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Kolumne Dr. Retschitzegger: „… für Gesundheit und Pflege“

Man soll ja nach Wahlen positive Weichen stellen – auch wenn manch Positives weichen muss. Hier ein paar Anregungen dafür. Die Tagung für Palliative Geriatrie in Berlin vor wenigen Wochen wurde von der Staatssekretärin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung eröffnet. Ja, Sie lesen richtig: Der Begriff Pflege ist in der Bezeichnung einer Staatssekretärin enthalten! Auch wenn eine Bezeichnung allein noch nichts ändert, lässt sich hier epidemiologisch gesehen doch eine absolut zeitgemäße Entwicklung ablesen.

Umsetzungsmangel

Wir haben in vieler Hinsicht Bedarf. Nach Aufdeckung der jüngsten Tragödien in einem Pflegeheim in Niederösterreich, angesichts eines hochgradigen Mangels an Pflegepersonen und ÄrztInnen im geriatrischen Bereich und im Hinblick auf die rasch steigende Zahl von demenzkranken Menschen sind alle möglicherweise hilfreichen Maßnahmen aufzugreifen! Da wir ja sowohl im geriatrischen als auch im palliativmedizinischen Bereich keinen Erkenntnismangel, sondern nur einen Umsetzungsmangel haben, möge doch bitte eine allfällige neue Regierung alles daran setzen, dass nicht nur die Reichen und sogenannten Tüchtigen unterstützt werden, sondern auch die auf Hilfe und Unterstützung angewiesenen Menschen – zum Beispiel die sehr früh geborenen Menschen, diejenigen, welche jetzt alt sind und so viel für unseren heutigen Wohlstand geleistet haben!

Schein und Sein

Wir brauchen die Schwerpunktsetzung auf Herz und Hirn – und nicht nur auf Kurz und Kern. Insofern mögen die kommenden politischen Verhandlungen und Entwicklungen nicht vergessen auf menschliche Not – und die ist im geriatrischen Bereich mancherorts wirklich noch groß! Die Umbenennung von Ministerien und Staatssekretariaten ist erfahrungsgemäß eine beliebte Form von Schein statt Sein. Wir sollten trotz allem genau jetzt einfordern, dass die wesentlichen Defizite angesprochen UND angegangen werden – und kreative Benennungen sind erlaubt und betonen vielleicht die wesentlichen Herausforderungen. Und: Wir brauchen jetzt keine mit politischen Ämtern belohnten Freunderlmenschen, sondern wirklich menschenfreundliche Politik!

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