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Hepatitis C: Thema beim ILC 2015 in Wien

Beim 50. Jahreskongress der European Association for the Study of the Liver mit rund 11.000 Teilnehmern, der von 22. bis 26. April 2015 in Wien stattfand, wurde neben unzähligen anderen Themen auch die Hepatitis C besprochen.

Credit: ILC / Michele Pauty & Florian Wieser
Univ.-Prof. Dr. Peck-Radosavljevic

Bei einer Pressekonferenz anlässlich des Internationalen Leberkongresses ILC 2015, zu dem sich in Wien etwa 11.000 Leberexperten trafen, erläuterten Experten, dass seit kurzem neue Medikamente die Therapie der chronischen Hepatitis C revolutionieren würden. Von diesen Arzneimitteln würden auch Personen im fortgeschrittenen Krankheitsstadium profitieren.

In den letzten Jahren konnte mit der Interferon/Ribavirin-Therapie je nach Virustyp eine gute bis beschränkte Wirksamkeit erzielt werden. Seit kurzem könne man mit Protease-, Polymerase- und Hemmstoffen des Replikationskomplexes der Erreger in verschiedenen Kombinationen eine gut 90-prozentige Ausheilungsrate erreichen, erklärten Hepatologen bei der Pressekonferenz.

SOLAR 2: Ledipasvir/Sofosbuvir mit Ribavirin

Laut einer beim Kongress präsentierten, neuen Studie, die von einem Pharmakonzern finanziert wurde, ließen sich mit der Kombination aus Ledipasvir/Sofosbuvir mit Ribavirin auch bei Leberzirrhose-Patienten vor oder nach einer Transplantation und auch im Vorfeld eines drohenden Leberversagens sehr gut Erfolge erzielen. "Wir haben 328 Patienten zwölf oder 24 Wochen mit einem Kombinationspräparat von Ledipasvir und Sofosbuvir sowie Ribavirin behandelt. Es gab kaum Unterschiede in der Wirksamkeit je nach Länge der Behandlung", erklärte Michael Manns von der Medizinischen Universität Hannover. So habe sich bei rund 85 Prozent der Probanden mit dekompensierter Zirrhose vor einer geplanten Lebertransplantation eine dauerhafte Unterdrückung des Hepatitis C-Virus gezeigt. Bei einem Rückfall nach einer Lebertransplantation habe sich die Erfolgsrate bei Patienten noch ohne Zirrhose des Spenderorgans oder bei noch erhalten gebliebener Funktion der Leber auf mehr als 95 Prozent belaufen. Auch bei Patienten nach einer Transplantation und dekompensierter Zirrhose habe man Erfolgsraten von bis zu 95 Prozent erzielt.

ILC

Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen waren Fatigue, Anämie, Nausea und Kopfschmerzen. Bei 69 Probanden (21 Prozent) kam es zu schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE), sechs Patienten brachen die Therapie ab.

Der Generalsekretär der European Association for the Study of the Liver, Markus Peck von der Medizinischen Universität Wien, erklärte bei der Konferenz, dass Hepatologen ständig bemüht seien, das Leben von Menschen mit chronischer HCV zu verbessern. Studien wie SOLAR 2 würden für Patienten mit einer fortgeschrittenen Form der Krankheit, wie Leberzirrhose und selbst nach einer Lebertransplantation anhaltenden Erkrankungen neue Perspektiven eröffnen.

>> WHO: Guidelines for the screening, care and treatment of persons with hepatitis C infection

Michael Manns, Xavier Forns, Didier Samuel, Jill Denning, Sarah Arterburn, Theo Brandt-Sarif, Hadas Dvory-Sobol, Phillip S. Pang, John G. McHutchison, Edward Gane, David Mutimer
Ledipasvir/Sofosbuvir With Ribavirin is Safe and Efficacious in Decompensated and Post-Liver Transplantation Patients With HCV Infection: Preliminary Results of the SOLAR-2 Trial
EASL 2015 April 22-26 Vienna Austria

Quelle: APA

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