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Pruritus im Alter: Wen juckt’s?

Juckreiz ist ein häufiges Phänomen im Alter. Bis zu 70 Prozent der älteren Menschen sind davon betroffen. Was dahinterstecken kann und wie Sie die Lebensqualität Ihrer betagten Patienten wieder herstellen können, war Thema bei der Tagung für Allgemeinmedizin und Geriatrie.

Patientin mit Prurigo nodularis: Auffällig ist, dass die Kratzläsionen in der Mitte des Rückens ausgespart sind (Schmetterlingszeichen).
Patientin mit Prurigo nodularis: Auffällig ist, dass die Kratzläsionen in der Mitte des Rückens ausgespart sind (Schmetterlingszeichen).

Juckreiz ist ein fachübergreifendes Symptom, das natürlich bei Dermatosen, aber auch als Begleitsymptom bei den unterschiedlichen anderen Erkrankungen vorkommt. Gerade ältere Patienten haben viele Diagnosen, die mit Juckreiz einhergehen können: chronische Niereninsuffizienz, Lebererkrankungen, Diabetes, Eisenmangel, (hämatologische) Malignome oder die Postzoster-Neuralgie, um nur einige zu nennen. Dazu kommt, dass die Haut älterer Menschen oft sehr trocken ist, was den Juckreiz zusätzlich fördert. Prinzipiell unterscheidet man drei Formen von Pruritus, wie OA Univ.-Doz. Dr. Paul-Gunther Sator von der Dermatologischen Abteilung am Krankenhaus Hietzing erklärte:

  • Juckreiz auf primär veränderter Haut, der auf Dermatosen (z.B. Psoriasis, atopische Dermatitis), Genodermatosen, Hautlymphome und Medikamentenreaktionen zurückgeht,
  • Juckreiz auf primär nicht erkrankter, sprich normaler, Haut, für den internistische, neurologische und psychiatrische Erkrankungen (z.B. Diabetes, Nieren- und Lebererkrankungen, Anämie, Postzosterneuralgie, Depressionen) bzw. Medikamente verantwortlich gemacht werden können,
  • sowie Juckreiz bei ausgeprägten Kratzläsionen (sekundäre Hautveränderungen), bei dem sowohl dermatologische als auch systemische Erkrankungen eine Rolle in der Entstehung spielen können. Auf chronische Kratzläsionen weist das sogenannte „Schmetterlingszeichen“, eine Aussparung der Läsionen in der Mitte des Rückens, wo die Patienten nicht selbst hinkommen (siehe Abb.). Besonders eindrucksvolle Manifestationen dieser sekundären Hautveränderungen sind die Prurigo nodularis  und der Lichen simplex.

Anamnese und dermatologischer Status

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