Verdachtsfälle in Wien haben sich als negativ herausgestellt. Wie es aus dem Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) hieß, haben sich weder der behandelte Mann noch die Frau mit dem neuen Virus infiziert. Derzeit gibt es keinen weiteren Verdachtsfall in der Bundeshauptstadt.  (APA)
  • Bestätigter Verdacht in Bayern.
  • Rasante Ausbreitung in China. Insgesamt 4.515 Erkrankungen, 106 Todesfälle, davon ein Todesfall in Peking

27.01.2020 In China ist die Zahl der bestätigten Infektionen durch das neuartige Coronavirus „2019-nCoV“ auf knapp 2800, die Zahl der Toten auf 80 gestiegen. In Österreich werden derzeit weitere Verdachtsfälle – nach zwei Entwarnungen – untersucht.

Die Zahl der Toten durch die neuartige Lungenkrankheit in China ist bis Montag, 27. Jänner 2020, um 24 auf 80 gestiegen. Innerhalb eines Tages kletterte die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem neuen Coronavirus um mehr als 700 auf 2.744, wie das Staatsfernsehen unter Berufung auf die Behörden berichtete. In Wien gab es laut einem ORF-Bericht zwei neue Verdachtsfälle, nachdem es bis Montagvormittag zwei Entwarnungen gegeben hatte.

Information für medizinisches Fachpersonal

Das Sozial- und Gesundheitsministerium hat eine Verordnung zur Einführung einer amtlichen Meldepflicht für Verdachts-, Erkrankungs- und Todesfälle durch 2019-nCoV mit Informationen für medizinisches Fachpersonal erlassen und informiert wie folgt:

Eine spezifische Untersuchung auf eine Erkrankung durch 2019-nCoV muss durchgeführt werden bei

1. einer Person, die an einer akuten respiratorischen Infektion mit oder ohne Fieber (≥ 38°C) und mit oder ohne Husten leidet UND

ODER

2. einer Person mit akuter respiratorischer Symptomatik von beliebigem Schweregrad UND

  •  die innerhalb von 14 Tagen vor Krankheitsbeginn engen Kontakt zu einem bestätigten 2019-nCoV-Fall hatte.

Atypische Präsentationen bei immunsupprimierten Personen sind zu bedenken!

Bestätigter Fall: Eine Person mit einem labordiagnostischen Nachweis des 2019-nCoV.

Ein entsprechender Virusnukleinsäure-Nachweis ist nach telefonischer Rücksprache am Zentrum für Virologie an der Medizinischen Universität Wien möglich:

Tel.: 01/40160 65517
https://www.virologie.meduniwien.ac.at/

Außerhalb von China bisher rund 40 Fälle

Außerhalb von China wurden bisher rund 40 Fälle bestätigt. Damit ist die Zahl der Erkrankten bei insgesamt fast 2.800. Die Zahl der Infizierten in China kann noch weiter stark steigen, da es nach diesen Angaben rund 5.800 Verdachtsfälle gibt, wo die Diagnose noch nicht abgeschlossen ist. In Hongkong, Taiwan und Macao gibt es zudem 17 bestätigte Erkrankungen. Von den Patienten in China sind 461 schwer erkrankt. Allein in der besonders schwer betroffenen Provinz Hubei, wo der Erreger vermutlich erstmals vom Tier auf den Menschen übersprang, ist der Zustand von 69 Erkrankten kritisch.
Im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung der Lungenkrankheit hat China drastische Maßnahmen ergriffen. Die Regierung in Peking kündigte nun auch an, dass die Ferien über das laufende Neujahrsfest bis einschließlich Sonntag verlängert werden. Das Virus ist inzwischen in fast jeder Provinz oder Region des Landes aufgetaucht.
„Die Lage ist angespannt, aber die Stimmung dort ist ruhig“, beschrieb der chinesische Botschafter in Österreich, Li Xiaosi, am Sonntagabend, 26. Jänner 2020, in der ORF-Sendung „Im Zentrum“ die Situation in der Stadt Wuhan, aus der er auch selbst stammt. Er betonte, dass China eine „sehr transparente Informationspolitik“ betreibe.
Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, schrieb am Sonntag, 26. Jänner 2020, auf Twitter, dass er „auf dem Weg nach Peking“ sei. Er wolle dort mit Vertretern der Regierung und Gesundheitsexperten über die jüngsten Entwicklungen und die Maßnahmen im Kampf gegen das Virus beraten. Botschafter Li hob den „engen Kontakt mit der WHO“ hervor.

KAV-Chef: „Wir müssen sehr aufmerksam sein“

Der medizinische Direktor des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV), Dr. Michael Binder, berichtete in der ORF-Sendung von einem weiteren Verdachtsfall in der österreichischen Hauptstadt. „Wir müssen sehr aufmerksam sein“, sagte er. Für die Österreicher bestehe aber kein Grund zur Sorge.
Bei der zweiten Person handle es sich um eine Wien lebende chinesische Staatsbürgerin, die in China Urlaub gemacht habe. Die Patientin sei nicht lebensbedrohlich erkrankt, berichtete Binder. Die Frau befindet sich in Isolation im Kaiser-Franz-Josef-Spital (KFJ). Montagvormittag gab es dann auch im zweiten Verdachtsfall eine Entwarnung. Im ersten Verdachtsfall hatte das Wiener Gemeindespital bereits am Sonntagabend Entwarnung gegeben.

Jedoch gibt es laut einem ORF-Bericht zwei neue Verdachtsfälle: eine Frau und ein Mann, die nach China-Reisen unabhängig voneinander mit Fieber und Husten zwei Spitäler aufgesucht hatten – einmal das AKH Wien und einmal das KFJ. Mittlerweile seien beide im KFJ auf der Isolierstation.

Einsatzstab mit fünf Ministerien

Heute tagt außerdem ein Einsatzstab im Innenministerium, um über die weitere Vorgehensweise zu beraten. Insgesamt sind daran fünf Ministerien beteiligt. „Das ist eine Gruppe, die in Krisensituationen oder wenn Krisen entstehen könnten, zusammenkommt“, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober. „Falls es einen Fall gibt, wollen wir in allen Bereichen bestens vorbereitet sein.“ Zu derartigen Lagebesprechungen komme es relativ häufig. Im Laufe des Tages sollen daraus auch Handlungsempfehlungen resultieren.
In China selbst sind bisher keine Österreicher von dem Coronavirus „akut betroffen“. In der besonders betroffenen Region Hubei leben laut Außenministerium keine Auslandsösterreicher, die Stadt Wuhan sei keine Touristenregion. In Gesamt-China halten sich derzeit rund 3.000 Österreicher auf – sowohl Auslandsösterreicher als auch Touristen.

Aufruf zur Grippe-Impfung

Gesundheitsminister Anschober weist in einer Aussendung am Montagvormittag darauf hin, dass die „echte Grippe“ aktuell „viel näher“ und dadurch derzeit problematischer als das Coronavirus sei. Zehntausende Menschen in Österreich sind an Grippe erkrankt, Anschober ruft daher zur Influenza-Impfung auf. Laut Expertenschätzungen sind in der vorigen Grippesaison mehr als 1.000 Menschen an den Folgen der Grippe gestorben. „Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mit dem Coronavirus in Österreich ist derzeit gering und wir sind gut auf eine allfällige Ausbreitung des Virus vorbereitet“, betont der Bundesminister. Derzeit gebe es in Österreich keine bestätigten Fälle, „Österreichs Gesundheitsbehörden sind mit den relevanten Gremien im Rahmen der WHO- und der EU-Mitgliedschaft ausgezeichnet vernetzt und in permanenter Abstimmung. Die echte Grippe ist aktuell bei uns viel näher und gefährlicher als das Coronavirus, man kann sich aber schützen. Den wirksamsten Schutz bietet die Influenza-Impfung – auch während der Grippesaison.“

Was man bisher weiß

Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) informiert auf ihrer Homepage über den aktuellen Stand zum Coronavirus:
Seit Dezember 2019 konnten die Gesundheitsbehörden eine Häufung von Fällen von Pneumonie in der chinesischen Stadt Wuhan, Provinz Hubei, beobachten. Alle Patienten waren zwei bis 14 Tage vor Auftreten der Krankheitssymptome in Wuhan City auf einem Markt für Meeresfrüchte und exotische Wildtiere wie Füchse, Krokodile, Schlangen, Pfaue. Als verursachendes Agens wurde ein neuartiges Coronavirus (2019-nCoV) ausgemacht, das mit dem SARS-Coronavirus eng verwandt ist.
Der Übertragungsweg erfolgt von Mensch zu Mensch oder über direkten Kontakt von Tier zu Mensch, wobei Personen mit Grunderkrankungen ein höheres Infektionsrisiko haben. Nach bisher vorliegenden Informationen scheint das Übertragungsrisiko von Mensch zu Mensch deutlich niedriger zu sein als bei der saisonalen Grippe. Handelswaren aus China dürften kein Risiko darstellen.

Annahme: Mortalität bis zu drei Prozent

Die Gefährlichkeit des neuartigen Coronavirus ist derzeit noch nicht genau abzusehen. Sie scheint jedoch deutlich niedriger zu sein als beim MERS-CoV (bis zu 30 Prozent Sterblichkeit) und SARS-CoV (zirka zehn Prozent Sterblichkeit). Derzeit geht man beim 2019-nCoV von einer Mortalität von bis zu drei Prozent aus. Ähnlich wie bei der saisonalen Influenza (mit einer Sterblichkeit von unter einem Prozent) sind vor allem ältere Menschen und immungeschwächte Personen betroffen.

Impfstoff gibt es keinen, die Behandlung erfolgt symptomatisch. Die drei wichtigsten Schutzmaßnahmen:

  • Händewaschen mehrmals täglich mit Wasser und Seife
  • Bedecken des Mundes und der Nase mit Papiertaschentuch (nicht mit den Händen) beim Husten oder Niesen
  • Direkten Kontakt zu kranken Menschen vermeiden

Mehr Infos und Video auf: https://www.ages.at/themen/krankheitserreger/coronavirus/

Quellen:

 

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