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Schluss mit dem Zickzack-Kurs: Don’t smoke – das Nichtrauchergesetz muss bleiben.

Kaum ein Thema wird in der Bevölkerung so kontrovers diskutiert wie das Thema Rauchen – von den einen verteufelt, von den anderen verharmlost. Fakt ist jedoch, dass Rauchen der Gesundheit schadet. Europaweit ergreifen Regierungen Maßnahmen, um Rauchern beim Rauchausstieg zu helfen und Nichtraucher vor dem Passivrauch zu schützen. Doch Österreich liefert seit Jahren einen verantwortungslosen Zickzack-Kurs.

FOTO: GETTYIMAGES/FOZROCKET

Die Ankündigung der neuen Regierung, das bereits 2015 beschlossene Nichtraucherschutzgesetz rückgängig zu machen, war Anlass für die Österreichische Krebshilfe, die Petition „Don’t smoke – das Nichtrauchergesetz muss bleiben“ zu starten. Mehr als 440.000 Menschen haben bereits ihre Stimme abgegeben.

Nun bildet die Petition den Grundstein für das Volksbegehren der Ärztekammer für die Beibehaltung des 2015 beschlossenen Nichtrauchergesetzes, das auch ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie beinhaltet. Dies wird von der Österreichischen Krebshilfe mit aller Kraft unterstützt. „Weder die Petition noch das Volksbegehren richten sich gegen Raucher, sondern bieten der Bevölkerung die Möglichkeit, sich für das Beibehalten des beschlossenen Nichtraucherschutzgesetzes auszusprechen,“ sagt Krebshilfe-Präsident Univ.-Prof. Dr. Paul Sevelda.

Der Blick in andere Länder zeigt, dass sich Nichtraucherschutzgesetze – allen voran das generelle Rauchverbot in der Gastronomie – nicht nur positiv auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirken, sondern vor allem auch die Zahl der regelmäßig Rauchenden verringern – insbesondere bei den Jugendlichen. „Rauchen ist eine Sucht. Deshalb gehen Verteidigungsargumente von rauchenden Menschen sehr oft an der Wahrheit vorbei,“ so Sevelda.

Anlässlich des Weltkrebstages am 4.2.2018 appelliert die Österreichische Krebshilfe und Experten nochmals an die neue Regierung, ihre Entscheidung, das Nichtraucherschutzgesetz zu kippen, zu überdenken.

Auch einige fake news zum Thema Rauchen wurden zusammengestellt und einem Faktencheck unterzogen:

„So gefährlich ist Rauchen nicht, mein Großvater hat geraucht und ist 90 Jahre geworden“

Nur 22 % der Raucher meinen, dass Rauchen gefährlich ist. Dabei sterben rund 13.000 Menschen jährlich in Österreich an den Folgen des Tabakrauchs. Jeder zweite Raucher büßt seine Rauchlust mit einer Erkrankung. Bei den Langzeitschäden des Rauchens dominiert die Arterienverkalkung der Hirn-, Herzkranz- und Beingefäße mit den Folgen von Schlaganfall, Herzinfarkt oder Raucherbein. Aber auch 15 verschiedene Tumorerkrankungen werden durch Rauchen gefördert, ebenso wie Lungenerkrankungen. Auch Zahnfleisch- und Speiseröhrenentzündungen, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre, Osteoporose und vermehrte Gerinnselbildung, vor allem bei Pilleneinnahme, stehen ebenfalls in direktem Zusammenhang.

„Ich rauche nur hin und wieder, ich hab es im Griff“.

Auch wenn viele Raucher meinen, sie hätten ihr Rauchverhalten unter Kontrolle – mit jeder gerauchten Zigarette begibt man sich in eine stärkere Abhängigkeit. Die Hälfte aller Raucheinsteiger ist nach sechs Monaten tabakabhängig.

 „Ich rauche nur in Gesellschaft“

40-45 % der Erwachsenen rauchen die erste Zigarette binnen 30 Minuten nach dem Aufstehen. Sie wollen morgens ihren Nikotinspiegel bald erreichen und müssen daher als nikotinsüchtig angesehen werden. Das gibt ein ganz anderes individuelles Bild vom „geselligen Raucher“!

„Ich rauche eh keine Zigaretten, nur hin und wieder eine Shisha oder Wasserpfeife“

Derzeit boomen E-Produkte (Elektrische Zigaretten, E-Zigarren oder E-Shishas). Sie werden oft als „rauchfreie, gesunde Alternative zur Zigarette“ angeboten. Da scheinbar nur aromatisierter Wasserdampf inhaliert wird, bestünden somit keine Gefahren für “Dampfer“ selbst und auch keine Beeinträchtigung seines Umfeldes – was so nicht stimmt! Shishas können erstens als Einstieg in die Nikotinabhängigkeit betrachtet werden und sind auch deutlich schädlicher als eine filterlose Zigarette.

„Auf der Straße gibt es viel mehr Feinstaubbelastung“

Die Feinstaub- und Schadstoffbelastung liegt in verrauchten Innenräumen oft deutlich über den im Freien erlaubten Werten, in verrauchten Gaststätten 10 – 20-fach und in Diskotheken bis 80-fach höher als auf der Straße!

„Das bisschen Passivrauch bringt niemanden um“.

Eine Zigarette erzeugt mehr Feinstaubpartikel als ein Dieselmotor ohne Filter. Auch Passivrauch enthält Tabakfeinstaub. Diese weniger als 10 Mikrometer kleinen Partikel sind deswegen so gefährlich, weil sie tief in die Lunge gelangen. Die Gesundheitsschäden durch Passivrauch betreffen genauso wie bei Rauchern die Atemwege, Krebserkrankungen und Herz- und Kreislauferkrankungen.

Die Don´t smoke – Petition der Österreichischen Krebshilfe läuft noch bis 10. Februar. Die Petition wird nach Ablauf in den Nationalrat eingebracht.

 

Quelle:

Presseaussendung der Österreichischen Krebshilfe

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