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Ambulante Versorgung in Spitälern muss zurückgefahren werden

"Gesundheitspolitik in Österreich 2014. Das Jahr im Rückblick."

“Gesundheitspolitik in Österreich 2014.
Das Jahr im Rückblick.”

Bei einer Podiumsdiskussion anlässlich des Sanofi-Jahrbuchs der Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft 2014 warf Ärztekammerpräsident Arthur Wechselberger der Politik vor, unvorbereitet auf die Umsetzung des Ärztearbeitszeitgesetzes gewesen zu sein. Der Hauptverbandsvorsitzende Peter McDonald appellierte an das “Verantwortungsbewusstsein der Ärzte”. Er baue darauf, dass diese ihre Forderungen nicht vor das Wohl der Patienten stellen mögen.

Das Pharmaunternehmen Sanofi präsentierte am 21. Jänner im Oratorium der Österreichischen Nationalbibliothek die sechste Ausgabe des in Kooperation mit der Plattform Gesundheitswirtschaft Österreich herausgegebenen Jahrbuchs “Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft in Österreich 2014“. Das Jahrbuch bietet einen komprimierten Überblick über Entwicklungen, Erfolge und Niederlagen der österreichischen Gesundheitspolitik und Gesundheitswirtschaft.

Die Präsentation wurde von einer Podiumsdiskussion zum Thema “Tanker Gesundheitsreform – quo vadis?” begleitet, an welcher der Ärztekammerpräsident Arthur Wechselberger, der Vorsitzende im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, Peter McDonald und der Sprecher der Patientenanwälte, Gerald Bachinger, sowie der Leiter von IHS HealthEcon, Dr. Thomas Czypionka, teilnahmen.

McDonald: Verantwortungsbewusstsein der Ärzte

Der Vorsitzende im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, Peter McDonald, appellierte an das “Verantwortungsbewusstsein der Ärzte”, die ihre Forderungen nicht vor das Wohl der Patienten stellen sollten. McDonald verwies auf die demnächst startenden Pilotprojekte für die geplante neue Primärversorgung und zeigte sich zuversichtlich, dass diese Reform den Patienten mehr bringen werde als frühere.

Wechselberger: Politik muss ihrer Verantwortung nachkommen

Ärztekammerpräsident Wechselberger warf der Politik vor, unvorbereitet auf die von der EU erzwungene Umsetzung der mit 1. Jänner in Kraft getretenen Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit für die Spitalsärzte auf 48 Stunden gewesen zu sein. Die Situation führe nun dazu, dass die ambulante Versorgung in den Spitälern zurückgefahren werden müsse. Nun sei es an der Zeit, dass die Politik ihrer Verantwortung nachkomme und umgehend faire, marktkonforme Lösungen für die Spitalsärzteschaft finde, betonte Wechselberger auch in einer Aussendung der ÖÄK vom Mittwoch.

Der Ärztekammerpräsident appellierte an die Spitalsträger, die Mitarbeiter und ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen. Weitere Verzögerungen in den Verhandlungen würden gravierende Defizite wie lange Wartezeiten in Spezialambulanzen oder die Verschiebung bereits geplanter Operationen nach sich ziehen.

Gerald Bachinger, Sprecher der Patientenanwälte, bemerkte, dass der Patient immer das schwächste Glied in der Kette sei. Aus diesem Grund hätten neben den Ärzten vor allem die Patienten unter Einschränkungen zu leiden.

Quelle: APA